Epilespie-Dreiländertagung in Wien

Aktuelle Trends bei Dreiländertagung der Deutschen und Österreichischen Gesellschaften für Epileptologie und der Schweizerischen Epilepsie-Liga in Wien.

Die gemeinsame Dreiländertagung der Deutschen und Österreichischen Gesellschaften für Epileptologie und der Schweizerischen Epilepsie-Liga ging in Wien erfolgreich zu Ende. Dieser wichtigste deutschsprachige Kongress für Epileptologen fand vom 3.-6.5. 2017 im Austria Center statt. Das große Thema war die Diskussion der Frage, wie es gelingt, mit einer modernen Epilepsiebehandlung den Betroffenen ein durch die Erkrankung weitgehend uneingeschränktes Leben zu ermöglichen.

„Die Gemeinsame Jahrestagung unserer drei Gesellschaften wurde erstmals 1999 in Wien veranstaltet, womit sich der Kreis anlässlich der 10. Tagung nach 18 Jahren wieder geschlossen hat“, betonten die Tagungspräsidenten Univ.-Prof. DI Dr. Christoph Baumgartner und PD Dr. Susanne Pirker, 2. Neurologische Abteilung Krankenhaus Hietzing mit Neurologischem Zentrum Rosenhügel, Karl Landsteiner Institut für klinische Epilepsieforschung und kognitive Neurologie, Wien.

Das umfangreiche wissenschaftliche Programm bedeutete sowohl für grundlagenwissenschaftlich ausgerichtete Forscher als auch für Kliniker einen umfassenden spannenden und informativen Überblick über den neuesten Forschungsstand und aktuelle Trends zu Diagnostik und Therapie von Epilepsien. Rund 1000 Teilnehmer trafen sich bei freien Vorträgen, Symposien und einer Postersitzung sowie der Fortbildungsakademie mit Seminaren und Halbtageskursen. Ein Video-Kurs zur Anfallssemiologie bei Kindern und Erwachsenen vermittelte einen anschaulichen Einblick.

Wichtige Schwerpunkte bei der Dreiländertagung waren aktuelle Bildgebung und Diagnostik, medikamentöse Epilepsie-Therapien, prächirurgische Diagnostik sowie neue Erkenntnisse zur Epilepsiechirurgie und die Diskussion der Frage, wann ihr Einsatz sinnvoll ist. Ein besonderer Fokus lag auf den Themen Epilepsie und Arbeit, Schlaf und Epilepsie, Epilepsie bei Neugeborenen und Säuglingen sowie Epilepsie, Hormone, Schwangerschaft. Aktuelle Therapieoptionen bei metabolischen Epilepsien, Führerschein und Begutachtung bei Epilepsie sowie psychiatrische und sozialmedizinische Aspekte waren weitere Diskussionspunkte.

Ein Highlight der Tagung war wieder der öffentliche Patiententag, bei dem neben der wissenschaftlichen Fachtagung der auf den zurückliegenden Tagungen begonnene aktive Austausch zwischen Öffentlichkeit, Patienten und Klinikern weitergeführt wurde. Betroffene, Angehörige und Interessierte hatten die Gelegenheit, sich über die Krankheit Epilepsie zu informieren und mit Selbsthilfegruppen in den Dialog zu treten. Neben Expertenvorträgen zu Behandlungsmöglichkeiten, Epilepsie und Lebensqualität sowie zum Kinderwunsch bei Epilepsie gab es  Diskussionen zu den Themen „Erste Hilfe beim Anfall durch Laien, Angehörige und Ersthelfer“ und „Was Epilepsie-Patienten sich von ihrem Arzt wünschen“. Selbsthilfegruppen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz stellten bei der Dreiländertagung ihre Unterstützungsangebote vor.

Die 54. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Epileptologie e.V. findet vom 13.-16.06.2018 in Fürth statt. Tagungspräsident ist Prof. Dr. med. Hajo Hamer, Epilepsiezentrum, Neurologische Klinik Universitätsklinikum Erlangen.

Weitere Informationen gibt es unter www.epilepsie-tagung.de.


Hintergrund: In Deutschland leiden ca. 800.000 Menschen aller Altersgruppen an Epilepsie. Bei richtiger Diagnose und Therapie verhindern Medikamente (Antiepileptika) bei rund 70 Prozent der Patienten, dass erneut Anfälle auftreten. 30% der Patienten sind jedoch nach wie vor nicht ausreichend therapierbar, doch schreitet – auch mit Hilfe neuer Technologien – die Entwicklung neuer, wirksamerer Medikamente voran.

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