Dienstag, Mai 21, 2024

Kürbiskerne für Blase und Prostata

Kürbiskerne und ihre Extrakte sind eine traditionelle und zugleich wissenschaftlich gut belegte pflanzliche Option bei Beschwerden der Prostata und der Blase.

Besonderer Vorteil der Kürbiskerne gegenüber einigen pharmakologischen Therapien sind die ausgesprochen hohe Verträglichkeit und Sicherheit. Extrakte aus Kürbiskernen haben daher bei Ärzten, Apothekern und Patienten zu Recht einen hohen Stellenwert als Unterstützung von Prostata und Blase – nicht zuletzt auch als vorbeugende Maßnahme.

 

Studien zeigten eine signifikante Wirkung

In einer Studie mit 476 Patienten konnte die Anwendung der Kürbiskerne bei Prostata-Beschwerden der Symptome wie mangelnden Harnfluss und häufigen Harndrang berücksichtigt, durch einen Kürbiskernextrakt signifikant gegenüber Placebo verbessert.

In der zweiten Studie mit 1431 Personen war die Ansprechrate bei der Einnahme von Kürbiskernen gegen Beschwerden der Prostata um rund 10 Prozent besser als bei Placebo.

In einer klinischen Studie aus Japan mit 54 Männern zwischen 65 und 88 Jahren, die unter vermehrtem nächtlichen Harndrang (Nykturie) litten, reduzierte sich nach sechs Wochen Einnahme eines Kürbiskernextraktes die Häufigkeit des Urinierens um rund 40 Prozent. Als „stark verbessert“ oder „verbessert“ beurteilten 86,7 Prozent der Patienten ihre Beschwerden am Ende der Studie.

Bei einer In-Vitro-Studie kam es durch einen hydroethanolischen Kürbiskerne-Extrakt zu einer ausgeprägten Wachstumshemmung (–50 %) benigner Prostata-Zell-Linien. Außerdem zeigte sich eine Hemmung von malignen Prostatazellen.

 

Auch im Bereich der Frauengesundheit wird der Kürbis immer besser erforscht

So etwa konnte in einer japanischen Arbeit ein Benefit einer Belastungsinkontinenz bei Frauen (35-84 Jahre) nachgewiesen werden. Bereits nach einer zweiwöchigen Anwendung ließen sich die täglichen Inkontinenzepisoden um 42 Prozent, nach sechs Wochen sogar um 68 Prozent verringern. Die Verträglichkeit war sehr gut.

Ähnlich positive Ergebnisse brachte eine Studie über den Einsatz des Extraktes bei Nykturie postmenopausaler Frauen. Die Frequenz des nächtlichen Harndrangs verringerte sich signifikant. Zugleich verbesserte sich die Schlafqualität.

In einer rezenten doppelblinden, randomisierten, placebokontrollierten Studie wurde die Wirksamkeit und Sicherheit von Kürbiskernen an 120 Probandinnen mit überaktiver Blase und Inkontinenz getestet. Es kam in der Therapiegruppe nach 12 Wochen gegenüber dem Anfangszustand zu einer signifikanten Verbesserung der Symptomatik bei der Häufigkeit des Harnlassens (–27 %), beim Harndrang (–31 %), bei Inkontinenzproblemen (–61 %) und dem nächtlichen Urinieren (–31 %).

 

Bestätigt in der urologischen Praxis

Aufgrund der aussagekräftigen Studien haben Kürbiskerne bzw. deren ölfreie Extrakte auch Einzug in offiziellen Empfehlungen gefunden. So raten wissenschaftliche Pflanzen-Monografien (ESCOP, EMA), zur täglichen Einnahme von zehn Gramm Kürbiskerne zur Verbesserung von Beschwerden bei Prostatahyperplasie und überaktiver Blase. Internationale Leitlinien stellen fest, dass die Verwendung von Pflanzenextrakten zur Behandlung des gutartigen Prostatasyndroms bei geringen bis moderaten Beschwerden ohne Abflussbehinderung und Anzeichen eines Fortschreitens der Erkrankung eine nebenwirkungsarme Behandlungsmöglichkeit darstellt.

 

Fazit

Bei Problemen mit Prostata und Blase sind Kürbiskerne eine nützliche Behandlung. Das belegen nicht nur Studien, sondern auch Erfahrungen aus der urologischen Praxis.


Literatur:

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