Dienstag, Juli 2, 2024

Wurzelbehandlung in der Schwangerschaft nur bei starken Schmerzen

Nur bei starken Schmerzen sollte eine Wurzelbehandlung in der Schwangerschaft erfolgen, denn jede Zahnbehandlung birgt Gefahren für das ungeborene Kind.

Wurzelkanalbehandlungen sind zahnärztliche Behandlungen, bei denen Zähne mit entzündetem Zahninneren oder bakteriellen Infektionen behandelt werden sollen. Der Zahnarzt muss eine Wurzelbehandlung auch in der Schwangerschaft durchführen, wenn solche akuten Entzündungen auftreten oder chronische Infektionen plötzlich starke Schmerzen verursachen sollten.

 

Wurzelbehandlung in der Schwangerschaft vermeiden

Ein Zahnarzt sollte bei Kinderwunsch die Zähne der betroffenen Frau gründlich untersuchen, um eine Wurzelbehandlung in der Schwangerschaft zu vermeiden. So können bestehende Karies und Entzündungen an den Wurzelspitzen rechtzeitig erkannt und eine Behandlung vor Beginn der Schwangerschaft durchgeführt werden.

Experten der Deutsche Gesellschaft für Endodontologie und zahnärztliche Traumatologie e.V. empfehlen, eine Wurzelbehandlung beziehungsweise Zahnbehandlungen bei Schwangeren zu vermeiden.

Zahnärzte sollten nur bei akuten Schmerzen beziehungsweise unbedingt notwendigen zahnärztlichen Eingriffen tätig werden. Schließlich sollten sie weitere Behandlungen in die Zeit nach Schwangerschaft und Stillzeit verschieben.

Während der Schwangerschaft sollte man eine Wurzelbehandlung nur in dringendsten Fällen durchführen. Das ungeborene Kind ist besonders während des ersten Trimesters der Schwangerschaft sehr gefährdet, und das Risiko einer Fehlgeburt ist in diesem Zeitraum erhöht. Außerdem können Röntgenstrahlen und verwendete Wirkstoffe es zu einer Schädigung des Fötus führen.

 

Wenn eine Wurzelbehandlung in der Schwangerschaft unbedingt sein muss

Auch trotz vorheriger zahnärztlicher Untersuchung können spontan starke Zahnschmerzen während einer Schwangerschaft auftreten, die eine Wurzelbehandlung unvermeidbar machen. Das Problem besteht darin, dass für eine Wurzelbehandlung das Anfertigen von Röntgenbildern ein wichtiger Schritt ist. Denn nur so kann man die Qualität der Wurzelbehandlung abschließend beurteilen.

Sollte eine Wurzelbehandlung in der Schwangerschaft notwendig werden, wird empfohlen, diese während des 2. Trimesters durchzuführen. Zur Bestimmung der Arbeitslänge wird die Verwendung von Endometrie-Geräten empfohlen, um das Anfertigen von Röntgenbildern zu vermeiden.

Experten empfehlen eine notwendige Wurzelbehandlung während des 2. Trimesters.

Die Wurzelkanäle können erweitert und anschließend eine medikamentöse Einlage in die Wurzelkanäle eingebracht werden. So kann die Wurzelkanalfüllung für einige Zeit hinausgezögert und nach dem Ende der Schwangerschaft durchgeführt werden.

Ebenfalls ist es sinnvoll, medikamentöse Einlagen, die Tetrazyklin enthalten, während der Schwangerschaft zu vermeiden.

 

Schmerzen und Antibiotika

Gegen die Schmerzen ist eine Anästhesie auch während der Schwangerschaft möglich. Ebenso können beispielsweise Ibuprofen und Paracetamol zur Schmerzlinderung eingenommen werden, doch das mit großer Vorsicht. Hier muss der Arzt entscheiden, auch zur Kombination Paracetamol und Diclofenac gibt es gute Erfahrungen.

Eine Antibiotikagabe ist bei dringender Indikation möglich, allerdings sollten hier ebenfalls keine Tetrazykline verabreicht werden, da diese zu Zahnverfärbungen beim ungeborenen Kind führen können.

 

Fazit

Unter dem Strich ist eine Wurzelbehandlung in der Schwangerschaft bei dringenden Fällen möglich. Um das aber zu vermeiden, wird eine gründliche zahnärztliche Untersuchung beispielsweise vor einer geplanten Schwangerschaft empfohlen, um das Entstehen von Schmerzen während der Schwangerschaft zu vermeiden. Wobei alle zahnärztlichen Eingriffe und Medikamente sowie das Röntgen ein Risiko für das Kind darstellen.

Da das Anfertigen von Röntgenbildern wichtig ist für eine qualitativ hochwertige Wurzelkanalbehandlung, sollte die Wurzelfüllung erst nach Beendigung der Schwangerschaft erfolgen, wenn das Anfertigen von Röntgenbildern wieder möglich ist. Eine Beseitigung der Schmerzen ist durch eine ausreichende Desinfektion und Präparation der Wurzelkanäle jedoch in den meisten Fällen möglich.


Literatur:

Sophia Kurien, Vivekanand S Kattimani, Roopa Rani Sriram, Sanjay Krishna Sriram, Prabhakara Rao V K, Anitha Bhupathi, Rupa Rani Bodduru, Namrata N Patil. Management of Pregnant Patient in Dentistry. J Int Oral Health. 2013 Feb; 5(1): 88–97. Published online 2013 Feb 26.

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