Pflaster abziehen durch einen neuen Klebstoff weniger schmerzhaft

Schon bald sollen verletzte Anwender durch den Einsatz eines neuen Klebstoffs weniger schmerzhaft ein Pflaster abziehen können.

Kürzlich haben Forscher der Harvard John A. Paulson School of Engineering and Applied Sciences (SEAS) und der Xi’an Jiaotong University in China einen neuen Klebstoff entwickelt, mit dem feuchte Materialien – wie Hydrogel sowie organisches Gewebe – einerseits sehr fest haften können. Andererseits kann der Einsatz einer bestimmten Lichtfrequenz die Materialien aber auch wieder leicht trennen. Deswegen sollen Anwender zukünftig leichter diverse Wundverbände sowie auch Pflaster abziehen können.

 

Schmerzärmer Pflaster abziehen

Die neu entwickelten Klebstoffe könnten zukünftig dazu verwendet werden, um Wundverbände, transdermale Darreichungsformen von Wirkstoffen sowie tragbare Robotik zu befestigen sowie auch weniger schmerzhaft Pflaster abziehen zu können. „Ein starker Klebstoff erfordert normalerweise entweder kovalente Bindungen oder physikalische Wechselwirkungen beziehungsweise eine Kombination aus beiden“. Das erklärt Yang Gao, Erstautor der Zeitung und Forscher an der Xi’an Jiaotong University. „Jedoch ist eine Adhäsion durch kovalente Bindungen auch schwer zu trennen. Deswegen braucht man oft Lösungsmittel, mit denen man zeitaufwändig sowie oft auch umweltschädlich die starke Haftung rückgangig macht. Unsere neu entwickelte Methode, Licht zum Ablösen zu verwenden, ist nichtinvasiv und schmerzlos.“

 

Polymerketten als molekulare Naht

Die Klebstoffe enthalten eine wässrige Lösung aus Polymerketten, die zwischen zwei nicht klebrigen Materialien verteilt sind. Für sich alleine haften die beiden Materialien schlecht aneinander. Aber die Polymerketten wirken als molekulare Naht und verbinden die beiden Materialien, indem sie ein Netzwerk mit bereits vorhandenen Polymerketten bilden.

Schließlich löst sich diese Verbindung durch den Einsatz von ultraviolettem Licht wieder auf und und man kann die verklebten Materialien wieder einfach trennen. Die Forscher testeten verschiedene Materialien – organisches Gewebe und anorganische Feststoffe – und verklebten sie mit diesen Hydrogelen. „Unsere Strategie ist auf eine Reihe von Materialien anwendbar und kann zukünftig verschiedene Anwendungen ermöglichen“, sagte Kangling Wu, Mitautor und Forscher an der Xi’an Jiaotong-Universität in China.

Literatur:

Yang Gao, Kangling Wu, Zhigang Suo. Photodetachable Adhesion. Advanced Materials. https://onlinelibrary.wiley.com/doi/abs/10.1002/adma.201806948

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