Sonntag, März 1, 2026

Metabolisches Syndrom: Ursachen, Diagnose und Diäten

Eine Metabolisches Syndrom und seine Ursachen werden oft zu wenig beachtet, die Diagnose ist komplex, Diäten sind nur bei wenigen Patienten erfolgreich.

Etwa 25% der Bevölkerung haben es, ca. 40% der Patienten in Kliniken und Praxen leiden darunter – aber in weniger als 1% der Fälle wird die ­Diagnose Metabolisches Syndrom gestellt. Dabei ist speziell die Gefahr von Typ-II-Diabetes sehr groß. Der Begriff Metabolisches Syndrom (MTS) wurde 1989 weltweit populär, nachdem Kaplan 1989 vom »Deadly Quartet« im Zusammenhang mit den Ursachen  sprach. »Dieses tödliche Quartett« Übergewicht, Insulinresistenz (Diabetes Typ II), erhöhte Blutfette und Hypertonie sind hauptverantwortlich für atherosklerotische Veränderungen im Blutgefäßsystem.

 

Metabolisches Syndrom und seine Ursachen stärker beachten

Dem Hochrisikofaktor Metabolisches Syndrom und seinen Ursachen wird zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt, wobei ein Problem sicher die komplexe Diagnose ist. Denn bei fünf Risikofaktoren muss man die Grenzwerte erkennen. Und dan müssen davon mindestens drei vorhanden sein. Bedrohlich ist das hohe atherogenes Potenzial von MTS.

Die Studien der letzten Jahrzehnte zeigen, dass das kardiovaskuläre Risiko etwa 2,5 bis 4fach im Vergleich zu Stoffwechselgesunden erhöht ist. Das Diabetesrisiko ist siebenfach erhöht. Nicht nur ein erhöhter Nüchternblutzucker oder eine gestörte Glukosetoleranz gehen häufig in einen manifesten Diabetes über, sondern auch Adipositas, hohe Triglyzeride, ein niedriges HDL-Cholesterin und ein erhöhter Blutdruck sind Prädiktoren für einen Diabetes mellitus Typ 2. Und 80 % aller MTS-Patienten sind übergewichtig. Der Adipositas – vor allem der abdominalen Form mit vermehrter ­viszeraler Fettmasse – kommt somit eine Schlüsselrolle zu.

 

Metabolisches Syndrom und Diäten zur Gewichtsreduktion

Die meisten Menschen gehen zu einem Zeitpunkt in die Ordination, wenn sie bereits mehrfache erfolglose konservative Versuche zur Gewichtsabnahme hinter sich haben. In Spezial- oder Adipositas-Ambulanzen ist die Situation anders gelagert. Unter dem Strich haben Diäten eine ­Erfolgsrate zur nachhaltigen Gewichtsreduktion von etwa 10 bis 15%. Man spricht auch von Erfolg, wenn eine Gewichtsabnahme von 5–10 % des Ausgangsgewichts erreicht wird. Wichtig ist eine begleitende Verhaltenstherapie. Nur mit Motivation und einer Änderung von Gewohnheiten im täglichen Leben kann der Durchbruch geschafft werden.

Alkohol- und Nikotinkonsum sind mit einem potentiellen Suchtverhalten verbunden. Für die meisten Raucher stellt die Gewichtszunahme beim Einstellen des Rauchverhaltens das Hauptproblem dar – oft fangen Betroffene dann wieder zu rauchen an.

Im Grunde genommen sind jene Diäten erfolgversprechend, die die betroffenen Personen durchhalten können. Und zwar ist das meist eine kalorienreduzierte Mischkost. Aber auch ein individueller Faktor spielt hier eine wesentliche Rolle. Es gibt Vergleiche von verschiedenen Diätformen, wie beispielsweise Atkins, Weight Watcher und Zone Diät. Wobei keine Diät einen Vorteil gegenüber der anderen bringt. Die Gewichtsabnahme ist gleich. Allerdings beträgt der Beobachtungszeitraum solcher Analysen meist nur 12 bis 24 Wochen. Entscheidend ist bei allen Diäten die Kalorienreduktion, und nicht nur bei Menschen mit einem Metabolischem Syndrom.


Literatur:

Sherling DH, Perumareddi P, Hennekens CH. Metabolic Syndrome. J Cardiovasc Pharmacol Ther. 2017 Jul;22(4):365-367. doi: 10.1177/1074248416686187. Epub 2017 Jan 9. PMID: 28587579.

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