Samstag, Januar 17, 2026

Brustasymmetrie als psychologisches Problem

Brustasymmetrie beeinflusst Selbstwertgefühl und emotionale Gesundheit bei Teenagern, eine operative Korrektur ist mit emotionalen und psychischen Vorteilen verbunden.

Brustassymetrie kann bei jungen Frauen zu Problemen führen: Im Zuge einer, vor kurzem im Fachjournal Plastic and Reconstructive Surgery veröffentlichten Studie, bestätigen Wissenschaftler des Kinderkrankenhauses in Boston, dass sich sowohl asymmetrische als auch besonders große Brüste bei Frauen im Jugendlichenalter auf die Psyche schlagen.

„Es ist weit mehr als nur ein kosmetisches Problem. Brustassymetrie hat einen erschreckend großen Einfluss auf die psychische und emotionale Gesundheit bei jungen Frauen“, erklären Dr. Brian I. Labow und Kollegen des Kinderkrankenhauses in Boston. Die Wissenschafter empfehlen eine möglichst frühe Intervention, auch bei bereits geringen Asymmetrien.

Brustasymmetrie beeinflusst die Psyche bei jugendlichen Mädchen

Im Zuge der Studie, untersuchten die Wissenschafter 59 junge Frauen der Altersgruppe 12 bis 21, deren Brüste eine Asymmetrie aufwiesen. Bei allen Patienten lag ein Unterschied von zumindest einer Körbchengröße vor. Besonderes Augenmerk legten die Forscher auf psychosoziale Aspekte sowie gesundheitsbedingte Lebensqualität. Ähnliche Evaluierungen wurden bei Patientinnen mit sehr großer Brust sowie bei Patientinnen ohne Brustassymetrie durchgeführt. Etwa 40 Prozent der untersuchten Frauen hatten eine sogenannte tubuläre Brust, auch Schlauchbrust genannt, eine Wachstumsstörung der Brüste. Frauen mit Brustassymetrie erreichten in der Evaluierung psychischer Gesundheit und Wohlbefinden wesentlich schlechtere Ergebnisse, als Frauen mit normal entwickelten Brüsten. Auch Frauen mit übergroßen Brüsten zeigten ähnlich besorgniserregende psychologisch bedingte Probleme.

Brustasymmetrie ist nicht nur ein kosmetisches Problem – eine frühe Intervention ist gefragt

Die aktuelle Studie ist die erste ihrer Art und beschäftigt sich primär mit den psychologischen Effekten der Brustassymetrie. „Unsere Ergebnisse weisen darauf hin, dass Frauen mit unterschiedlich großen Brüsten häufig ein sehr geringes Selbstbewusstsein haben. Dies ist sowohl bei Frauen mit sehr geringer als auch mit ausgeprägter Brustassymetrie der Fall,“ so Dr. Brian Labow, Direktor des Adolescent Breast Centers in Boston, Chirurg und Autor der Studie. „Es gibt deutlichen Bedarf in Hinblick auf die Brustgesundheit von Frauen, dem es gilt möglichst rasch nachzukommen.“

Die psychosozialen Effekte der Brustasymmetrie sind ähnlich jenen einer übergroßen Brust oder jenen infolge einer Brustkrebsoperation. „Die Sensibilität für das Thema Brustkrebs ist glücklicherweise vorhanden, dennoch hat dieses Thema alle anderen Brustkrankheiten, die nicht auf eine Krebserkrankung zurückzuführen sind, in den Schatten gestellt,“ so Dr. Labow. Die aktuelle Studie unterstreicht die hier dringend notwendige Intervention – sei es durch operative Eingriffe oder psychologische Betreuung. Bis dato ist kosmetische Chirurgie an Brüsten versicherungstechnisch nur im Falle einer Brutkrebserkrankung abgedeckt.

Bei Frauen die sich nicht mehr im Wachstum befinden und dessen Brüste ungleich groß sind, ist die operative Korrektur häufig mit wichtigen emotionalen und psychischen Vorteilen verbunden.

Unsere Studie zeigt, dass das Problem der Brustasymmetrie – welches häufig leider als kosmetische Problem abgetan wird – eine große Belastung mit enormen psychologischen und emotionalen Auswirkungen darstellt, ebenso wie übergroße Brüste,“ so Dr. Labow abschließend.

Quelle: http://journals.lww.com/plasreconsurg/Abstract/2014/12000/Psychological_Impact_of_Breast_Asymmetry_on.3.aspx

Bildtext: Brustasymmetrie kann bei jungen Frauen  zu ernsthaften Problemen führen. @ Daniel_Dash / shutterstock.com

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