Zufallsbefund Harnblasenkrebs: bei Männern häufiger als bei Frauen

Harnblasenkrebs, häufig Zufallsbefund, ist der zweithäufigste urologische Krebs, wobei Männer fast dreimal so oft betroffen sind.

Unter dem Strich ist Harnblasenkrebs bei Frauen und Männern die zweithäufigste Tumorerkrankung in der Urologie. Männer sind dabei fast dreimal so oft betroffen wie Frauen. Das durchschnittliche Erkrankungsalter beträgt bei Männern 72 Jahre, bei Frauen etwa 74 Jahre, aber auch jüngere Menschen beiderlei Geschlechts können erkranken. Blasenkrebs ist übrigens die vierthäufigste Krebsart des Mannes.

 

Harnblasenkrebs früh erkennen

Im Grunde genommen bleibt Harnblasenkrebs jedenfalls oft lange Zeit unerkannt. Denn der Tumor wächst zunächst in der Blase ohne charakteristische Symptome und es gibt bezüglich Screening kein gesetzliches Früherkennungsprogramm.

Mögliche Symptome wie Blut im Urin, Schmerzen oder Störungen beim Wasserlassen treten oft erst spät auf. Wobei diese Beschwerden unspezifisch sind und auch gänzlich andere Ursachen haben können. Häufig wird der Tumor deswegen als Zufallsbefund etwa bei einer Ultraschalluntersuchung entdeckt. Überwiegend geschieht das in frühen Stadien. Dennoch sind etwa 25 bis 30 Prozent der Tumore bei Diagnose-Stellung nicht mehr oberflächlich, sondern bereits in die Blasenmuskulatur eingewachsen oder haben auf andere Organe übergegriffen.

 

Diagnostik – Screening – Früherkennung

Diverse Blasenkrebs-Schnelltests sind noch nicht dementsprechend ausgereift, dass sie sich für ein generelles Screening in der Bevölkerung eignen. Schnelltests auf urinlösliche Blasenkrebs-Marker können bei der Früherkennung dennoch die Diagnostik unter Umständen ergänzen.

Wichtiger ist laut Experten eine risikoadaptierte Früherkennung für Personen, die stärker gefährdet sind – wobei die Methoden zur Früherkennung von Harnblasenkrebs in die Hände eines erfahrenen Urologen gehören. Der kann mittels Blasenspiegelung eine sichere Diagnostik einsetzen.

 

Welche Personen ein erhöhtes Harnblasenkrebs-Risiko haben

Hauptrisikofaktor für Harnblasenkrebs ist Tabakkonsum –  bis zu 70 Prozent aller Blasenkrebs-Erkrankungen sind auf das Zigarettenrauchen zurückzuführen. Auch der, meist berufliche, Kontakt mit krebserregenden Stoffen, wie aromatischen Aminen, die in der Gummi-Industrie, in Farben und in der chemischen und pharmazeutischen Industrie zum Einsatz kommen, erhöht das Risiko. Daher wird Blasenkrebs zum Teil auch als Berufskrankheit anerkannt.

Chronische Harnwegsinfekte und bestimmte Medikamente sind weitere Risikofaktoren. Familiäre Häufungen werden beobachtet, ebenfalls gibt es Hinweise auf genetische Faktoren bei der Entstehung von Harnblasenkrebs.


Quelle: Berufsverband der Deutschen Urologen e.V. (BDU

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