Sonntag, März 1, 2026

Zöliakie wird oft nicht erkannt, ein Zöliakie-Test schafft Abhilfe

Experten gehen von einer hohen Anzahl von Betroffenen aus, bei denen Zöliakie nicht erkannt wird. Risikogruppen sollten einen Zöliakie-Test machen.

Zöliakie ist eine angeborene Autoimmunerkrankung – ausgelöst durch das Klebereiweiß Gluten in Getreideprodukten. Wobei es dabei zu einer Entzündung der Dünndarmschleimhaut kommt – mit Durchfall, Nährstoffmangel, aber auch Müdigkeit, Depressionen oder zum Beispiel eine Migräne in der Folge, oft treten aber auch keine klar umrissenen Symptome auf. Zöliakie kann in jedem Alter auftreten und hat sehr viele Erscheinungsformen. Als »Chamäleon der Gastroenterologie« bezeichnet wird Zöliakie aber oft auch nicht erkannt. Hier kann ein Zöliakie-Test Abhilfe schaffen.



 

Wenn nicht erkannt: Zöliakie-Test bei Risikopersonen

Experten gehen von einer hohen Anzahl von betroffenen aber nicht diagnostizierten Personen aus und empfehlen daher für Risikogruppen einen Zöliakie-Test. Dazu zählen Personen mit anderen Autoimmunerkrankungen wie Typ-1-Diabetes oder autoimmune Schilddrüsenentzündungen.

Weiter können unklare Leberwerterhöhungen, rheumatische Beschwerden, Migräne, Depressionen, eine leichte Blutarmut oder Osteoporose auf Zöliakie hinweisen.

Auch Verwandte von Patienten mit den erwähnten Autoimmunerkrankungen sollten sich testen lassen. Häufig erkennen neu identifizierte Zöliakiepatienten, dass es ihnen unter glutenhaltiger Ernährung deutlich schlechter gegangen ist.

 

Durchfälle, aufgeblähter Bauch sowie Mangelerscheinungen sind typisch für Zöliakie

Beim Kleinkind zeigt sich eine Zöliakie meist mit typischen Symptomen wie Durchfällen, einem aufgeblähten Bauch sowie Mangelerscheinungen. Darüber hinaus ist bei betroffenen Kindern das Wachstum beeinträchtigt.

Erwachsene klagen bei der erstmaligen Diagnose häufig über lang bestehende Verdauungsbeschwerden, Erschöpfung und psychische Beeinträchtigungen. Viele Patienten haben allerdings auch überhaupt keine typischen Zöliakiesymptome.



Symptome einer Zöliakie auch in Zusammenhang mit Dermatitis herpetiformis Duhring – einer Bläschen bildenden Hautkrankheit – auftreten. Um eine Zöliakieerkrankung nachzuweisen, wird das Blut auf erhöhte Auto-Antikörper gegen das Enzym Gewebe-Transglutaminase getestet.

Sollte sich der Patient glutenhaltig ernährt haben, so kann dadurch differenzialdiagnostisch von ähnlichen Erkrankungen wie Weizenallergie oder Nicht-Zöliakie-Weizensensitivität unterschieden werden.

Auch genetische Risikomarker im Blut können Aufschluss über eine mögliche Zöliakieerkrankung geben. Einen Verdacht kann die Untersuchung von Gewebeproben aus dem Dünndarm bestätigen.

 

Maßnahmen

Betroffene müssen auf glutenhaltige Lebensmittel aus Weizen, Dinkel, Gerste oder Roggen – wie zum Beispiel Brot, Nudeln, Pizza oder Bier – verzichten. Dazu gehören auch viele verfeinerte Nahrungsmittel, die ebenfalls Glutenbeimengungen enthalten können.

Nach Diagnose sollte eine glutenfreie Diät eingehalten werden, um Mangelerscheinungen und Folgeerkrankungen zu vermeiden. Gefährlich ist es, eine Zöliakie nicht zu behandeln – unter anderem erhöht sich das Risiko für weitere Autoimmunerkrankungen wie Typ-1-Diabetes.




Literatur:

Lebwohl B, Sanders DS, Green PHR. Coeliac disease. Lancet. 2018;391(10115):70–81. doi:10.1016/S0140-6736(17)31796-8

Daveson AJM, Varney M, Jackson KE, Tye-Din JA. Discrepancies in genetic testing results for coeliac disease: call for standardised testing and reporting. Med J Aust. 2017;207(4):179–180. doi:10.5694/mja17.00314


Quellen:

http://www.dgvs.de/

https://www.csaceliacs.org/treatment_of_celiac_disease.jsp

http://www.mayoclinic.org/diseases-conditions/celiac-disease/basics/treatment/con-20030410

https://www.nlm.nih.gov/medlineplus/ency/article/002443.htm

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