Durch Stress in der Leber kann eine Fettleber-Entzündung entstehen

Eine Fettleber kann durch Stress in der Leber verursacht werden. Denn die erhöhte Fettverbrennung ruft den Stress hervor und kann dadurch eine Fettleberentzündung bewirken.

Wissenschaftler aus Düsseldorf konnten unlängst zeigen, dass eine übermäßige Fettverbrennung als Reaktion Stress in der Leber hervorruft. Durch diesen Stress kann man auch den Zusammenhang zwischen Übergewicht, Insulinresistenz und Fettleber-Erkrankungen erklären. Die Erkenntnisse liefern auch neuartige Ansätze, wie man Fettleber-Erkrankungen vorbeugen und behandeln könnte.



Die Fettleber ist die häufigste krankhafte Leberveränderung in den westlichen Industrienationen. Zunehmend sind die Ursachen weniger ein übermäßiger Alkoholkonsum. Sondern immer öfter sind Übergewicht und Typ-2-Diabetes dafür verantwortlich. Die nicht-alkoholische Fettleber-Erkrankungen (NAFLD) stellen in den USA mittlerweile die häufigste Ursache von Leberzirrhose und Leberkrebs dar.

 

Hohe Aktivität der Mitochondrien bei der nicht-alkoholischen Fettleber-Erkrankung (NAFLD)

In der oben zitierten Studie untersuchten die Forscher erstmals die Funktion der Mitochondrien in der Leber von Gesunden und Patienten. Wissenschaftler des Deutschen Diabetes-Zentrums (DDZ, Partner im Deutschen Zentrum für Diabetesforschung – DZD e.V.) haben in Kooperation mit Wissenschaftlern des Universitätsklinikums Düsseldorf und des St. Martinus Krankenhauses nun eine interessante Entdeckung gemacht. Nämlich dass stark übergewichtige Patienten mit NAFLD eine deutlich erhöhte Aktivität der Mitochondrien in der Leber aufweisen. Mit dem weiteren Fortschreiten der Fettleber-Entzündung (NASH) nehmen die Leistung der Mitochondrien dann ab und der oxidative Stress aber zu.

In frühen Stadien des Übergewichtes verbrennt die Leber zuerst vermehrt überschüssiges Fett. Das verursacht aber Stress und überlastet die Leber. 

Mitochondrien regulieren die Verbrennung von Nahrungsstoffen in der Zelle. Dadurch stellen die Kraftwerke der Zellen Energie für die Zelle bereit. NAFLD umfasst nicht nur die Fettleber und NASH, bei der die Leber mehr als fünf Prozent Fett enthält, sondern auch nicht-alkoholische Leberzirrhose und Leberkrebs. Aufgrund anfangs nur geringster Symptomatik wird NAFLD häufig nur zufällig oder erst spät entdeckt. Das Abnehmen von Körpergewicht hilft nur in den Anfangsstadien. Hingegen gibt es für NASH bisher keine effektive Therapie.



Literatur:

Koliaki C, Szendroedi J, Kaul K, Jelenik T, Nowotny P, Jankowiak F, Herder C, Carstensen M, Krausch M, Knoefel WT, Schlensak M, Roden M. Adaptation of Hepatic Mitochondrial Function in Humans with Non-Alcoholic Fatty Liver Is Lost in Steatohepatitis. Cell Metabolism, Volume 21, Issue 5, 2015, Pages 739-746


Quelle: Deutsches Diabetes-Zentrum

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