Psychologie prägt Forschung zu psychischen Störungen und Psychotherapie

Eine aktuelle Analyse Klinischer Psycholog*innen der Deutschen Gesellschaft für Psychologie (DGPs) zeigt anhand objektiver Indikatoren den Beitrag der Psychologie an Forschungsleistungen zu psychischen Störungen und deren Behandlung. Die Analyse dokumentiert, dass in Deutschland Forschungsleistungen im Bereich psychischer Störungen mehrheitlich von Psycholog*innen erbracht werden. Auch in der Versorgung psychisch kranker Menschen stellen Psychologische Psychotherapeut*innen und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut*innen die größte Versorgergruppe dar.

Viele Groß- und Verbundprojekte, hohe Publikationsleistung

Für ihre Analyse identifizierten die Autor*innen für den Zeitraum 2000-2018 insgesamt 85 Verbund- und Großprojekte (> 500.000 Euro) unter klinisch-psychologischer Leitung sowie 10 Personenförderungen mit einem Gesamtfördervolumen von über 156 Millionen Euro. Eine Publikationsanalyse in Zusammenarbeit mit dem Leibniz-Institut für Psychologie ergab insgesamt 136.289 themenbezogene Veröffentlichungen von mehr als 81.000 Autor*innen aller Fachrichtungen. Von den 150 meistpublizierenden Autor*innen hatte die Mehrheit (63%) einen akademischen Abschluss in Psychologie. Die Analyse zeigt weiter, dass zunehmend aus den Themenbereichen der neurobiologischen Grundlagen psychischer Störungen und der Psychotherapieforschung publiziert wurde.

„Die von uns analysierten objektiven Leistungsindikatoren belegen den maßgeblichen Einfluss der Psychologie auf die interdisziplinäre Forschung“, sagt Jan Richter, Klinischer Psychologe von der Universität Greifswald und Erstautor der Studie. „Dieser Rolle wird die Psychologie aktuell auch in Förderprogrammen der Bundesregierung gerecht, zum Beispiel in dem ‚Forschungsnetz für psychische Erkrankungen‘ oder den ‚Forschungsverbünden zur psychischen Gesundheit geflüchteter Menschen‘“.

Silvia Schneider, Sprecherin der Fachgruppe Klinische Psychologie und Psychotherapie in der DGPs, ergänzt: „Die Psychologie ist nicht nur wesentlicher Fortschrittsmotor für ein besseres Verständnis psychischer Störungen und deren Behandlung. Vielmehr wissen wir aus anderen Studien, dass psychologische Interventionen die hohen Krankheitsbelastungen und Gesundheitskosten infolge psychischer Störungen nachhaltig reduzieren.“


Quelle:

Deutsche Gesellschaft für Psychologie: www.dgps.de

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