Netzwerk Brustkrebs erhält Claudia von Schilling-Preis

Netzwerk Brustkrebs – sechs und künftig sieben Brustzentren – erhält den mit 20.000 Euro dotierten Claudia von Schilling-Preis.

Den alljährlich verliehenen Claudia von Schilling-Preis bekommen in diesem Jahr Mediziner und Wissenschaftler aus derzeit sechs und künftig sieben Kliniken in Hannover und in der Umgebung, die mit einer umfangreichen Datensammlung aus den beteiligten Brustzentren die Grundlagen für die Verbesserung der Diagnose und der Therapie des Brustkrebses (Mammakarzinom) schaffen. Ein Team der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) hatte dieses „Netzwerk Brustkrebs“ schon im Jahr 2011 ins Leben gerufen; inzwischen gehören die Brustzentren an folgenden Kliniken dazu: Diakovere-Krankenhäuser, Klinikum Region Hannover, Sana Klinikum Hameln-Pyrmont, Helios Hildesheim sowie das Agaplesion ev. Klinikum Schaumburg. Auch das Vinzenzkrankenhaus in Hannover wird in Zukunft an dem Netzwerk teilnehmen.

Die Claudia von Schilling Stiftung mit Sitz in Hannover, die seit Jahren die Brustkrebsforschung fördert, vergibt ihre mit 20.000 Euro dotierte Auszeichnung für den Aufbau, die Organisation und den Betrieb des Netzwerkes. Das Preisgeld soll die weitere Arbeit des Netzwerkes unterstützen. „Nach Auffassung der Stiftung und des begleitenden wissenschaftlichen Kuratoriums steht dieses Netzwerk für eine einzigartige kollegiale Zusammenarbeit im Dienste der Patientinnen, weil sich die sonst grundsätzlich konkurrierenden Klinikbetriebe von wirtschaftlichen Interessen losgelöst haben“, sagt Dr. Wolfgang Dieckmann, Vorsitzender des Vorstands der Claudia von Schilling Stiftung.

Die Preisverleihung findet am Mittwoch, 11. Januar 2017, um 18 Uhr im Festsaal des Alten Rathauses Hannover im Rahmen der Veranstaltung „Hannoversches Wintersymposium: Neues aus San Antonio“ der MHH-Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe statt. „Ziel des Netzwerkes ist, die Brustkrebstherapie zu vereinheitlichen und zu verbessern. Dazu sollen Daten von insgesamt mehr als 4.000 Brustkrebspatientinnen ausgewertet werden“, sagt Professor Dr. Peter Hillemanns, der diese Klinik leitet. „Wir ermitteln, was den Erfolg einer Brustkrebsbehandlung beeinflusst, denn das können neben der genauen Einhaltung der Therapie auch epidemiologische und familiäre Faktoren sein“, erläutert Dr. Thilo Dörk-Bousset, der das Netzwerk mit Professorin Dr. Tjoung-Won Park-Simon initiiert hatte. Frühere Studien gaben Hinweise, dass genetische Faktoren vermutlich nicht nur die Erkrankungswahrscheinlichkeit, sondern auch den Therapieerfolg mit bestimmen. „Die Ermittlung von Daten, die den Therapieerfolg ermessen lassen, ist ein wesentlicher Schritt auf dem Weg zu einer maßgeschneiderten Brustkrebsbehandlung“, sagt Professorin Park-Simon.

Die Wissenschaftler haben beispielsweise schon erfassen können, wie hoch der Anteil an Migrantinnen im Großraum Hannover ist, die an Brustkrebs erkranken, ob Früherkennungsangebote wahrgenommen werden und ob sich die Annahme solcher Angebote zwischen Einheimischen und Migrantinnen unterscheidet. Die Ergebnisse werden schon sehr bald der Öffentlichkeit bekannt gegeben. Die Daten aus der Netzwerk-Studie werden auch in internationale Studien eingehen, an denen sich die MHH-Frauenklinik seit Jahren beteiligt und die dazu dienen, genetische Faktoren zu erfassen, die Frauen anfälliger für Brustkrebs machen.

Das regionale Netzwerk stellt deutschlandweit die meisten Daten zur Verfügung, bisher stammen sie von 3.000 Patientinnen, das sind zwei- bis dreimal mehr als andere etablierte deutsche Zentren. Darüber hinaus erhöht es die Qualität der Studie sehr, dass die Daten gemäß der Hypothese erhoben werden und nicht bereits vorhandenes Datenmaterial rückblickend ausgewertet wird.

Weitere Informationen erhalten Sie unter www.mh-hannover.de

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