Montag, Januar 19, 2026

Mütter von Söhnen haben höheres Risiko für Gestationsdiabetes

Ein männlicher Fötus führt zu einer höheren Stoffwechselveränderungen bei der Mutter, das Risiko eines Gestationsdiabetes ist dabei höher.

Gestationsdiabetes oder auch Schwangerschaftsdiabetes tritt auf, wenn die ausführliche Untersuchung bei einer schwangeren Frau erstmals eine Glucose-Toleranzstörung zeigt. Die meisten betroffenen Frauen haben Bei einem typischen Gestationsdiabetes nach der Geburt wieder ein normaler Zuckerstoffwechsel. Mütter, bei denen Schwangerschafts-Diabetes diagnostiziert wurde, haben allerdings in der Zukunft ein größeres Risiko, an Typ-2-Diabetes zu erkranken. Wobei auch das Geschlecht des Kindes im Mutterleib das Risiko der Entwicklung von Gestationsdiabetes oder auch von Typ-2-Diabetes im späteren Leben der Mutter beeinflussen kann. Das ergab eine unlängst publizierte Studie. Es zeigte sich, dass Frauen, die mit Söhne schwanger waren, eher einen Gestationsdiabetes entwickelten als Frauen, die schwanger mit Töchter waren.

 

Insulinsensitivität sowie Insulinresistenz

Gestationsdiabetes oder Schwangerschaftsdiabetes ist eine Glukosetoleranzstörung, die zum ersten Mal in der Schwangerschaft mit einem Glukosetoleranztest unter standardisierten Bedingungen und qualitätsgesicherter Glukosemessung aus venösem Plasma entdeckt wird. Schwangerschaftsdiabetes wird in den letzten Jahren immer häufiger beobachtet.

Die Pathophysiologie der Erkrankung entspricht größtenteils der eines Typ-2-Diabetes. Allerdings konnte die Forschung bislang die Ursache nicht gänzlich feststellen. Die Wissenschaftler vermuten auch, dass eine ab der 20. Schwangerschaftswoche physiologisch zunehmende Insulinresistenz die präkonzeptionell herabgesetzte Insulinsensitivität verstärkt. Dies kann dann weiters die endogene Insulinsekretion nicht mehr kompensieren.

 

Ursachen und Auslöser

Die Ernährung und das Maß an Bewegung der betroffenen Frauen spielen neben einer erblichen Veranlagung eine bedeutende Rolle bei der Entstehung von Schwangerschaftsdiabetes. Hinzu kommt weiters der veränderte Hormonhaushalt als Risikofaktor. Aufgrund der metabolischen Veränderungen und dem Vorliegen von gleichen Risikofaktoren wie für den Typ-2-Diabetes, wird Schwangerschaftsdiabetes auch als Prä-Typ-2-Diabetes definiert. Zu den Risikofaktoren zählen Alter, Übergewicht, Gestationsdiabetes in vorangegangenen Schwangerschaften, körperliche Inaktivität und Typ-2-Diabetes in der direkten Verwandtschaft.

Entscheidend ist eine frühzeitige Erkennung und Behandlung, da Komplikationen wie rezidivierende Harnwegsinfekte, hohes Risiko für Candida-lnfektionen, Frühgeburt, Fehlbildungen beim Kind, Geburtskomplikationen wie die Schulterdystokie oder eine bleibende Stoffwechselstörung bei der Mutter die Folge sein können.

 

Frauen mit durchgemachten Gestationsdiabetes sind Risiko-Schwangere

Frauen mit durchgemachten Gestationsdiabetes haben ein Risiko von 40 %, bei einer weiteren Schwangerschaft erneut Gestationsdiabetes zu entwickeln. Außerdem haben die Kinder, die intrauterin erhöhten Glukosewerten ausgesetzt sind, ein erhöhtes Risiko für Typ-2-Diabetes und Adipositas.

Schließlich muss jede fünfte Gestationsdiabetikerin sogar Insulin zuführen. Frauen mit einem Insulin-behandelten, Autoantikörper-negativen Gestationsdiabetes haben laut der prospektiven Deutschen Gestationsdiabetes-Studie ein Risiko von 61 %, innerhalb von drei Jahren postpartal einen Typ 2 Diabetes zu entwickeln. Das Risiko ist damit 7- bis 10-fach erhöht gegenüber glukosetoleranten schwangeren Frauen. In einer weiteren Schwangerschaft liegt das Wiederholungsrisiko bei bis zu 50 %. Frauen mit bereits durchgemachten Gestationsdiabetes sind Risiko-Schwangere. Sie sollten in einer Klinik entbinden, die mit Diabetes Erfahrung hat.


Literatur:

Retnakaran R, Shah BR.. Fetal Sex and the Natural History of Maternal Risk of Diabetes during and after Pregnancy. J Clin Endocrinol Metab. 2015 Jul;100(7):2574-80. doi: 10.1210/jc.2015-1763. Epub 2015 May 20.

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