Problem Dysphagie: Millionen leiden an Schluckstörungen

Schluckstörungen – Dysphagie – betrifft Millionen von Menschen, sehr oft liegt eine Grunderkrankung vor, am häufigsten betroffen sind Patienten nach einem Schlaganfall.

Ohne sich darüber Gedanken machen zu müssen, schluckt der Mensch normalerweise täglich etwa 2000-mal. Doch bei sehr vielen Menschen ist das keineswegs selbstverständlich: sie leiden unter Schluckstörungen.Vor allem älteren Erwachsene aber auch Kinder sind betroffen. Die Dysphagie – wie Schluckstörungen medizinisch bezeichnet werden – kann vor allem bei verschiedenen Grunderkrankungen auftreten. Am häufigsten betroffen sind Menschen nach Schlaganfall.



 

Schluckstörungen als erhebliche Minderung der Lebensqualität

Je nach Altersgruppe leiden zwischen 1,7 und 11,3 Prozent aller Menschen unter Schluckstörungen, was eine erhebliche Minderung der Lebensqualität zur Folge hat, die wiederum eine psychische, soziale und gegebenenfalls berufliche Reintegration erschweren. Laut einer US-Studie verursachen Schluckstörungen in den Vereinigten Staaten Kosten von knapp 600 Millionen US-Dollar pro JAhr Jahr. Diese Kosten von Dysphagie sind darauf zurückzuführen sind, dass man eine Schluckstörung oft nicht rechtzeitig erkennt und behandelt.

Als Grunderkrankung sind bei Erwachsenen häufig Tumoren im Kopf-Hals-Bereich für die Dysphagie verantwortlich. Im höheren Lebensalter sind häufig Demenz und vor allem Schlaganfall eine mögliche Ursache. Gründe das gehäufte Auftreten von Menschen mit Dysphagie sind die zunehmende Altersstruktur der Gesellschaft sowie die verbesserte medizinische Akutversorgung.



Gute Erfahrungen gibt es heute bereits bei Schlaganfallpatienten mit Dysphagie-Diagnostik und Dysphagie-Therapie, die die meisten Stroke-Units heutzutage einsetzen. Ebenfalls sind Schluckstörungen des alternden multimorbiden Menschen zunehmend Gegenstand der klinischen Versorgung und Forschung. Effektive Versorgungskonzepte sind auch für Schluckstörungen infolge einer Kopf-Hals-Tumor-Erkrankung verfügbar.

Weniger umfassende Versorgungsstrukturen gibt es beispielsweise für Dysphagie nach Langzeitbeatmungen auf Intensivstationen oder Schluckstörungen im Kindesalter. Grundsätzlich sind viele, unterschiedliche medizinische Fachgebiete in das Thema eingebunden. Schluckstörungen waren, sind und werden zunehmend ein zentrales Kerngebiet der HNO-Heilkunde.

 

Speisebrei in der Luftröhre

Zu beachten ist, dass nicht Schluckstörungen im Rahmen von Infektionen oder Sodbrennen und Rachenschmerzen bedenklich sind, sondern Formen der Dysphagie, bei der Speisebrei beim versehentlichen Verschlucken in die Luftröhre gelangt. Dadurch kann es zu einer gefährlichen Lungenentzündung kommen – durch Lungenentzündung aufgrund einer Dysphagie ist keine Seltenheit. Aber auch Fehl- und Mangelernährung sind oft mit Schluckstörungen vergesellschaftet.




Quelle:

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie (DGHNO-KHC)

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