Donnerstag, Juni 13, 2024

Erkältungsviren: Erkältungskrankheiten und Atemwegsinfekte behandeln

Erkältungsviren wie Parainfluenza-, Rhino-, Adeno-, Entero-, Corona- und Metapneumoviren verursachen Erkältungskrankheiten und Atemwegsinfekte, mit Antibiotika behandeln ist sinnlos.

Unter dem Strich treten bei kaltem Wetter verstärkt Erkältungskrankheiten beziehungsweise Infektionen der Atemwege auf. Wobei nur etwa 20 Prozent der Atemwegsinfekte eine bakterielle Ursache haben. Es kann jedoch auch bei einer viral bedingten Erkältungskrankheiten zu einer bakteriellen Sekundärinfektionen kommen. Jedenfalls werden 80 Prozent dieser Erkältungskrankheiten von Erkältungsviren verursacht. In diesem Sinne hilft leider der Einsatz von Antibiotika dagegen nicht. Allrerdings können harmlose grippale Infekte bis hin zur echten Grippe – der Influenza – durchaus teils ernsthafte lebensbedrohliche Symptome verursachen. Und zwar insbesondere bei vorerkrankten, immungeschwächten und alten Menschen. Wobei Ähnliches für das neue Coronavirus SARS-Cov-2 gilt.

Antibiotika gegen Erkältungsviren sinnlos, Erkältungskrankheiten mit pflanzlichen Mitteln behandeln

Während man früher mit Antibiotika sehr häufig selbst durch Erkältungsviren verursachte banale Erkältungskrankheiten behandeln wollte, hat sich mittlerweile ein differenzierterer Umgang mit dieser Medikamentengruppe durchgesetzt. Zum einen ist das Bewusstsein über das Risiko von Antibiotikaresistenzen gestiegen, zum anderen hat sich die Erkenntnis durchgesetzt, dass Antibiotika gegen Erkältungsviren wirkungslos sind.

Hingegen kommen seit Jahrhunderten, seit Jahrtausenden, die verschiedensten pflanzlichen Heilmittel zum Einsatz. Dazu gehören beispielsweise auch aus der Küche bekannte Nahrungsmittel. Beispielsweise wie Knoblauch und Zwiebel sowie zahlreiche Kräuter (Wildkräuter).

 

Erkältungsviren versus Bakterien

Der Arzt kann in den meisten Fällen bereits anhand einiger weniger Untersuchungen in der Ordination zwischen viralen und bakteriellen Atemwegserkrankungen unterscheiden. Nur in seltenen Fällen sind zur Abklärung auch Untersuchungen im Labor notwendig. Das Spektrum jener Erkältungsviren, die vorzugsweise im Spätherbst und Winter Erkältungskrankheiten auslösen können, ist breit.

Eine Reihe verschiedener Erkältungsviren verursachen eher harmlose grippale Infekte. Das sind beispielsweise Parainfluenza-, Rhino-, Adeno-, Echo-, Coxsackie-, Entero-, Corona- sowie Metapneumoviren. Wobei das Respiratorische Synzytial Virus (RSV) vor allem Kinder befällt. Das kann dann bei den Kleinsten zu einem etwas schwereren respiratorischen Verlauf führen. Davon berichteten die Krankenhäuser auch jetzt in der Corona-Pandemie.

Warum die Zahl der Erkältungskrankheiten ausgerechnet im Herbst und Winter deutlich ansteigt, ist noch nicht vollständig geklärt. Vermutlich ist allerdings nicht nur die Kälte schuld. Sondern es spielen hingegen auch Faktoren wie selteneres Lüften der Räume eine Rolle. Außerdem die dunklere Jahreszeit mit weniger Sonnenlicht. Und zwar wegen Mangel an Vitamin-D, der wiederum das Immunsystem schwächt.

Die Grippe, Influenza und grippale Infekte

Im Grunde genommen verursachen die Influenza-A- und die Influenza-B-Viren die Influenza. Diese Echte Grippe kann dann schwere Beschwerden bringen. Hierzu spricht man auch von der saisonalen Grippe. Denn sie tritt in jedem Winter in unterschiedlich starkem Ausmaß auf. Wobei die Grippeviren im Herbst meist vom Fernen Osten aus ihren Zug nach Europa antreten. Dort kommen sie übrigens bereits im Spätherbst an.

Unter dem Strich verändern sich Grippeviren laufend. Deswegen analysieren Experten der Weltgesundheitsbehörde bereits im Sommer in Asien die neuen Varianten. Danach leitet man die Virus-Isolate an die Hersteller der Impfstoffe weiter. Denn schließlich dienen diese als Grundlage für den jährlich neu zusammengestellten Impfstoff gegen Influenza.

Eine Unterscheidung zwischen grippalem Infekt und echter Grippe ist übrigens meistens anhand der Schwere der Beschwerden möglich. Denn Grippale Infekte verlaufen in der Regel relativ mild mit Halsweh, Schnupfen und teilweise Husten und klingen innerhalb etwa einer Woche, bei Husten etwas länger, ab.

Herausforderung für das Immunsystem

Hingegen sind die Betroffenen einer Influenza ein bis zwei Wochen mittelschwer bis schwer krank. Es kommt zu starken, oft bohrenden Kopfschmerzen sowie hohem Fieber von bis zu 41 Grad Celsius. Weiter sind starke Schmerzen von Muskeln und Gelenke, Schweißausbrüchen, Schüttelfrost und trockener schmerzhafter Husten häufig.

Für ansonsten gesunde Menschen bis etwa 50 oder 60 Jahre ist eine Grippe jedenfalls eine nicht zu unterschätzende Herausforderung. Und zwar für deren Immunsystem. Aber es ist auch eine zu bewältigende Aufgabe. In diesem Sinne sollte man die Bettruhe einhalten. Damit lassen sich gefährliche Belastungen für Herz und Kreislauf möglichst gering halten.

Allerdings kann die saisonale Grippe älteren Menschen durchaus sehr gefährlich werden. Und zwar kann sie Langzeitschäden verursachen sowie manchmal sogar tödlich enden. Deswegen sollten sich Ältere daher jedes Jahr vorbeugend gegen Influenza impfen lassen.


Literatur:

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Quelle:

Statement » Welche Viren im Herbst zum Angriff ansetzen « – Univ.-Prof. Dr. Norbert Nowotny, Institut für Virologie an der Vetmeduni Wien, PK September 2015

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