Coping-Strategien – Krankheitsbewältigung – bei Rheuma

Rheuma-Patienten können die Krankheitsbewältigung (Coping) mit richtigen Strategien aktiv steuern, wobei das auch wichtig für die Therapie ist.

Grundsätzlich bezeichnet man die Krankheitsbewältigung als Coping. Rheuma-Patienten können das selbst steuern und deswegen so eine erfolgreiche Behandlung unterstützen. Damit dies auch effektiv ist, muss eine situationsangepasste Nutzung von flexiblen und geeigneten Strategien zur Krankheitsbewältigung erfolgen.

Verschiedene Spezialisten bieten Rheuma-Patienten auch spezielle Lernmöglichkeiten an, um eine adäquate Krankheitsbewältigung als ergänzendes Therapieangebot einzusetzen. Entscheidend für dessen Effektivität ist eine flexible, situationsangepasste Nutzung geeigneter Coping-Strategien.

 

Krankheitsbewältigung bei Rheuma

Grundsätzlich hat die Diagnose Rheuma für die betroffenen Rheuma-Patienten eine enorme Tragweite. Schließlich stellt sie auch eine große Herausforderung dar.

Prinzipiell muss die Krankheitsbewältigung auf emotionaler und vernunftmäßiger Ebene einsetzen. Beispielsweise ist die rheumatoide Arthritis eine chronische, unheilbare Systemerkrankung mit chronischen Schmerzen, drohender Invalidität und sozialer Isolierung. Hierbei kann der Patient aktive Prozesse einleiten und mit einer adäquaten Krankheitsbewältigung ihre Gedanken und das Verhalten im Umgang mit Stresssituationen effektiv steuern.

Dies ist auch deswegen so bedeutend, da Angst und Depressionen zwingend mit vermehrtem Schmerz, verminderter Wirkung von Immuntherapien und vermehrter Inanspruchnahme von Gesundheitsdiensten zusammenhängen. Grundsätzlich sind Selbstverantwortung und Selbstmanagement wichtige Voraussetzung für eine gute Prognose und eine erfolgreiche Pharmakotherapie.

Die Aufrechterhaltung oder in vielen Fällen die nachhaltige Verbesserung der Lebensqualität hängen auch von Faktoren jenseits der rein biologischen Gegebenheiten ab. Zusätzlich zu den somatisch-biologischen Standardtherapien zielen psychoedukative Ansätze auf eine verbesserte Bewältigung und Verarbeitung und auf die Nutzung sozialer Ressourcen ab, um die Patienten mit Rheuma in die Lage zu versetzen, selbst ihre Lebensqualität positiv zu beeinflussen.

 

Auswahl von Coping-Strategien

Deswegen unterstützen Methoden der Verhaltenstherapie („cognitive behavioral intervention“) die Patienten zusätzlich zu medikamentösen Therapien. Dabei spielten auch Strategien zur Stressbewältigung („mindfulness-based stress reduction“) und zur Verbesserung der Gefühlsbewältigung („emotion regulation therapy“) sowie Meditationstraining eine wichtige Rolle.

Mithilfe eines psychometrischen Monitorings (Lebensqualität, Depressivität, psychische Widerstandsfähigkeit, soziale Kohärenz) wird die Erhebung somatischer Krankheitsaktivität ergänzt und verglichen. Longitudinale Analysen müssen die Wirksamkeit dieser Intervention unter anderem auch an medizinisch-somatischen Eichmaßstäben messen.

In einer Metaanalyse aus 19 Studien wurde unlängst untersucht, welche Art von Coping-Strategien mit einer longitudinalen Verbesserung der psychologischen Stresssituationen verknüpft sind. Dabei war annäherungsorientiertes Coping („approach-oriented“) effektiver als vermeidend-orientiertes Coping („avoidant-oriented“).

Letztendlich ist es für eine erfolgreiche Krankheitsbewältigung wesentlich, dass die Auswahl der für eine Belastungssituation bestgeeignete Coping-Strategien flexibel ist. Deswegen müssen die Patienten eine derartige Kompetenz erlernen und trainieren.


Literatur:

Vriezekolk J.E. et al.  Longitudinal association between coping and psychological distress in rheumatoid arthritis: a systematic review. Ann Rheum Dis 2011; 70:1243.

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