Cannabis und Opioide gegen Schmerzen fördern Angst und Depression

Wenn Erwachsene Cannabis mit Opioide gegen starke Schmerzen kombinieren, so erhöht sich das Risiko, auch Angst und Depression zu entwickeln.

Erwachsene Schmerzpatienten, die Cannabis mit Opioide gegen starke Schmerzen kombinieren, haben eher psychische Probleme wie Angst und Depression. Und zwar verglichen mit jenen Patienten, die nur Opioide gegen starke Schmerzen einsetzen. Das ergaben die Ergebnisse einer Studie von Forschern der University of Houston.

Studie: Kombination Cannabis und Opioide begünstigt die Entwicklung von Angst und Depression

Die Forscher haben herausgefunden, dass Erwachsene, die verschreibungspflichtige Opioide gegen starke Schmerzen einnehmen, häufiger Angstzustände, Depressionen und Drogenmissbrauch haben.  Und zwar, wenn sie auch Marihuana konsumieren.

Da Cannabis auch schmerzlindernde Eigenschaften hat, nehmen manche Schmerzpatienten auch zusätzlich Cannabis, um ihre Schmerzen zu lindern. Bei chronischem Schmerz und Opioidkonsum ergeben sich psychologische Mechanismen wie Angstempfindlichkeit, Emotionsregulation und schmerzbedingte Angst.

Die Studie zu Cannabis und Opioide ergab nicht nur ein Risiko für Angst und Depression. Hingegen hatten diese Schmerzpatienten auch einen höheren Tabak-, Alkohol-, Kokain- sowie Beruhigungsmittelkonsum. Und zwar verglichen mit Schmerzpatienten, die nur Opioide gegen starke Schmerzen einsetzen. Zusätzlich konnte man auch keine stärkere Schmerzreduktion zeigen. Wichtig ist, dass der gleichzeitige Konsum von Substanzen im Allgemeinen schlechtere Ergebnissen bringt als der Konsum von Einzelsubstanzen.

Missbrauch von Opioiden

Der Missbrauch von Opioiden stellt ein erhebliches Problem für die öffentliche Gesundheit dar. Denn er ist mit zahlreichen negativen Ergebnissen verbunden. Trotz der Bemühungen, diese zunehmende Suchtepidemie einzudämmen, bleiben Opioide die am häufigsten verschriebene Medikamentenklasse. Verschreibungspflichtige Opioide werden häufig zur Behandlung von chronischen Schmerzen eingesetzt. Und chronische Schmerzen sind nach wie vor ein wichtiger Faktor für das Verständnis dieser Epidemie.

Cannabis ist eine weitere Substanz, die in der Literatur über chronische Schmerzen in jüngster Zeit Beachtung gefunden hat, da immer mehr Menschen sie zur Behandlung chronischer Schmerzen verwenden. In den letzten Jahren diskutierten Experten viel darüber, dass Cannabis möglicherweise ein neue oder sicherere Alternative zu Opioiden ist. Jedenfalls zeigen die rezenten Ergebnisse, dass es gefährdete Patienten gibt. Nämlich die, die verschiedene Substanzen gegen ihre chronischen Schmerzen einsetzen.


Literatur:

Andrew Rogers; Jafar Bakhshaie; Julia Buckner; Michael Orr; Daniel Paulus; Joseph Ditre; Michael Zvolensky. Opioid and Cannabis Co-Use among Adults With Chronic Pain. Relations to Substance Misuse, Mental Health, and Pain Experience. Journal of Addiction Medicine. 13(4):287–294, JULY/AUGUST 2019. DOI: 10.1097/ADM.0000000000000493.


Quelle: University of Houston

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