Freitag, Juli 12, 2024

Gehirn-Immunsystem mit Mikroimmuntherapie stärken

Viele Menschen wissen nicht, dass es ein eigenes Gehirn-Immunsystem gibt, das bei Alzheimer-Patienten eine Überreaktion zeigt.

Anlässlich des Welt-Alzheimer-Tags hob die Medizinische Gesellschaft für Mikroimmuntherapie (MeGeMIT) die zunehmende Bedeutung der Alzheimer-Prävention hervor. Das sogenannte Gehirn-Immunsystem überreagiert bei Alzheimer-Patienten, die Mikroimmuntherapie kann ihrerseits helfen, das Gehirn-Immunsystem wieder ins Gleichgewicht bringen.

Zu den Hauptrisikofaktoren von Alzheimer-Demenz zählt das Alter. Bedingt durch den demografischen Wandel und die damit einhergehende steigende Lebenserwartung werden bis 2030 etwa 2,5 Millionen Menschen von dieser neurodegenerativen Erkrankung betroffen sein. Neuere Forschungen zeigen insbesondere bei Entzündungsprozessen (Neuroinflammation) im Gehirn den Zusammenhang zwischen Alzheimer und dem Immunsystem auf. Im Gehirn gibt es bestimmte Fresszellen, sogenannte Mikroglia, die normalerweise nicht nur Krankheitserreger vernichten, sondern auch Zellmüll beseitigen.

„Bei Alzheimer-Patienten sind diese Fresszellen allerdings überaktiv und schütten Zytokine aus. Diese Immunbotenstoffe rufen im Nervengewebe eine Entzündungsreaktion, eine Neuroinflammation, hervor“, sagt Dr. Andrea Stecher-Schilling, Mitglied der Medizinischen Gesellschaft für Mikroimmuntherapie (MeGeMIT).

Auf Dauer können die Mikroglia die Eiweiße nicht schnell genug entfernen, so dass sich immer mehr Proteine im Gehirn ansammeln. Diese sogenannten Plaques stellen ein typisches Zeichen der Erkrankung dar. „Die Mikroimmuntherapie unterstützt das Immunsystem bei der Beseitigung von Zellmüll, der Alzheimer mitverursacht, indem die Entzündungsprozesse gezielt reguliert werden“, erklärt Dr. Stecher-Schilling. Dabei kommen unter anderem Immunbotenstoffe (Zytokine) zum Einsatz, die Störungen und Fehlleitungen des Immunsystems ausgleichen.

Alzheimer-Prävention mittels Mikroimmuntherapie

Immer mehr Menschen erkranken an einer Demenz, Tendenz steigend. Bisher sind Demenzerkrankungen, zu denen auch die Alzheimer-Demenz zählt, nicht heilbar. Zwei Drittel aller Erkrankungen entfallen auf Alzheimer. „Zur Verzögerung oder sogar Verhinderung einer Alzheimer-Demenz ist eine frühzeitige Kontrolle der Risikofaktoren wie Cholesterin, Bluthochdruck oder Diabetes dringend notwendig“, erklärt Dr. Stecher-Schilling. Zusätzlich dient als Alzheimer-Prävention eine gesunde Lebensweise, die ausgewogene Ernährung und ausreichend Bewegung beinhaltet. „So wie man das Immunsystem bei Erkältungen stärken kann, lässt sich auch das Immunsystem des Gehirns mithilfe der Mikroimmuntherapie gegen Alzheimer wappnen“, ergänzt Dr. Stecher-Schilling.

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