Niedriger Blutdruck erhöht bei älteren Männern das Mortalitätsrisiko

Niedriger Blutdruck bei älteren Männern über 65 erhöht das Mortalitätsrisiko aufgrund nicht-kardialer Symptome um das Vierfache.

Von einem niedrigen Blutdruck – der sogenannten Hypotonie – spricht man bei einem Wert unter 100/60 mmHg bei Frauen beziehungsweise unter 110/70 mmHg bei Männern. Für gesunde, jüngere Menschen hat niedriger Blutdruck keine negativen Folgen. Im Gegenteil, die Blutgefäße werden bei niedrigem Blutdruck vor Überlastung geschützt und das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist verringert. Niedriger Blutdruck bei älteren Männern bringt ein großes Risiko für die Gesundheit einschließlich kardiovaskulärer Symptome.



 

Gesundheitsrisiko Niedriger Blutdruck bei Männern

Bei Männern über 65 mit niedrigem Blutdruck steigt das Mortalitätsrisiko aufgrund nicht-kardialer Erkrankungen um das Vierfache. Ein japanisches Wissenschafterteam unter der Leitung von Dr. Kiyohito ­Okumiya von der Kochi Medical School untersuchten bei 1.186 Männern und Frauen im Alter über 65 Jahren Assoziationen zwischen Blutdruck und Mortalität. ­Innerhalb einer vierjährigen Beobachtungszeit verstarben 134 Probanden.

Nach Adjustierung auf Alter, vorausgegangene Erkrankungen, Rauchanamnese und Aktivitätsgrad konnten die Wissenschafter evaluieren, dass Männer mit systolischem Blutdruck zwischen 125 und 134mmHg das niedrigste Mortalitätsrisiko aufweisen. Das höchste Mortalitätsrisiko wird bei Probanden mit systolischem Druck unter 125mmHg bzw. über 145mmHg registriert. Bei beiden Gruppen steigt das Mortalitätsrisiko um das Vierfache – die Todesursachen divergieren jedoch.

Während bei erhöhtem systolischen Blutdruck das Risiko kardiovaskulärer Erkrankungen steigt, wird bei niedrigem systolischen Druck ein erhöhtes Mortalitätsrisiko aufgrund nicht-kardiovaskulärer Erkrankungen – wie zum Beispiel pulmonale Erkrankungen oder Karzinome – registriert.

Die Wissenschafter vermuten, dass der niedrige Blutdruck ein erster Hinweis auf das Vorliegen einer nicht-kardiovaskulären Erkrankung ist. Aufgrund der oben beschriebenen ­Studienresultate sollte bei Männern über 65 und niedrigem Blutdruck ein regelmäßiges und sorgfältiges Monitoring erfolgen.

 

Niedriger Blutdruck in der Regel ungefährlich

Ein niedriger Blutdruck ist in der Regel ungefährlich. Er ist häufig Veranlagung und nur in wenigen Fällen ein Zeichen für andere Krankheiten. Konträr zur oben beschriebenen Studie waren jüngste Studienergebnisse, die besagen, dass niedriger Blutdruck Schutz vor Schlaganfällen bietet. Die meisten Menschen mit einem Schlaganfall hatten vorher über viele Jahre einen zu hohen Blutdruck. Deswegen sollten durch Vorbeugung und Behandlung jährlich hunderttausende Schlaganfälle vermieden werden können.

 

Symptome

Typischen Symptome für niedrigen Blutdruck sind Schwindel mit Augenflimmern oder Ohrensausen, Anfälligkeit zur Ohnmacht, allgemeine Mattigkeit mit erhöhtem Schlafbedürfnis, Appetit- und Konzentrationsmangel. Hypotoniker sind oft wetterfühlig und stärker kälteempfindlich, sie können auch an einem erhöhten Puls, Atemnot, Reizbarkeit und depressive Verstimmungen zu leiden.




Literatur:

Sandeep Sharma; Muhammad F. Hashmi; Priyanka T. Bhattacharya. Hypotension. StatPearls [Internet]. Last Update: November 15, 2019.

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