Telemonitoring bei Herzinsuffizienz

Telemonitoring soll bei Herzinsuffizienz eine wichtige Rolle dabei spielen, die Häufigkeit von Spitalsaufenthalten und die Sterblichkeit zu reduzieren.

Trotz aller Fortschritte sind die Sterblichkeit und die Häufigkeit von Spitalsaufenthalten bei der Herzinsuffizienz noch immer hoch. Telemonitoring bzw. Telemedizinische Unterstützung kann hier eine wichtige Rolle für eine optimierte Betreuung Betroffener spielen, wie auch ein Tiroler Modell zeigt.

 

Herzinsuffizienz hat immer noch eine hohe Sterblichkeit und häufige Spitalsaufenthalte

Trotz deutlicher Fortschritte bei der Behandlung der Herzinsuffizienz über die letzten 20 Jahre ist die Sterblichkeit nach wie vor hoch und die Häufigkeit von Krankenhausaufnahmen wegen akuter Verschlechterung sogar steigend. Die hohe Zahl der Krankenhausaufnahmen ist nicht nur ein bestimmender Faktor für die schlechte Lebensqualität Betroffener, sondern auch gesundheitsökonomisch ein großes Thema. Etwa zwei bis vier Prozent des gesamten Gesundheitsbudgets werden für die Behandlung der Herzinsuffizienz aufgewendet, 70 Prozent davon entfallen auf die Finanzierung von stationären Behandlungen.

Daher besteht laut Experten Bedarf an einer optimierten Versorgung. Im Rahmen von strukturierten Versorgungsmodellen oder  Disease Management Programmen werden gezielt Maßnahmen gesetzt, um Spitäler zu entlasten und Betroffene wohnortnahe zu betreuen. Gemeinsam ist solchen Modellen, dass die verschiedenen Versorgungsebenen – vom Hausarzt bis zur Spezialambulanz – in vernetzter Weise in die Patientenbetreuung eingebunden sind.

In Tirol gibt es seit 2012 mit „HerzMobil Tirol” ein derartiges telemedizinisches Versorgungsprojekt, das sich bereits deutlich bewährt hat. „Mit dem Programm konnte die Zahl der Wiederaufnahmen ins Spital gesenkt und die Lebensqualität gesteigert werden“, berichtet Prof. Pölzl. Das Programm wurde bislang in mehreren Projektphasen geprüft und soll in absehbarer Zeit in die Regelversorgung übernommen werden.

Keine Telemedizin ohne angemessene Versorgungsstrukturen

Als Sparprogramm oder Ersatz fehlender Betreuungsressourcen darf aber Telemedizin keinesfalls missverstanden werden. Denn Telemonitoring kann nur dann sinnvoll eingesetzt werden, wenn es in eine angemessene Versorgungsstruktur eingebunden ist, in der Daten sicher und unter Beachtung des Datenschutzes erfasst und übermittelt werden, auf erhobene Daten im Bedarfsfall von den Behandlern rasch reagiert werden kann. Telemonitoring sollte daher in eine bereits etablierte Netzwerkversorgung eingebunden sein, sofern vorhanden. Ansonsten muss eine solche geschaffen werden.

Quelle: Tagung „9. Konsensusmeeting Herzinsuffizienz“ in Innsbruck, Univ.Prof. Dr. Gerhard Pölzl (Universitätsklinik für Innere Medizin III, Innsbruck) und PD Prim. Dr. Matthias Frick (Institut für Interventionelle Kardiologie, LHK Feldkirch).

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