Samstag, Juni 15, 2024

FUO – Fieber unbekannter Ursache

Für Fieber unbekannter Ursache (FUO) gibt es keine Behandlung. Meist sind Infektionen, Tumor- oder Autoimmunerkrankungen wie Rheuma dafür verantwortlich.

FUO – fever of unknown origin – wird auf Deutsch als Fieber unbekannter Ursache bezeichnet. Man geht von dieser Krankheitsdefinition aus, wenn ein Patient Fieber ohne erkennbare Ursache über mindestens drei Wochen mit Temperaturen über 38,3 °C hat. Die Erkrankung haben ursprünglich Dr. Petersdorf und Dr. Beesom erstmals im Jahr 1961 beschrieben.

Im Grunde genommen gilt das heute für dokumentiertes Fieber, wenn man nach drei- bis fünftägiger Durchuntersuchung im Krankenhaus keine Ursache finden kann.

FUO wird am öftesten durch unentdeckte Infektionen (in 25 % bis 50 % aller Fälle), Krebs- oder Autoimmunerkrankungen wie verschiedene Rheuma-Formen. Mögliche Infektionsursachen sind Tuberkulose oder Eiter. Ältere Menschen leiden oft an Fieber unbekannter Ursache, wenn bösartige, schwer zu diagnostizierbare Tumoren vorliegen, die lange Zeit unentdeckt bleiben.

Auch Medikamente wie fiebersenkender Wirkstoffe und Kortison können Fieber unbekannter Ursache verursachen. Dementsprechende Vorsicht ist hier angebracht.

In den 1990-er Jahren teilte man die Fälle dann in vier verschiedene Unterklassen ein: klassische FUO, nosokomiale FUO, neutropenische FUO und HIV-verwandte FUO.

 

Häufige Ursachen

Zu den ätiologischen Kategorien von FUO gehören Infektionen, Neoplasien, Bindegewebserkrankungen und sonstiges.

Bei der Klassischen FUO kommt es bei den betroffenen Patienten regelmäßig zu Endokarditis, komplizierten Harnwegsinfektionen, Abszessen und Tuberkulosen. Bei Patienten über 65 Jahren zeigt sich, dass Bindegewebserkrankungen häufiger das Fieber verursachen. Fieber bei Reisenden ist eher sekundär zu Infektionen wie Malaria, Typhus und akutem HIV.

Nosokomiales Fieber kann im Zusammenhang mit dem Gesundheitswesen auf Drogenfieber, postoperative Komplikationen, venöse thromboembolische Erkrankungen, Malignität, transfusionsbedingte Reaktionen oder eine Infektion mit Clostridium difficile zurückzuführen sein. Risikofaktoren wie chirurgische Eingriffe, Instrumente, intravaskuläre Geräte, Immobilisierung und Medikamente können dazu beitragen, die für die Diagnose erforderlichen diagnostischen Tests zu bestimmen.

Neutropenische FUO ist häufig auf verschiedene Infektionen zurückzuführen. Schließlich kann HIV-bedingtes FUO während einer akuten Erkrankung auftreten. Häufig sind aber zusätzliche, unbehandelte Infektionen die Ursache.

 

FUO behandeln – Sympto­matische Maßnahmen bei Fieber unbekannter Ursache

Bei Fieber erhöht sich die Kerntemperatur des Körpers. Fieber ist grundsätzlich nicht schlecht, da es Teil der körpereigenen Abwehr gegen verschiedene eindringende Krankheitserreger wie Viren, lebende Mikroorganismen oder andere pathologisch definierte Stoffe auftritt. Dementsprechend ist Fieber häufiges Begleitsymptom bei Tumoren, Traumata oder verschiedener Infektionen. Viele FUO-Patienten haben meist kein sehr hohes Fieber. Dennoch kann Fieber ­unbekannter Ursache teilweise sehr hohe Temperaturen verursachen.

Wenn Patienten sehr starkes Fieber entwickeln, so sollte eine symptomatische Behandlung mit fiebersenkenden Maßnahmen begonnen werden. Dies gilt besonders für Patienten, die bereits durch vorangegangene schwere Lungen-, Herz- oder Nervenerkrankung vorbelastet sind. Zu den bekanntesten fiebersenkenden Wirkstoffen –sogenannten Antipyretika – zählen Paracetamol, Ibuprofen, Ketoprofen, Naproxen, Nimesulid und Acetylsalicylsäure.

Da wie oben erwähnt auch durch die Anwendung gewisser Wirkstoffe ein FUO-Risiko gegeben ist, sind allgemein alternative Maßnahmen gegen Fieber unbekannter Ursache auch bei ärztlicher Betreuung durchaus zu versuchen, dazu gehören Schwitzkuren mit Heilpflanzentees (Lindenblüten, Hollunder) Essigwickel und Wadenwickel, Essigsaure-Tonerde, Essigsocken oder auch kühle Waschungen.


Literatur:

Brown I, Finnigan NA. Fever of Unknown Origin. 2020 Sep 25. In: StatPearls [Internet]. Treasure Island (FL): StatPearls Publishing; 2020 Jan–. PMID: 30335298.

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