Sonntag, Mai 19, 2024

Nandrolon ist ein bekannte verbotene Substanz für das Doping

Manchmal sind Nahrungsergänzungsmittel falsch deklariert oder mit Spuren verbotener Doping-Substanzen wie Nandrolon verunreinigt.

Es ist in der Vergangenheit schön öfters passiert. 2004 war Hans Knauß, Olympia-Zweiter im Super-G 1998 sowie einmal WM-Zweiter (2003/Super-G) und WM-Dritter (1999/ Riesenslalom). Nach seinem vierten Rang bei der Abfahrt am 27. November 2004 im kanadischen Lake Louise hat man ihn wiederum getestet. Die Doping-Probe hatte damals einen zu hohen Nandrolon-Wert. Gemessen wurden 4,2 Nanogramm, erlaubt sind nur 2,5 Nanogramm Nandrolon. Am 12.1.2005 bestätigte dann der Internationalen Skiverband (FIS): Auch die B-Probe des Steirers ergab einen positiven Befund. Für den ÖSV stand damals praktisch fest, dass ein – von Knauß privat konsumiertes – mit Nandrolon kontaminiertes Nahrungsergänzungsmittel der Auslöser war.



 

Nandrolon – Anaboles Steroidhormon fürs Doping

Das anabole Steroidhormon Nandrolon missbrauchen viel Athleten vor allem für den Muskelaufbau. Wobei es sich vom männlichen Geschlechtshormon Testosteron ableitet.

Nandrolon, das im Gegensatz zum Testosteron in C-19 Position des Ringsystems keine Methylgruppe aufweist (»19-Nortestosteron«), haben Wissenschaftler bereits im Jahr 1950 synthetisiert.

Als Arzneimittel wird das Steroidhormon nur in Form eines Esters intramuskulär injiziert. Beispielsweise als Nandrolon-Decanoat. Der Grund hierfür ist, dass nach oraler Gabe Nandrolon über den Darm direkt in die Leber (First pass-Effekt) gelangt. Und dort baut es der Organismus fast vollständig zu nicht wirksamen Metaboliten ab.

Doping mit Nandrolon in Form von Injektionspräparaten ist mit der Dopinganalytik sehr lange nachweisbar, unter Umständen bis zu einem Jahr. Orale Präparate von Nandrolon sind aber aufgrund des First pass-Effekts nicht effektiv und deshalb als therapeutische Mittel nicht auf dem Markt.

Dagegen sind als orale anwendbare Substanzen sogenannte Vorhormone (Pro-Hormone) von Nandrolon wie 4-Norandrostendion, 4-Norandrostendiol und 5-Norandrostendiol als Nahrungsergänzungsmittel in Amerika und anderen Ländern im Handel.

 

Qualitätskontrollen nicht ausreichend

Nach einer Untersuchung des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) im April 2002 enthielten 94 von 634 getesteten „nicht hormonellen Nahrungsergänzungsmitteln“ (NEM) Spuren von Nandrolon und/oder Testosteron – ihre Einnahme hätte zu positiven Dopingtests geführt.

Diese Nahrungsergänzungsmittel sind entweder falsch deklariert oder mit Spuren der verbotenen Substanz verunreinigt, was in der Regel darauf zurückzuführen ist, dass die Qualitätskontrollen bei den Herstellern nicht ausreichend sind.




Weitere Informationen: http://www.dopinginfo.de/rubriken/00_home/00_nan.html

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