Mikroaggressionen wirken negativ auf die Gesundheit der betroffenen Zielpersonen

Mikroaggressionen stelle eine Form von Aggression und Feindseligkeit seitens der Täter und eine Form aggressiven Verhaltens dar.

Im Grunde genommen bezeichnet man verbale, nonverbale aber auch medial vermittelte Kränkungen, Brüskierungen oder Beleidigungen im Alltag als Mikroaggressionen. Und zwar egal ob sie beabsichtigt oder unbeabsichtigt, feindselig oder abwertend sind. Wobei Mikroaggressionen oder negative Botschaften an Zielpersonen auch deren Gesundheit schädigen kann. Dementsprechend haben vor allem auch permanente Mikroaggressionen beispielsweise im Alltag einer Beziehung von Menschen sehr negative Auswirkungen auf die Gesundheit der brüskierten Zielpersonen.

 

Mikroaggressionen

Übrigens prägte in den 1970er Jahren der US-amerikanische Psychiater Chester Middlebrook Pierce den Begriff Mikroaggression in Bezug auf mit rassistische Beleidigungen. Der afroamerikanische Professor der Harvard Medical School beschrieb damit vor allem die subtilen täglichen rassistischen Untergriffe. in diesem Sinne hat heute die Forschung die schädlichen Auswirkungen von Mikroaggressionen auf die Gesundheit von People of Color anerkannt. Denn rassistische Mikroaggressionen sind eine heimtückische Form des Rassismus mit verheerenden Folgen für die psychische Gesundheit der Zielpersonen. Allerdings haben nicht alle Wissenschaftler dieses Konzept angenommen.

 

Körperliche Auswirkungen von Mikroaggressionen auf die Gesundheit

Unter dem Strich sind vor allem Stress und dessen körperliche Reaktionen direkte Auswirkungen von Mikroaggressionen auf die Gesundheit der Zeilpersonen. Und zwar einschließlich erhöhtem Blutdruck, erhöhter Herzfrequenz und der Ausschüttung bestimmter Hormone wie Cortisol. Eine wichtige negative Auswirkung einer erhöhten Stressreaktion betrifft zudem den Schlaf, vor allem den Tiefschlaf. Schlaf ist wiederum entscheidend für die gesunde physiologische Funktion des Körpers, einschließlich des Immunsystems, der Hormonsysteme und der mentalen Funktion.

 

Fazit

Schließlich gibt es eine entscheidende Frage, die man noch nicht abschließend beantworten konnte. Nämlich was man gegen Mikroaggressionen tun kann. Denn es gibt noch wenige Techniken, um Mikroaggressionen zu verhindern oder bestehende zu stoppen. In der Beziehung von Menschen – sei es in der Partnerschaft, Freundschaft oder auch am Arbeitsplatz – ist es wichtig, dass sich die betroffenen Personen der Problematik Mikroaggressionen bewusst werden. Außerdem gibt es bislang keine empirisch geprüften Methoden, wie man den Schäden durch Mikroaggressionen für die Gesundheit der Zielpersonen entgegenwirken kann.


Literatur:

Burnett-Bowie SM, Zeidman JA, Soltoff AE, Carden KT, James AK, Armstrong KA. Attitudes and Actions Related to Racism: the Anti-RaCism (ARC) Survey Study. J Gen Intern Med. 2022 Feb 14. doi: 10.1007/s11606-021-07385-1. Epub ahead of print. PMID: 35157198.

Williams MT, Skinta MD, Martin-Willett R. After Pierce and Sue: A Revised Racial Microaggressions Taxonomy. Perspect Psychol Sci. 2021 Sep;16(5):991-1007. doi: 10.1177/1745691621994247. PMID: 34498518.

Williams MT. Racial Microaggressions: Critical Questions, State of the Science, and New Directions. Perspect Psychol Sci. 2021 Sep;16(5):880-885. doi: 10.1177/17456916211039209. PMID: 34498523; PMCID: PMC8436293.

Lilienfeld SO. Microaggressions. Perspect Psychol Sci. 2017 Jan;12(1):138-169. doi: 10.1177/1745691616659391. PMID: 28073337.

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