Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen bei Kindern

Chronische Darmentzündungen können Kindern dauerhaft Schmerzen bereiten, wobei die Medikamente dagegen manchmal ihre Wirkung verlieren.

Viele Eltern neigen dazu, wiederkehrende Bauchschmerzen ihrer Kinder nicht ernst genug zu nehmen. Jedoch können gerade diese anhaltenden Schmerzen ein Anzeichen für chronisch-entzündliche Darmerkrankungen (CED) sein, die das Leben der Kinder langfristig beeinflussen. Diese Krankheiten haben unklare Ursachen und wirken sich auf Wachstum und Entwicklung im Kindes- und Jugendalter aus, können aber auch das Berufs- und Privatleben Erwachsener stark beeinträchtigen. Wissenschaftler, die sich auf chronisch-entzündliche Darmerkrankungen bei Kindern spezialisiert haben, stellten kürzlich fest, dass nach anfänglichen Erfolgen der Behandlung mit Medikamenten gegen CED oft ein unerklärlicher Verlust der Wirkung auftritt.

 

Antikörper könnten erklären, warum Medikamente gegen chronisch-entzündliche Darmerkrankungen bei Kindern im Laufe der Zeit weniger wirksam werden.

Fast jeder hat schon einmal unverhofft Bauchschmerzen erlebt – ein Symptom, das viele für harmlos halten, obwohl es auf chronische Darmentzündungen hindeuten kann.

Selbst wenn es bei diesen Krankheiten Zeiten ohne Beschwerden gibt, können Symptome wie Durchfall, Bauchweh und Erschöpfung plötzlich und unerwartet auftreten.

Normalerweise lassen sich Krankheiten wie Morbus Crohn oder Colitis Ulcerosa mit Medikamenten gut in den Griff bekommen. Doch es kommt immer häufiger vor, dass diese Arzneien unerwartet und ohne ersichtlichen Grund ihre Wirkung verlieren.

Die Forscher suchten nach Gründen, warum Medikamente gegen chronisch-entzündliche Darmerkrankungen (CED), sogenannte TNF-Blocker, manchmal ihre Wirkung verlieren. Diese Medikamente werden unter anderem bei Morbus Crohn oder Colitis Ulcerosa eingesetzt. Dabei stand die Frage im Mittelpunkt, warum die Wirkung dieser Arzneistoffe plötzlich nachlassen kann. Es wird vermutet, dass Antikörper, die der Körper gegen die TNF-Blocker bildet, dabei eine wichtige Rolle spielen könnten.

Zunächst wurde bei Patienten mit CED der Gesamt-Antikörperspiegel sowie die Menge des Medikaments im Blut festgestellt. Anschließend wurde untersucht, ob durch diese Werte ein bevorstehender Wirkungsverlust der TNF-Blocker frühzeitig erkannt werden kann.

 

Wie chronisch-entzündliche Darmerkrankungen bei Kindern und Jugendlichen zukünftig behandelt werden sollten

Die Studienergebnisse wiesen darauf hin, dass Patienten mit nachweisbaren Antikörpern öfter einen Wirkverlust der Medikamente erleiden. Eine Verbindung zwischen niedrigen Medikamentenwerten im Blut und der Anwesenheit von Antikörpern konnte hergestellt werden. Das bedeutet für die Zukunft, dass bei der Behandlung von CED-Patienten das Bestimmen von Antikörpern und Medikamentenspiegeln zusätzlich zur Anpassung der Dosierung ein wichtiger Schritt sein könnte, um die Therapie besser auf die Bedürfnisse des Einzelnen anzupassen und so zu verbessern.


Literatur:

Oliveira SB, Monteiro IM. Diagnosis and management of inflammatory bowel disease in children. BMJ. 2017;357:j2083. Published 2017 May 31. doi:10.1136/bmj.j2083

Rosen MJ, Dhawan A, Saeed SA. Inflammatory Bowel Disease in Children and Adolescents. JAMA Pediatr. 2015;169(11):1053–1060. doi:10.1001/jamapediatrics.2015.1982


Quelle: https://www.medunigraz.at/

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