Dienstag, Februar 20, 2024

Essenzielle und nichtessenzielle Aminosäuren: Unterschiede und Funktionen

Der Körper muss essentielle Aminosäuren extern aufnehmen, und im Unterschied dazu kann er Nichtessentielle Aminosäuren selbst produzieren.

Essentielle und nichtessentielle Aminosäuren leisten neben Vitaminen und Spurenelementen einen wesentlichen Beitrag für die Erhaltung unserer Gesundheit. Dabei sollten verschiedene Aminosäuren sowohl die humorale als auch die zelluläre Abwehr unterstützen. Wobei essentielle und nichtessentielle Aminosäuren für ein intaktes Immunsystem unbedingt erforderlich sind. Nichtessenzielle Aminosäuren können vom Organismus selbst produziert werden, im Unterschied zu essentiellen Aminosäuren, die der Körper extern aufnehmen muss. Im Folgenden werden einige einzelne Aminosäuren mit ihren Funktionen fokussiert.

 

Essenzielle und nichtessenzielle Aminosäuren

Arginin

Die nichtessentielle Aminosäure Arginin stellt die Ausgangssubstanz für den Signalstoff Stickoxid (NO) dar. Makrophagen produzieren Stickoxid in großen Mengen, wodurch der Kampf gegen diverse Erreger unterstützt wird. Daher stärkt Arginin zum einen die Immunkompetenz als Lieferant von NO, zum anderen trägt es zur Anregung der Aktivität und Neubildung der Lymphozyten bei.


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Cystein

Da die Glutathion-Synthese in wesentlicher Abhängigkeit zum Cystein-Angebot steht, stellt die nicht-essentielle Aminosäure Cystein eines der wichtigs­ten Moleküle für die Immunregulation dar. So kommt es in Folge eines Cystein- bzw. Glutathion-Mangels zu einer deutlichen Erhöhung der Infekt­anfälligkeit.

 

Glycin

Erst die letzten Jahre lieferten Hinweise über die bedeutsame immunmodulierende Wirkung der nicht-essentiellen Aminosäure Glycin. Sie hat die Fähigkeit, entzündliche Prozesse in ihrer Intensität zu verringern. Daraus ergibt sich speziell in Bezug auf die Abschwächung überschießender Immun­reaktionen ein wichtiger Nutzen.

 

Glutamin

Glutamin gilt als ein Hauptenergiesubstrat der Immunzellen sowie auch des Darmtraktes. Eine mangelhafte Glutamin-Versorgung stört die Funktionsfähigkeit des Dünndarms sowie die Aktivität des Immunsystems. In Folge kommt es einerseits zur deutlichen Verzögerung der Botenstoffsynthese und andererseits zur reduzierten Neubildung der Immunzellen.

 

Histidin

Histidin zählt als semi-essenzielle Aminosäure zu den basischen und aromatischen organischen Verbindungen, kann vom Körper nicht selbst hergestellt werden und muss somit mit der Nahrung aufgenommen werden.

Eine gute Nahrungsquelle für die Aminosäure sind proteinreiche Lebensmittel wie Rindfleisch, Lachs, Hühnereier, Walnüsse oder auch Kuhmilch. Daneben gibt es auch die Möglichkeit, dem Körper L-Histidin über Nahrungsergänzungsmittel zuzuführen.

Histidin übernimmt im menschlichen Organismus eine Vielzahl an Funktionen und ist für den Menschen vor allen Dingen in Zeiten der Genesung und auch während des Wachstums von großer Bedeutung.



 

Lysin

Lysin ist eine essentielle Aminosäure. Wobei der Körper eine ausgewogene und gesunde Ernährung benötigt, um ausreichend L-Lysin zu erhalten. Vor allem tierische Eiweiße beispielsweise Eier und Fleischproteine sowie Milch unterstützen eine notwendige Versorgung. Übrigens leiden Vegetarier oftmals stark unter Lysin-Mangel. Denn in vielen Getreideprodukten fehlt das Lysin oder ist nur in sehr geringen Mengen enthalten.

 

Tryptophan

Tryptophan ist eine essenzielle Aminosäure und kommt als bedeutender Bestandteil von Proteinen und Peptiden vor. Sehr gute Lieferanten für Tryptophan sind vor allem Schweine- und Hühnerfleisch sowie Weizen und Hühnereier.

Unser Körper baut L-Tryptophan zu Serotonin um und erhöht so den Serotonin-Spiegel. Dadurch verursacht diese Aminosäure stimmungsaufhellende und beruhigende, aber auch gewichtsreduzierende Wirkung. L-Tryptophan unterstützt weiters den Organismus auch bei der Proteinsynthese und wirkt schmerzlindernd.

 

Asparagin

Asparagin kommt als proteinogene Aminosäure beispielsweise im Spargel vor, der auch Namensgeber ist. Getreide, Kartoffeln und Hülsenfrüchte liefern ebenfalls große Mengen dieser Aminosäure.

Asparagin regt die Nierenproduktion an und fördert so die Entgiftung des Körpers. Es wirkt harntreibend, blutreinigend und ist auch wichtig beim Abbau von Alkohol im Blut und entlastet so die Leber.




Literatur:

Halder R, Jana B. Exploring the Role of Hydrophilic Amino Acids in Unfolding of Protein in Aqueous Ethanol Solution [published online ahead of print, 2020 Aug 28]. Proteins. 2020;10.1002/prot.25999. doi:10.1002/prot.25999

Davidson JA. Amino Acids in Life: A Prebiotic Division of Labor. J Mol Evol. 2019;87(1):1-3. doi:10.1007/s00239-018-9879-z

Wu G. Functional amino acids in nutrition and health. Amino Acids. 2013;45(3):407‐411. doi:10.1007/s00726-013-1500-6

Amino acids. Curr Protoc Immunol. 2001;Appendix 1:. doi:10.1002/0471142735.ima01bs17

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