Kohlenhydrate: wichtige Nährstoffe und sehr gute Energielieferanten

Kohlenhydrate sind wichtige Nährstoffe: Glukose und Fruktose sowie andere ein- und zweifache Kohlenhydrate sind ausgezeichnete Energielieferanten.

Die Bedeutung der Kohlenhydrate als Nährstoffe liegt in ihren Eigenschaften, gute Energielieferanten zu sein. Beispielsweise ist dies bei Glukose und Fruktose sowie den übrigen einfachen und den zweifachen Kohlenhydraten der Fall. Letztere, die man aus Zuckerrohr und -rüben herstellen kann, werden bekanntlich als »Zucker« bezeichnet.



Alle Kohlenhydrate weisen einen mehr oder weniger angenehm süßen Geschmack auf, der überaus geschätzt wird. Weiter sind die mehrfachen Kohlenhydrate zu nennen – grundlegende Bestandteile von Zellmembranen und Gerüstsubstanzen –, wie Stärke und Zellulose, die »pflanzlichen« und die »tierischen« Speicherformen dieser Nährstoffe in Organismen.

Unter dem Strich sind die Kohlenhydrate die wichtigsten Energielieferanten in der menschlichen Ernährung. Übrigens gibt es deswegen auch seit längerem Empfehlungen zur Ernährung, den Anteil der Kohlenhydrate zu erhöhen und gleichzeitig den Fettanteil in der täglichen Ernährung zu verringern. Um dennoch beispielsweise abnehmen zu können, gilt wie üblich, mehr Kalorien zu verbrauchen, statt über Essen und Getränke dem Körper zuzuführen. Allerdings gibt es auch kontroversielle Studien, die sogar eine höhere Sterblichkeit unterstellen. Und zwar wenn jemand zu große Mengen an diätetischen Kohlenhydraten konsumiert.

 

Kohlenhydrate sind Nährstoffe, die als Energielieferanten unseren Energie-Bedarf sehr gut abdecken

Der Energie-Bedarf des Menschen an Kohlenhydraten liegt bei etwa 50%. Die zusätzliche Energiezufuhr durch Fett mit 30%, in sichtbarer und unsichtbarer Form (Wurst, Käse usw.) wird hingegen meist überschritten. Jedes Zuviel an Energie führt unweigerlich zu Übergewicht und wird als Fett im Gewebe gespeichert.

Im Wandel der Zeit und durch die damit veränderten Lebensbedingungen, u.a. durch die Industrialisierung, werden kaum mehr schwere Arbeiten, sondern vorzugsweise leichte Tätigkeiten geleistet. Das bedeutet einen geringeren Verbrauch an Energie, was man bei der Kalorienzufuhr stärker berücksichtigen sollte.

 

Glykämischer Index – GI

Die Annahme, dass zuckerhaltige Speisen bei der Nahrungsaufnahme die Konzentrationen von Zucker im Blut stark ansteigen und sodann wieder abfallen lassen, scheint überholt. Denn stärkehaltige Lebensmittel, wie Kartoffel, unterscheiden sich in ihrer Wirkung auf den Blutzuckerspiegel nur wenig von jener der Glukose.

Die Kennziffer des glykämischen Index GI gibt übrigens den physiologischen Effekt der Glukose an. Er bezeichnet die Blutzuckermenge steigernde Wirkung der Lebensmittel, die Kohlenhydrate enthalten. Dabei zeigt sich der Konzentrationsverlauf der Blutzuckerkurve bezogen auf den Kurvenanstieg für Glukose – Richtung 100.



Hohe Werte bedeuten einen schnellen Anstieg, ein niedriger Index zeigt einen langsameren Übergang ins Blut. Beispielsweise hat Fruktose eine Kennziffer von 23, Milch 27, Äpfel 36. Womit man sich also als Gesunder das Leben versüßt, ist eine reine Sache des Geschmacks. Weil weder Braunzucker noch Rohzucker gegenüber weißem Zucker Vorteile zeigt.

 

Traubenzucker ist nicht gesünder

Keinesfalls kann man den Traubenzucker, die Glukose, sowie Fruchtzucker, die Fruktose, als gesünder bezeichnen. Denn der herkömmliche Zucker – die Saccharose – besteht bekanntlich jeweils zur Hälfte aus den Einfachzuckern Glukose und Fruktose.

Für den Diabetiker gilt allerdings, dass Fruktose mit einem GI = 23 natürlich wesentlich günstiger ist als Glukose mit einem GI = 100. In einer Aussendung der »National Academy of Sciences« fordern die Experten einer täglichen Mindestmenge von 130 g Kohlenhydrate. Diese kann das Gehirn, das Nervengewebe sowie das Nierenmark ausreichend mit Glukose versorgen.

Hinsichtlich der Zufuhr an mehrfachen Kohlenhydraten liegen die Werte der empfohlenen Höchstmengen unter 25% der gesamten Energiezufuhr aller untersuchten Personengruppen. Menschen sollten als Energielieferanten besser viel mehr Vollkorn- und Getreide-Produkte, Obst, Gemüse und Kartoffeln verzehren.

 

Kohlenhydrate, Diabetes und Karies

Bei Diabetes wird derzeit – entgegen der früheren Ansicht – die Aufnahme einer mäßigen Zuckermenge, verpackt in einer Mahlzeit, empfohlen. Da dies weniger Einfluss auf die Konzentration des Blutzuckers und damit des Insulins nimmt als bei isolierter Konsumation. Bezüglich eines Zusammenhanges zwischen Zucker und Karies ist festzustellen, dass Letztere mit einer optimalen Mundhygiene wesentlich eingeschränkt werden kann.




Literatur:

Jéquier E. Carbohydrates as a source of energy. Am J Clin Nutr. 1994;59(3 Suppl):682S-685S. doi:10.1093/ajcn/59.3.682S

Ravichandran M, Grandl G, Ristow M. Dietary Carbohydrates Impair Healthspan and Promote Mortality. Cell Metab. 2017;26(4):585-587. doi:10.1016/j.cmet.2017.09.011

Latest Articles

Folgt uns auf Facebook!

Fokus Kinder

- Advertisement -

Related Articles

Autismus-Spektrum-Störungen beeinträchtigen das Sozialverhalten

Autismus-Spektrum-Störungen beeinträchtigen das Sozialverhalten und führen zu begrenzten, sich wiederholenden und stereotypen Verhaltensweisen. Unter dem Strich umfassen Autismus-Spektrum-Störungen eine Gruppe von neuronalen Entwicklungsstörungen mit Beeinträchtigungen...

Warum manche Kinder seltener eine Neurodermitis bekommen

Forscher konnten in aktuellen Studien eindrucksvoll nachweisen, dass Kinder seltener Neurodermitis bekommen, wenn im häuslichen Umfeld auch Haustiere wie Katzen leben. Unter dem Strich bekommen...

Depressionen bei Kindern und im Jugendalter erkennen

Traurigkeit ist häufig ein Anzeichen für Depressionen bei Kindern: Bis zu 2,5 Prozent der Kinder und bis zu 8,3 Prozent im Jugendalter leiden daran,...