Donnerstag, Juni 13, 2024

Wirkung von Orangenblüten und Orangenschale auf Haut und Psyche

Orangenschale und Orangenblüten haben positive Wirkung für die Psyche, vor allem Orangenblütenöl und Orangenblütenwasser sind sehr gut für die Haut.

Gerade unsere schnelllebige Zeit verlangt ein Innehalten und Abkoppeln vom Stress im Alltag. Entspannungspause wirken seelisch ausgleichend und fördern die körperliche Gesundheit. Die Natur bietet verschiedene Pflanzen mit beruhigender Wirkung, die als Teedrogen, ätherische Öle und Pflanzenextrakte eine bewusste Entspannung ideal unterstützen. Die Wirkung von Anwendungen aus Orangenschalen und Orangenblüten, hier speziell das Orangenblütenöl, gelten als bewährte Mittel gegen Nervosität sowie zur Entspannung gegen Prüfungs- und Alltagsstress. Besonders beliebt in Pflege und Kosmetik ist das Orangenblütenwasser sowie schon etwas länger das Orangenblütenöl. Denn vor allem die Orangenblüten sollen mit ihrem Orangenblütenöl Neroli sowie dem Orangenblütenwasser eine sehr gute Wirkung für eine schöne, duftende Haut bringen.

 

Positive Wirkung der Orangenblüten: Orangenblütenwasser und Orangenblütenöl für die Haut

Unter dem Strich hat das Orangenblütenöl Neroli neben seiner bekannten beruhigenden Wirkung spätestens seit seiner Namensgeberin Anna Maria, Prinzessin von Nerola, einer italienischen Prinzessin im 17. Jahrhundert, einen ausgezeichneten Ruf als Parfüm und wegen seiner hautpflegenden Eigenschaften. Übrigens ist Neroli ein wichtiger Bestandteil des originalen Kölnisch Wassers.

Aus den händisch gepfückten Orangenblüten entsteht durch Wasserdampfdestillation das ätherische Orangenblütenöl Neroli. Für einen Liter Öl braucht man dazu Tausend Kilogramm Blüten. Nicht zuletzt deswegen zählt Orangenblütenöl zu den teuersten ätherischen Ölen.

Das Neroliöl eignet sich hervorragend Hautpflege, denn es unterstützt auch die Regeneration der Haut. Da es die Haut nicht reizt, empfiehlt es sich auch zur Pflege und Zusatzbehandlung bei empfindlicher Haut und entzündlichen Hauterkrankungen. Sicherheitshalber sollte aber eine Absprache mit Spezialisten erfolgen.

Als Nebenprodukt der Destillation entsteht Orangenblütenwasser, dessen Duft belebende Wirkung entfaltet und die Lebensfreude weckt. Weiter eignet sich Orangenblütenwasser sehr gut als Gesichtswasser und zur Rasur, vor allem für sensible und trockene Haut.

Das Orangenblütenwasser hat rückfettende Eigenschaften und spendet besonders der trockenen Haut Feuchtigkeit. Die wohltuende Feuchtigkeitspflege hilft gegen gerötete, gereizte und entzündete Haut und wirkt hier beruhigend. Orangenblütenwasser wirkt ausgleichend auf den pH-Wert der Haut und verfeinert die Poren. Es gibt der Haut Feuchtigkeit, wirkt erfrischend und fördert ein schönes, ebenmäßiges Hautteint.

Weitere Einsatzgebiete sind die Haar- und Nagelpflege. Das gilt einerseits gegen trockene Haut an den Fingernägeln. Andererseits unterstützt es die Haare und fördert kräftiges, glänzendes Haar.

 

Ätherisches Öl aus Orangenschale und Orangenblüten zur Beruhigung und für die Verdauung

Die unbehandelte Orangenschale und die getrockneten Blütenknospen werden wegen des ätherischen Öls auch medizinisch verwendet. Das Öl enthält Monoterpene (Limonen, Linalool, Nerol, Geraniol uam.), Bitterstoffe und Flavonoide. Die beruhigende Wirkung des Heilmittels wird diesen ätherischen Inhaltsstoffen zugeschrieben, für die Gallenfluss fördernde Wirkung sollen die Bitterstoffe verantwortlich sein.

In der Volksmedizin kommt das ätherische Öl als mild wirkendes Sedativum bei Nervosität und Schlafstörungen angewendet. Das Orangenblütenöl, Neruli, ist auch bei Schülern und Studenten ein beliebtes, effektives Prüfungsöl und unterstützt einen gesunden Schlaf. Bewährt haben sich vor allem Aroma-Mischungen mit ätherischem Lavendel- und Mandarinenöl. Neueste Studien konnten übrigens zeigen, dass eine Aromatherapie mit ätherischen Ölen aus Lavendel und Orangen auch gegen Müdigkeit und Abgeschlagenheit hilft.

Neroliöl gilt bei Angst und Schockzuständen zudem in der Bachblütentherapie als Notfallmedikation. Das soll bereits Napoleon gewusst haben, der es bei Feldzügen gegen Angst und Schüchternheit einsetzte. Das stark verdünnte ätherische Öl soll unter die Nase gehalten auch die Beschwerden nach einem Traumaerlebnis lindern. Der Puls wird in Folge ruhiger.

 

Anwendung als Tee

Für einen Tee werden 1 bis 2 Gramm Orangenblüten mit kochendem Wasser übergossen und nach 5 Minuten durch ein Teesieb abgeseiht. Am Abend helfen 1 bis 2 Tassen zur Schlafförderung getrunken. Orangenschalentee mit seinen Fruchtsäuren und Vitamin C wird zur Appetitanregung und bei leichten Verdauungsbeschwerden getrunken, denn die Bitterstoffe regen den Gallenfluss an.

Orangenschalentee kann man auch selber machen. Um den Tee aus Orangenschalen zu genießen, sollte man die Schalen von Bio-Orangen gründlich waschen und dann trocknen. Die getrockneten Orangenschalen vermischt man dann mit heißem Wasser. Für eine Tasse nimmt man für gewöhnlich einen gehäuften Esslöffel. Schließlich lässt man den Tee dann etwa 10 Minuten ziehen und entfernt dann die Schalen.

Orangenblüten und Orangenschale werden übrigens auch als Ergänzung und Aromaspender in vielen Teegemischen zur Beruhigung und bei Magenbeschwerden beigegeben. Auch in einigen Fertigarzneimitteln zur Beruhigung und Einschlafförderung ist das Heilmittel enthalten.

Übrigens sind keine Neben- oder Wechselwirkungen von Orangenblüten und Orangenschale bekannt. Das Heilmittel sollte wegen des ätherischen Öls aromageschützt aufbewahrt werden.

 

Der Orangenbaum

Bevor die Orangenbäume im 15. Jahrhundert in Europa eingeführt wurden, sind sie in China bereits mehrere Jahrhunderte kultiviert worden. Auch die Araber kannten bereits diese Frucht und es liegt die Vermutung nahe, dass diese die Orangenbäume nach Spanien und Portugal eingeführt haben.

Der Orangenbaum wird 3 bis 5 Meter hoch, ist immergrün und trägt weiße, stark duftende Blüten sowie glänzend grüne Blätter. Er wird in Südeuropa und in subtropischen Klimazonen in Kulturen gezogen. Die Droge wird aus Spanien oder Mexiko importiert.

 

Einsatz in der Ernährung

Die Frucht wird in der Regel als Obst gegessen und zur Saftgewinnung verwendet. Orangenmarmelade ist nicht nur in Großbritannien sehr beliebt. Die Schale und das in ihr enthaltene ätherische Öl werden zur Aromatisierung von Lebensmitteln eingesetzt. Aus der getrockneten Schale wird mit viel Zucker das Orangeat gekocht und kommt gerade zur Adventszeit in den Handel. Orangenblütenwasser wird in Nordafrika zum Aromatisieren von sehr süßen Desserts verwendet. Bei uns geben Orangenblüten oder Orangenschale Tee oder Punsch auf Rotweinbasis ein besonderes Aroma.


Literatur:

Sharare Ahmady, Mansour Rezaei, Alireza Khatony. Comparing effects of aromatherapy with lavender essential oil and orange essential oil on fatigue of hemodialysis patients. A randomized trial. Complementary Therapies in Clinical Practice. Volume 36, August 2019, Pages 64-68

Geraci A, Di Stefano V, Di Martino E, Schillaci D, Schicchi R. Essential oil components of orange peels and antimicrobial activity. Nat Prod Res. 2017;31(6):653-659. doi:10.1080/14786419.2016.1219860

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