Donnerstag, April 25, 2024

Risiko für Diabetes und Krebs mit individuelle optimierte Therapie senken

Diabetes und Krebs haben gemeinsame Risikofaktoren wie Übergewicht, Rauchen, Ernährungsgewohnheiten, Bewegungsmangel und Insulinresistenz.

Unter dem Strich bestehen bei Diabetes Typ-2 und Krebs komplexe Zusammenhänge. Denn Patienten mit Diabetes haben ein erhöhtes Risiko, an Krebs zu erkranken. Wobei allerdings auch einige bei Diabetes eingesetzte Medikamente im Verdacht stehen. Und zwar dass sie das Risiko für Krebs manchmal erhöhen. Allerdings konnte die Forschung auch positive Effekte zeigen. Dementsprechend könnten die Risiken mit einer optimierten, personalisierten Therapie heutzutage praktisch ausschalten.

 

Gemeinsame Risikofaktoren

Im Grunde genommen haben Diabetes und Krebs gemeinsame Risikofaktoren. Und zwar sind das Übergewicht, das Rauchen, schlechte Gewohnheiten bei der Ernährung. Hierzu ist auch ein Mangel an Bewegung von Bedeutung. Dazu kommen noch Insulinresistenz sowie entzündliche und hormonelle Veränderungen. Außerdem kann ein schlecht eingestellter Diabetes mit einem hohen Blutzuckerspiegel das Risiko für Krebs erhöhen.

 

In diesem Sinne können gezielte Maßnahmen das Risiko für Diabetes und Krebs senken.

In einer Studie konnten Forscher jedenfalls mit gezielten Maßnahmen das Risiko für Diabetes und Krebs ausschalten. Eine einhergehende Therapie mit Statinen brachte hierzu sogar ein vermindertes Risiko für Krebs. Zudem brachte auch der Einsatz von Metformin und Pioglitazon übrigens durchwegs verringerte Risiken.

Es zeigte sich weiter, dass primär Insulin erhöhende Diabetes-Wirkstoffe wie Sulfonylharnstoff und Insulin ein signifikant erhöhtes Risiko für Krebs haben. Und zwar im Vergleich mit Insulin hemmenden Wirkstoffen. Wobei das vor allem für Krebs der Bauchspeicheldrüsen (Pankreas) bei Männern und Frauen galt. Zudem bei Leberkrebs bei Männern sowie Krebs der Lymhdrüsen bei Frauen.

Wenn man allerdings gleichzeitig Statine einnimmt, ist dieses Risiko jedenfalls ganz deutlich gesenkt. Und zwar gegen Null im Vergleich zu Patienten ohne Diabetes. Das zeigt übrigens, dass eine individuelle optimierte Therapie das generelle Risiko für Krebs für Patienten mit Diabetes ganz erheblich senken kann. Die Medizin bietet jedenfalls eine große Auswahl an Medikamenten und möglichen Therapien zur Kombination. Wobei diese dann auch eine Senkung des Risikos ermöglichen.


Literatur:

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Quelle: Universitätsklinik für Innere Medizin III

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