Donnerstag, Juni 13, 2024

Gesättigte Fettsäuren schaden dem Herz

Gesättigte Fettsäuren könnten direkte Herzschäden hervorrufen, so das Ergebnis kanadischer Untersuchungen.

Dass Olivenöl gegenüber tierischen Fetten als wesentlich gesünder gilt, ist allgemein bekannt. Aus Pflanzen gewonnenes Öl besteht zum größten Teil aus ungesättigten Fettsäuren, während tierische Fette besonders viele gesättigte Fettsäuren enthalten.

Nach einer Mahlzeit, sind Kohlenhydrate die primäre Energiequelle für das Herz. Bei kohlenhydratreduzierter Kost gelten allerdings freie Fettsäuren als Hauptenergieproduzenten. Dabei ist bekannt, dass sich gesättigte Fette schädlich auf das Herz auswirken. Ihr direkter Einfluss auf den Herzmuskel wurde aber erst vor kurzem erforscht.

Während gesättigte Fettsäuren über zytotoxische Effekte verfügen, sind ungesättigte Fettsäuren nicht nur harmlos, sondern verleihen zudem Schutz gegen jene Schäden, die durch gesättigte Fette zustande kommen. Eine Forschungsgruppe des Montreal Heart Institute in Kanada, unter der Leitung von Dr. Nicolas Bousette, untersuchte erstmals den direkten Einfluss von Palmitat und Ölsäure auf primäre Kardiomyozyten.

Laut bisherigen in vitro Zellstudien, führen gesättigte Fettsäuren zum Zelltod, und zwar durch sogenannten ER (Endoplasmatisches Retikulum)-Stress, ein zellulärer Prozess, der wichtige eine Rolle in der Entstehung diverser Erkrankungen spielt. Laut einer aktuellen Publikation, die soeben in der online Ausgabe von Endoplasmic Reticulum Stress in Diseases veröffentlicht wurde, bestehen bei der Ansammlung gesättigter und ungesättigter Fette in den Herzmuskelzellen gravierende Unterschiede.

Zudem zeigt die Studie, dass gesättigte Fettsäuren durch die ER-Stress Antwort zum Zelltod führen. Ungesättigte Fettsäuren hingegen, schützen diese Zellen vor genau diesen Schäden.

Zieht man die primäre Rolle des Fettstoffwechsels in der Entwicklung von Diabetes Typ-2 in Betracht, könnten diese Erkenntnisse auf eine mögliche Rolle gesättigter Fettsäuren in der Entstehung von Herzerkrankungen bei Diabetes Patienten hinweisen. Die aktuellen Ergebnisse und weitere Untersuchungen in diese Richtung könnten unser Verständnis hinsichtlich der möglichen Verbindung zwischen der Fettsäure-Akkumulation in Kardiomyozyten und der Entstehung diabetischer Kardiomyopathie erweitern.

Quelle zur Studie mit gesättigte Fettssäuren: http://www.degruyter.com/view/j/ersc.2015.2.issue-1/ersc-2015-0004/ersc-2015-0004.xml?format=INT

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