Freitag, Januar 16, 2026

Perioperative Schmerztherapie bei Kindern verbessern

Empfehlungen zur perioperativen Schmerztherapie bei Kindern: vor allem postoperative Schmerzen bei Kindern müssen effektiver behandelt werden.

Im Grunde genommen ist eine effektive Schmerzbehandlung bei Kindern nach Operationen sehr bedeutend. Einerseits gehören dazu eine kinder- und altersgerechte Schmerzerfassung sowie Schmerzmessung. Andererseits sind spezielle Konzepte der Analgesie in den einzelnen Spitälern notwendig. Denn das ist notwendig, damit man die perioperative beziehungsweise eine postoperative Schmerztherapie bei Kindern nicht vernachlässigt. Und damit diese nicht das sprichwörtliche Stiefkind der Schmerzmedizin bleiben. Jedenfalls umfasst die perioperative Versorgung der Patienten bekanntlich den Zeitraum vor, während und nach der Operation.

 

Große Defizite in der perioperativen Schmerztherapie bei Kindern

Unter dem Strich erhalten Kinder – und vor allem Neugeborene  verhältnismäßig weniger und schwächere Schmerzmittel als Erwachsene. Zudem wird die Schmerzbehandlung auch seltener durchgeführt. Schließlich weisen auch eine Reihe von Studien auf erhebliche Defizite in der perioperativen Schmerztherapie bei Kindern hin.

Postoperative Schmerzen gehören bei Kindern jedenfalls neben Schmerzen aufgrund von Infektionskrankheiten zu den häufigsten akuten Schmerzen. Es herrscht jedoch trotz aller Fortschritte oft Unsicherheit, die zu einer unzureichenden Schmerztherapie führt.

Im Grunde genommen muss man Schmerzen unabhängig vom Alter der Patienten aus ethischen und medizinischen Gründen so effektiv wie möglich behandeln.

 

Das Schmerzgedächtnis kann zu chronischen Schmerzen führen

Starke Schmerzerfahrungen haben beispielsweise nicht nur negativen Einfluss auf die Genesung der betroffenen Kinder nach dem operativen Eingriff. Hingegen können auch Spätfolgen habe, wie eine neuronale Sensibilisierung und die Ausbildung eines Schmerzgedächtnisses, was in weiterer Folge zu chronischen Schmerzproblemen führen kann.

Im Grunde genommen besteht das Problem, dass viele bewährte Analgetika aus der Erwachsenen-Medizin für Kinder nicht zugelassen sind. Diese Tatsache sollte laut Experten jedoch nicht dazu führen, dass ihnen eine wirksame Schmerztherapie vorenthalten wird. Denn der Off-Label-Use beruht auf jahrelangen Erfahrungen und klinischen Studien. Gerade Richtlinien und Empfehlungen medizinischer Gesellschaften können dem behandelnden Arzt Sicherheit bei der Entscheidung zum Off-Label-Use geben.

 

Besonderheiten bei der perioperativen und postperativen Schmerztherapie bei Kindern

Bei Kindern sollten intramuskuläre und subkutane Injektionen ganz vermieden werden, weil sie traumatisierend und angstauslösend sind. Voraussetzungen für eine angemessene Schmerzlinderung bei Kindern sind Zuwendung, das Vermitteln von Geborgenheit, Ablenkung und eine kindgerechte Umgebung.

Die Grundprinzipien der perioperativen Schmerztherapie unterschieden sich schließlich nicht von denen bei Erwachsenen. Dementsprechend soll eine maximal mögliche Schmerzreduktion bei gleichzeitig minimalen Nebenwirkungen während des gesamten Behandlungsprozesses zur optimalen Patientenzufriedenheit führen.


Literatur:

Jaksch, W., Messerer, B., Baumgart, H. et al. Österreichische interdisziplinäre Handlungsempfehlungen zum perioperativen Schmerzmanagement bei Kindern. Schmerz 28, 7–13 (2014). https://doi.org/10.1007/s00482-013-1382-2

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Vittinghoff M, Lönnqvist PA, Mossetti V, et al. Postoperative pain management in children: Guidance from the pain committee of the European Society for Paediatric Anaesthesiology (ESPA Pain Management Ladder Initiative). Paediatr Anaesth. 2018;28(6):493‐506. doi:10.1111/pan.13373

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