PCSK9-Hemmung zum Senken von Cholesterin

Die PCSK9-Hemmung zum Senken von LDL-Cholesterin ist eine der schnellsten Bench-to-Bedside Entwicklungen in der Geschichte der Medizin.

Im Grunde genommen konnte die Forschung das Protein-convertase-subtilisin/kexin Typ 9 (PCSK9) als Schlüsselenzym im Lipidmetabolismus des LDL-Rezeptors identifizieren. Hierzu konnten Forscher nur etwa zehn Jahre nach der Entdeckung des Wirkmechanismus monoklonale Antikörper gegen PCSK9 entwickeln, die eine beeindruckende Senkung von LDL-Cholesterin erzielen. Dazu zeigen Studien, dass vollhumane Antikörper gegen PCSK9 effektiv LDL-Cholesterin, Apo B, non-HDL-Cholesterin und in einem geringeren Ausmaß auch Lp(a) senken. Die derzeitigen Vertreter zur PCSK9-Hemmung (PCSK9-Hemmer oder auch PCSK9-Inhibitoren) Evolocumab, Alirocumab und Bococizumab sind eine neue Klasse von Medikamenten zum Senken von Cholesterin. Schließlich sollen diese laut Experten die Zukunft der Cholesterinsenkung gegen Hypercholesterinämie darstellen.

 

Studien belegen die hohe Wirksamkeit der PCSK9-Hemmung beim Senken von Cholesterin

In der multizentrischen, doppelblinden, placebokontrollierten Outcome-Studie (FOURIER) mit Evolocumab konnte an 27.564 statinbehandelten Patienten (+/– Ezetimib) gezeigt werden, dass sowohl der primäre Endpunkt (kardiovaskulärer Tod, Herzinfarkt, Krankenhauseinweisung aufgrund instabiler Angina pectoris, Schlaganfall oder koronare Revaskularisation) als auch der sekundäre Hauptendpunkt (kardiovaskulärer Tod, nicht-tödlicher Herzinfarkt oder nicht-tödlicher Schlaganfall) signifikant reduziert wurden.

Nach 2,2 Jahren kam es zu einer signifikanten LDL-CH-Reduktion von 59 %, es wurde eine relative Risikoreduktion des primären Endpunktes von 15 % sowie des sekundären von 20% erreicht. Unter den erzielten, sehr niedrigen LDL-CH-Werten (Median nach 26 Monaten 30 mg/dl, 42% der Patienten erreichten ein LDL-CH <25 mg/dl) traten keine neuen Unverträglichkeiten auf.

 

Kognitive Ereignisse mit Placebo vergleichbar

Die Inzidenz kognitiver Ereignisse (der primäre Endpunkt exekutive Funktion [räumliches Arbeitsgedächtnis] und die sekundären Endpunkte Arbeitsgedächtnis, Gedächtnisfunktion und psychomotorische Geschwindigkeit) war in der EBBINGHAUS-Studie mit rund 1.900 Patienten, die in die FOURIER-Studie eingebettet war, unter Therapie mit Evolocumab mit Placebo vergleichbar.

 

PCSK9-Hemmung lässt atherosklerotische Plaques kleiner werden

Mit der Phase-III-Studie GLAGOV (GLobal Assessment of plaque reGression with a PCSK9 antibOdy as measured by intraVascular ultrasound) konnte mittels intravaskulärem Ultraschall (IVUS) erstmals gezeigt werden, dass ein PCSK9-Hemmer nach 78 Wochen zu einer signifikant stärkeren Plaque-Regression in den Koronargefäßen führt als eine alleinige Statin-Therapie. Dies traf auch für Patienten mit einem LDL-CH von <70 mg/dl als Ausgangswert zu.


Quelle:

Statement » PCSK9-Hemmung: eine der schnellsten Bench-to-Bedside Entwicklungen in der Geschichte der Medizin « von Prim. Priv.-Doz. Dr. Robert Berent, Ärztlicher Leiter Kardiovaskuläres Rehabilitationszentrum, HerzReha Bad Ischl

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