Mittwoch, Juli 3, 2024

Neue Bluttests für Reizdarmsyndrom

Reizdarmsyndrom: Rasche Diagnose durch neue Bluttests

Das Reizdarmsyndrom, eine der häufigsten gastroenterologischen Erkrankungen, kann nun mittels zweier Bluttests besonders rasch diagnostiziert werden. Dies ermöglicht nicht nur eine frühzeitige Diagnose, sondern lindert auch den nicht zu unterschätzenden Leidensdruck vieler Betroffener.

Symptome des Reizdarmsyndroms umfassen u.a. Bauchschmerzen bzw. -krämpfe, Durchfall oder Verstopfung. Bis dato war die Diagnose des Reizdarmsyndroms äußerst langwierig, wobei andere Erkrankungen ausgeschlossen werden mussten und häufig invasive Eingriffe – beispielsweise eine Koloskopie – notwendig waren.

Die zwei neuen Bluttests zur Reizdarm-Diagnose wurden von Dr. Mark Pimentel, Gastroenterologe am Cedars-Sinai in Los Angeles entwickelt. Aufgrund dessen, dass es bis dato keinen definitiven Test zur Reizdarmdiagnose gab, waren Patienten häufig gezwungen von Arzt zu Arzt zu gehen, um schlussendlich eine Diagnose zu erhalten.

„Eine frühzeitige Diagnose bewahrt Patienten vor einem oftmals jahrelangen Leidensweg,“ so Pimentel. „Diese Bluttests ermöglichen es, Patienten möglichst frühzeitig optimal zu behandeln.“

Etwa 10 Prozent der globalen Bevölkerung leidet am Reizdarmsyndrom. Allein in den USA sind 10 bi 15 Prozent betroffen. Die Erkrankung äußert sich in der Regel durch diverse Symptome des Gastrointestinaltrakts.

Das Reizdarmsyndrom ist eine der häufigsten gastroenterologischen Erkrankungen. © Sebastian Kaulitzky / shutterstock.com
Das Reizdarmsyndrom ist eine der häufigsten gastroenterologischen Erkrankungen. © Sebastian Kaulitzky / shutterstock.com

„Man stelle sich vor, man wacht in der Früh auf und kann nicht abschätzen, wann es zu einer Darmbewegung bzw. zum Stuhlgang kommt. Zudem müssen Patienten sowohl mit „Durchfall-Attacken“ oder Verstopfung rechnen,“ so Pimentel. „Wird man zu der Zeit in einem Restaurant sein, oder in einem Meeting? Diese Situation erzeugt enormen Stress für betroffene Patienten, die diese Funktionen weder vorhersehen noch ausreichend kontrollieren können.“

Die von Dr. Pimentel entwickelten Tests erkennen spezifische Antikörper – das sogenannte anti-Cdtb und anti-vinculin – die im Falle es Reizdarmsyndroms vorliegen.

Tests detektieren Biomarker mit 90 prozentiger Genauigkeit

Um die entwickelten Tests zu validieren, untersuchte Dr. Pimentel etwa 3.000 Patienten der Altersgruppe 18 bis 65. Verglichen wurden Reizdarm-Patienten, Patienten mit chronisch entzündlicher Darmerkrankung und Zöliakie, sowie Personen ohne jegliche Darmerkrankung.

Den Experten zufolge, waren die Bluttests in der Lage sowohl anti-Cdtb und anti-.vinculin mit einer Genauigkeit von etwa 90 Prozent zu detektieren.

Diese Antikörper waren bei Reizdarm-Patienten in größeren Mengen vorhanden als bei Patienten ohne Reizdarmsyndrom. Folglich können diese Biomarker herangezogen werden um zwischen Reizdarmsyndrom und chronisch entzündlicher Darmerkrankung zu unterscheiden.

Um eine deutliche Unterscheidung zwischen Reizdarmsyndrom und Zölikaie zu gewährleisten, empfiehlt es sich – so die Autoren der Studie – einen zusätzlichen Test auf einschlägige Zöliakie-Antikörper durchzuführen.

Quellen: Pimentel M, Morales W, Rezaie A, Marsh E, Lembo A, Mirocha J, Leffler DA, Marsh Z, Weitsman S, Chua KS, Barlow GM, Bortey E, Forbes W, Yu A, Chang C. (2015) Development and validation of a biomarker for diarrhea-predominant irritable bowel syndrome in human subjects. PLoS One. 10(5)

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