Donnerstag, Juni 13, 2024

Echtes Tausendgüldenkraut und seine vielfältige Wirkung

Echtes Tausendgüldenkraut hilft bei Magen-Darm-Beschwerden, Diabetes und Fieber, es zeigt aber auch Wirkung zur Senkung von Blutzucker und Cholesterin.

Schon seit Jahrhunderten schätzen die Menschen echtes Tausendgüldenkraut (Centaurium erythrea) und seine vielfältige Wirkung. In der Volksmedizin des Balkans verwendet man es als bitteres Heilkraut für Verdauungskomplikationen und zur Behandlung von fieberhaften Zuständen sowie Diabetes. Forscher bewiesen nun unlängst, dass ein Trockenextrakt aus Centaurium erythrea auch den Blutzucker (antihyperglykämische) und das Gesamt-Cholesterin (lipidsenkende) senken kann.

 

Was man über Echtes Tausendgüldenkraut und seine Wirkung wissen sollte

Der Name Centaurium erythrea entstammt der griechischen Mythologie. Dort bezeichnete man als Kentauren oder Zentauren ein Mischwesen aus Pferd und Mensch. Wobei die Zentauren als besonders heilkundig galten. Der Zentaur Chiron soll beispielsweise erfolgreich echtes Tausendgüldenkraut eingesetzt haben, um eine Pfeilwunde in seinem Fuß zu heilen.

Die ärztliche Anwendung der Pflanze kann man bis ins 5. Jahrhundert vor Christus zurückverfolgen. Der heutige Name der Pflanze stammt angeblich vom Ausdruck „Tausend Gulden wert“ ab.

Jedenfalls gehört Echtes Tausendgüldenkraut, auch kopfiges Tausendgüldenkraut genannt, in die Familie der Enziangewächse (Gentianaceae). Es wurde im Jahr 2004 zur Heilpflanze des Jahres gekürt.

Das Heilkraut ist eine sommergrüne, zweijährige krautige Pflanze, aus einer grundständigen Rosette vom ersten Jahr entwickeln sich im zweiten Jahr rosa-lila Blüten an 20 bis 50 Zentimetern hohen Stängeln.

Verbreitet ist Echtes Tausendgüldenkraut in fast ganz Europa, Westasien, Nordamerika sowie Nordafrika. Es steht unter Naturschutz und darf nicht gesammelt werden.

Außerdem ist Centaury die vierte Bachblüte, sie ist die Blüte des Dienens. Dabei versäumt man es, die eigenen Bedürfnisse zu erkennen, um Wünsche anderer zu erfüllen.

 

Enthaltene Bitterstoffe wirken anregend

Im Grunde genommen kann man die getrockneten, oberirdischen Teile der blühenden Pflanze medizinisch vielfältig nutzen. Verantwortlich dafür sind die Inhaltsstoffe wie Bitterstoffe, Flavonoide, Xanthone sowie  Phenolcarbonsäuren.

Die Bitterstoffe sind die sogenannten Secoiridoidglykoside. Dazu gehören Stoffe wie Gentiopikrosid, Swerosid sowie Swertiamarin. Diese regen den Körper an, mehr Speichel und Magensäfte zu produzieren. Auch Galle, Bauchspeicheldrüse und Leber werden angeregt. Dadurch hilft das Kraut bei Verdauungsproblemen wie etwa Appetitlosigkeit, Blähungen sowie Völlegefühl. Deshalb ist es auch häufig Bestandteil von Magenbitter und Verdauungstropfen.

 

Ätherische Öle unterstützen die körpereigene Abwehr

Neuere Forschungsergebnisse weisen darauf hin, dass die ätherischen Öle der Pflanze auch antientzündliche, schmerzlindernde und fiebersenkende Effekte besitzt. In der Volksmedizin wurde das Kraut schon lange bei Fieber, Wunden, Harnblasenbeschwerden, Leberleiden, Fettsucht, zur Blutreinigung und als Stärkungsmittel (Tonikum) sowie zur Vorbeugung von Gallenkoliken verwendet.

 

Anwendung als Kalt- oder Warmauszug

Mit den getrockneten, oberirdischen Teile kann man einen Tee als Heißwasser- oder Kaltwasserauszug machen. Für den Heißwasserauszug übergießt man einen Teelöffel getrocknetes, geschnittenes Tausendgüldenkraut mit 150 Milliliter kochendem Wasser. Danach seiht man nach 10 Minuten ab.

Für den Kaltwasserauszug setzt man einen gehäuften Teelöffel des Krautes mit einer Tasse kaltem Wasser an. Dann lässt man das Ganze sechs bis zehn Stunden zieht und rührt gelegentlich um. Schließlich seiht man den Tee ab und erwärmt ihn auf Trinktemperatur.

Im Grunde genommen gilt beide Zubereitungsarten, dass man zwei- bis dreimal täglich eine Tasse trinkt. Zur Appetitanregung trinkt man beispielsweise eine halbe Stunde vor den Mahlzeiten eine Tasse. Wobei sich das bei der typischen Essunlust junger Mädchen schon oft bewährt hat. Bei Verdauungsbeschwerden hingegen genehmigt man sich eine Tasse nach dem Essen.

Wichtiger Hinweis: Wenn man an entzündeter Magen- oder Darmschleimhaut leidet, dann sollte man keinesfalls Tausendgüldenkraut anwenden.


Literatur:

El Menyiy N, Guaouguaou FE, El Baaboua A, El Omari N, Taha D, Salhi N, Shariati MA, Aanniz T, Benali T, Zengin G, El-Shazly M, Chamkhi I, Bouyahya A. Phytochemical properties, biological activities and medicinal use of Centaurium erythraea Rafn. J Ethnopharmacol. 2021 Aug 10;276:114171. doi: 10.1016/j.jep.2021.114171. Epub 2021 Apr 30. PMID: 33940085.

Đorđević M, Mihailović M, Arambašić Jovanović J, Grdović N, Uskoković A, Tolić A, Sinadinović M, Rajić J, Mišić D, Šiler B, Poznanović G, Vidaković M, Dinić S. Centaurium erythraea methanol extract protects red blood cells from oxidative damage in streptozotocin-induced diabetic rats. J Ethnopharmacol. 2017 Apr 18;202:172-183.

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Stefkov G, Miova B, Dinevska-Kjovkarovska S, Stanoeva JP, Stefova M, Petrusevska G, Kulevanova S. Chemical characterization of Centaurium erythrea L. and its effects on carbohydrate and lipid metabolism in experimental diabetes. J Ethnopharmacol. 2014 Feb 27;152(1):71-7.

S.HIRSCH, F. GRÜNBERGER: Die Kräuter in meinem Garten (2012) Freya Verlag

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