Sonntag, Juli 7, 2024

Pflanzliche Mittel für Blase und Prostata

Pflanzliche Mittel (Heilpflanzen) unterstützen uns seit jeher gegen Beschwerden der Prostata und der Blase, wie einer Blasenentzündung.

Seit vielen Jahrhunderten wird die Heilkraft pflanzlicher Mittel für Blase und Prostata sehr geschätzt. Man setzt sie bei Harnwegsinfekten (Blasenentzündung, ­Entzündungen der ableitenden Harnwege) und bei Prostata-Beschwerden ein. Beispielsweise haben sich antibakteriell wirkende Heilpflanzen wie Bärentrauben- und Preiselbeerblätter als hervorragende Mittel gegen Bakterien und andere Krankheitserreger bewährt. Eine andere Gruppe hilft bei Harnwegs­erkrankungen, indem sie die Ausscheidung von Harn fördert (sogenannte wasser- oder harntreibende ­Effekte).

Ihre bekanntesten Vertreter sind ­Birkenblätter und Goldrutenkraut, die eine gründliche und regelmäßige Durchspülung der ableitenden Harnwege unterstützen. Wichtig ist deswegen: gleichzeitig viel trinken, damit die ­zusätzliche ­Durchspülung gut funktioniert. Die wichtigsten pflanzlichen Arzneimittel bei Prostatabeschwerden sind ­Sägepalmenfrüchte und Brennnessel­wurzel. Sie wirken ausgezeichnet gegen Beschwerden beim Wasserlassen und ­häufigem Harndrang.

Die Sägepalme (Serenoa ­repens) kommt vor allem im ­Südosten der USA, allen voran an den Küsten Floridas, vor. Das pflanzliche ­Arzneimittel zeigt als Sägepalmenextrakt – aus reifen, getrockneten Sägepalmenfrüchten – bei ­gutartiger Prostatavergrößerung exzellente Wirkung. Es kommt zur Verbesserung der Symptome wie den typischen Entleerungsstörungen, Schmerzen beim Wasserlassen sowie nächtlichem oder ­plötzlich auftretendem Harndrang.

 

Pflanzliche Mittel für Beschwerden von Blase (Blasenentzündung) und Prostata

Bärentraubenblätter zählen aufgrund ihrer ­antibakteriellen Wirkungen seit mehr als 1000 Jahren zu den wichtigsten Heilpflanzen bei Harnwegsinfekten. Sie töten die Bakterien ab, beseitigen effizient die Ursachen für die Entzündung und helfen, dass die Beschwerden schnell gelindert werden.

Birkenblätter des schönen, grünen, bis 30 Meter hohen ­Birkenbaums reinigen und spülen sanft die Harnwege durch. Die harntreibenden Blätter regen die Nierenfunktion an, sodass das ­Wasser und mit ihm Krankheitserreger aus dem ­Körper gespült werden können.

Goldrutenkraut blüht in den Sommer­monaten in prächtigen ­goldenen Farben und wird nachweislich seit dem 13. Jahrhundert ­erfolgreich bei Blasen- und Nieren- leiden eingesetzt. Die Blütenköpfchen und die Blätter enthalten den größten Teil der nierenanregenden und ­harntreibenden Inhaltsstoffe.

Die Brunnenkresse wirkt harntreibend, aber auch blutreinigend und magenstärkend. Sie enthält zahlreiche Mineralstoffe wie Jod und Eisen und ist reich an Vitamin A und Vitamin C.

Brennnesselblätter haben einen leicht harntreibenden Effekt und lindern bei gutartiger Prostatavergrößerung Beschwerden beim Wasserlassen. Früher galt sie als Symbol für den Blitzgott, dessen Strahl ebenfalls brennt und sengt.

Preiselbeerblätter wirken ebenfalls antibakteriell, nur etwas schwächer als die Bärentrauben­blätter. Die Abkochung der ­Blätter ist aber magenschonender und schmeckt viel besser als ein Tee mit Bärentraubenblättern.


Literatur:

Cicero AFG, Allkanjari O, Busetto GM, et al. Nutraceutical treatment and prevention of benign prostatic hyperplasia and prostate cancer. Arch Ital Urol Androl. 2019;91(3):10.4081/aiua.2019.3.139. Published 2019 Oct 2. doi:10.4081/aiua.2019.3.139

Ballabh B, Chaurasia OP, Ahmed Z, Singh SB. Traditional medicinal plants of cold desert Ladakh-used against kidney and urinary disorders. J Ethnopharmacol. 2008;118(2):331‐339. doi:10.1016/j.jep.2008.04.022

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