Tag der Logopädie

Am 6. März ist Tag der Logopädie, der in diesem Jahr unter dem Motto „Auch wer nicht sprechen kann, hat viel zu sagen“ steht.

Hochschule Fresenius weist am Tag der Logopädie auf Wichtigkeit unterstützter Kommunikation hin: Am 6. März ist Tag der Logopädie. In diesem Jahr steht dieser unter dem Motto „Auch wer nicht sprechen kann, hat viel zu sagen“. Für die Hochschule Fresenius in Idstein ist das ein Anlass, auf die Wichtigkeit alternativer Kommunikationsmittel und die Begleitung Betroffener durch Logopäden und Sprachtherapeuten hinzuweisen. Am Tag der Logopädie richtet die Hochschule Fresenius eine Telefon-Hotline ein.

„Wer nur sehr eingeschränkt oder gar nicht über den Weg der gesprochenen oder der Gebärdensprache mit anderen kommunizieren kann, ist häufig nicht in der Lage, ein selbstbestimmtes Leben zu führen“, berichtet Maike Gumpert, Koordinatorin des Studiengangs Logopädie an der Hochschule Fresenius in Idstein. „So genannte alternative Kommunikationsmittel bieten diesen Menschen die Chance, ihre Wünsche und Bedürfnisse zu äußern und auf diese Weise am sozialen Leben teilzuhaben.“ Von körpereigenen Kommunikationsformen wie Zeige- und Blickbewegungen, Mimik und Gestik sind gegenständliche Hilfsmittel wie Bildkarten, Tafeln oder elektronische Geräte zu unterscheiden. „Was am besten geeignet ist, ist individuell sehr verschieden und hängt auch vom Umfeld ab“, sagt Gumpert.

Angehende Sprachtherapeuten lernen an der Hochschule Fresenius im Rahmen der Kooperation mit der logopädischen Praxis Bruni Zeuner in Idstein die berufliche Praxis kennen. Außerdem beschäftigen sich Studierende in mehreren Unterrichtseinheiten speziell mit Herstellerfirmen und deren Produkten zur unterstützten Kommunikation. Ali G. zum Beispiel leidet unter Muskelschwund, ist motorisch stark eingeschränkt und wird seit seiner Geburt vor 18 Jahren dauerbeatmet. Eine Kommunikation über gesprochene Sprache oder Gebärdensprache ist nicht möglich. Ali kommuniziert in seinem Alltag über Bildkarten, das Fingeralphabet und einen iPad-basierten Kommunikator. Er hat ein eigenes Mailkonto und kann das Internet nutzen. „Dank der unterstützten Kommunikation können wir Alis Wünsche besser verstehen und berücksichtigen. Es ermöglicht ihm nicht nur den sozialen Kontakt zur Außenwelt, sondern auch Bildung. Er lernt mithilfe des Kommunikators sogar Fremdsprachen“, so Frank Kandler, Alis behandelnder Logopäde.

Eine weitere Patientin hat eine nicht heilbare degenerative Erkrankung des motorischen Nervensystems – amyotrophe Lateralsklerose oder kurz ALS. Sie steuert mit den Augen einen Computer und kann alle Windows-Programme nutzen oder E-Mails schreiben. Mithilfe eines Kommunikationsprogramms ist sie auch in der Lage, ihr Umfeld, also beispielsweise Lampen und Fernseher, zu bedienen. „Vielen ist nicht bekannt, was heute technisch alles möglich ist. Aber die Technik ist es nicht allein. Hinter den Errungenschaften stecken langwierige Lernprozesse und sehr viele Übungseinheiten“, so Gumpert. Daher brauchen die Betroffenen jemanden, der ihnen die Nutzung eines Kommunikationssystems immer wieder vormacht. Sprachtherapeuten und Logopäden bezeichnen diesen Vorgang als „Modelling“. „Und es ist essenziell, von Anfang an Familienangehörige und Freunde mitzunehmen, damit auch sie den Umgang lernen und unterstützen.“

Quelle: http://www.hs-fresenius.de

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