Montag, Januar 19, 2026

Schlaf-Wach-Rhythmus: Körperliche und geistige Erholung im Schlaf

Schlaf dient der aktiven Erholung und ist ein rhythmisch wiederkehrender Vorgang und als solcher Teil des zirkadianen Rhythmus (Schlaf-Wach-Rhythmus).

Die physiologische Bedeutung von Schlaf zur Erholung, seine Regulation sowie über Arten der Schlafstörungen, die Ursachen dafür und über Therapiemöglichkeiten. Schlaf dient der aktiven Erholung und ist ein rhythmisch wiederkehrender Vorgang und als solcher Teil des zirkadianen Rhythmus (Schlaf-Wach-Rhythmus). Kennzeichen der zirkadianen Prozesse ist eine Wiederkehr im 24-Stunden-Takt. Die Steuerung erfolgt durch den Nucleus suprachiasmaticus, einer Region im Zwischenhirn, die man auch als Master Clock bezeichnen könnte. Dieser Nucleus suprachiasmaticus bekommt die Informationen einerseits über die Sehbahn und wird so durch äußere Zeitgeber (Licht) oder aber auch durch körpereigene, innere Zeitgeber (Melatonin, Körperkerntemperatur) synchronisiert. Körpervariablen des zirkadianen Systems sind die Hormone Melatonin und sein Gegenspieler Cortisol. Auch die Körperkerntemperatur variiert im Laufe eines Tages um bis zu 1 Grad. Der Abfall der Körperkerntemperatur soll den Einschlafvorgang erleichtern.

 

Bewusstseinsänderung im Schlaf

Es kommt im Schlaf zu einer Bewusstseinsänderung, die sich mittels EEG messen lässt und vegetative Änderungen wie ein Abfall der Herzfrequenz, der Atemfrequenz, des Blutdrucks und der Körpertemperatur treten auf. Ein gesunder Schlaf ist also wichtig für die Erholung, für ein funktionstüchtiges Immunsystem, für die Ausdifferenzierung des Gehirns (ontogene Theorie) und für die Konsolidierung von Gedächtnisinhalten.

Keinesfalls kann Schlaf einem Energiesparmechanismus gleichgesetzt werden, denn Schlaf ist ein aktiver Prozess, der durch die Aktivierung des Metabolismus viel Energie verbraucht. 2 Prozesse regulieren den Schlaf: der homöostatische Prozess und der zirkadiane Prozess. Unter dem homöostatischen Prozess versteht man einen verstärkten Schlafdruck (das heißt Einschlafbereitschaft) nach einer gewissen vorangegangenen Schlaf- und Wachzeit. Der zirkadiane Prozess beschreibt den durch den Nucleus suprachiasmaticus gesteuerten zirkadian oszillierenden Grad der Wachheit. Das Einschlafen wird demnach zu einer gewissen Tageszeit, wenn die Prozesse sich verstärkend überlagern, am leichtesten fallen.

 

Probleme im Schlaf und Schlafstörungen

Man spricht von Schlafstörungen, wenn der Schlaf in Bezug auf die Dauer, die Qualität, die Kontinuität und den Zeitpunkt seines Auftretens von der Norm abweicht. Eine Schlafstörung ist dann manifest, wenn körperliche und geistige Leis­tungsfähigkeit am nächsten Tag nicht gegeben sind. Vorwiegend die Schlafqualität ist für eine optimale Erholung maßgebend, denn jeder Mensch hat seine eigene individuelle Schlafdauer. Ob man ein Kurz- oder Langschläfer ist, wird genetisch bestimmt.

Etwa ein Viertel der Bevölkerung leidet in unseren Breiten unter Schlafproblemen. Die Ursachen sind die Beschäftigung mit Tagesinhalten, das Grübeln über persönliche Probleme, das Schnarchen, das Auftreten von Albträumen und das Restless-Legs-Syndrom. Die Befragten gaben an, ihre Schlafstörungen mit Benzodiazepinen, Baldrian und anderen teils pflanzlichen Präparaten zu behandeln.


Literatur:

Saper CB, Fuller PM. Wake-sleep circuitry: an overview. Curr Opin Neurobiol. 2017 Jun;44:186-192. doi: 10.1016/j.conb.2017.03.021. Epub 2017 May 31. PMID: 28577468; PMCID: PMC5531075.

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