Samstag, Februar 28, 2026

Lesinurad-Allopurinol zur Gicht-Behandlung

Ein neues Medikament mit der Wirkstoffkombination Lesinurad-Allopurinol ist nun für die Gicht-Behandlung – für erwachsene Patienten mit Hyperurikämie – zugelassen.

Die Europäische Kommission ist der positiven Empfehlung des Ausschusses für Humanarzneimittel (Committee for Medicinal Products for Human Use, CHMP) gefolgt und hat die Europäische Marktzulassung für das Gicht-Kombinationspräparat Lesinurad-Allopurinol – Handelsname Duzallo ® – erteilt.

Früher war die Gicht ein leiden der Reichen und Wohlhabenden, heute ist dem nicht mehr so. Die auch als Hyperurikämie bezeichnete Erkrankung zählt zu den entzündlichen rheumatischen Erkrankungen, die neben Erbfaktoren vor allem durch individuell falsche Ernährungsgewohnheiten verursacht wird.

Wobei ein sogenannter Gichtanfall häufig überfallsartig auftritt. Die Betroffenen leiden dann an geschwollenen und schmerzhaften Gelenken, die heiß und gerötet sowie druck- und berührungsempfindlich sind. Dies hat eine sehr stark eingeschränkte Bewegung und natürlich Lebensqualität zur Folge.

Bisher waren die Behandlungsmöglichkeiten, die auf das Haupt-Krankheitsbild – Niereninsuffizienz bei der Ausscheidung von Harnsäure – abzielen, begrenzt. Lesinurad soll gemeinsam mit Allopurinol, das die Produktion von Harnsäure reduziert, zu einem stärkeren Rückgang des Harnsäure-Spiegels führen.

 

Lesinurad-Allopurinol zu Behandlung von Hyperurikämie

Das Lesinurad-Allopurinol-Kombinationspräparat ist nun zugelassen für die Behandlung von Hyperurikämie bei Erwachsenen, bei denen das angestrebte Harnsäure-Niveau mithilfe des Wirkstoffs Allopurinol allein nicht erreicht werden konnte. Lesinurad ist ein relativ neues Urikosurikum für die Gicht-Behandlung. Allopurinol ist ein sehr alter Wirkstoff, der bereits 1977 von der Weltgesundheitsorganisation in die Liste der unentbehrlichen Arzneimittel der WHO aufgenommen wurde.

Grundsätzlich gibt es in der Gicht-Behandlung noch immer einen hohen medizinischen Bedarf. Die Rheuma-Erkrankung beeinträchtigt die Lebensqualität der Patienten beträchtlich, wird nach wie vor zu selten diagnostiziert und insuffizient behandelt. Wobei eine besonders wichtige Rolle die Ernährung bei Gicht einnimmt, um den Beschwerden entgegenzuwirken.

Ein akuter Gichtanfall ist eine sehr schmerzvolle Erfahrung für die Patienten. Durch den Vergleich mit Bevölkerungsgruppen, die nicht von Gicht betroffen sind, bringen verschiedene Studien Gicht und Hyperurikämie auch mit einem allgemein erhöhten Sterblichkeitssrisiko und insbesondere kardiovaskulären Ereignissen in Verbindung.

Noch immer ist die Gicht-Behandlung oft nicht ausreichend, um das Harnsäure-Niveau der Patienten angemessen zu kontrollieren. Das Lesinurad-Allopurinol-Kombinationspräparat soll hier eine deutliche Verbesserung bringen. Allopurinol verringert die Produktion von Harnsäure, Lesinurad erhöht deren Ausscheidung über die Nieren. Dies trägt zu einer besseren Kontrolle des Harnsäure-Niveaus bei. Darüber hinaus hat die Lesinurad-Allopurinol-Wirkstoffkombination den Vorteil, dass die Anzahl der Tabletten reduziert wird, die der  jeweilige Patient einnehmen muss.

Quelle: Grünenthal

EMA-Fachinformation: http://www.ema.europa.eu/docs/de_DE/document_library/EPAR_-_Product_Information/human/004412/WC500254466.pdf

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