Krankheitskosten durch Übergewicht und Adipositas unterschätzt

Millionen Menschen leiden an Übergewicht und Adipositas. Die Belastung für das Gesundheitswesen sind sehr groß, wobei man die Krankheitskosten eher unterschätzt.

Zwei Drittel der Männer sowie jede zweite Frau sind übergewichtig. Allgemein vermutet man, dass knapp ein Viertel der Menschen sogar schwer übergewichtig, sprich fettleibig oder adipös ist. Weiters zählt Adipositas mittlerweile zur häufigsten chronischen Erkrankung im Kindes- und Jugendalter. Die Fettleibigkeit ist zugleich auch ein hoher Risikofaktor für die Entstehung eines Diabetes Typ 2. Übergewicht und Adipositas betreffen jedenfalls heute etwa doppelt so viele Menschen wie vor dreißig Jahre. Eine systematische Übersicht über Studien zu Krankheitskosten wollte unlängst die Belastung für das Gesundheitswesen durch Übergewicht und Adipositas für Deutschland darstellen.

 

Studien zu Krankheitskosten im Zusammenhang mit Übergewicht und Adipositas systematisch analysiert

Übergewicht und Adipositas betrifft auch in unseren Breiten heutzutage Millionen Menschen. Dazu führten die Forscher eine ausführliche PubMed-Recherche durch, wobei sie dazu 23 Studien einschließen konnten. Schließlich zeigten die Ergebnisse eine große Heterogenität. Dadurch sind auch eindeutige Aussagen zu den Krankheitskosten von Übergewicht und Adipositas sehr schwer zu erstellen. Allerdings deuten die Ergebnisse im Grunde genommen darauf hin, dass man allgemein die Krankheitskosten, direkte und indirekte, für das Gesundheitswesen noch stark unterschätzt.

 

Bewegung und Ernährung: Übergewicht und Adipositas vorbeugen und behandeln

Große Bedeutung haben die täglichen Bewegungseinheiten zur Vorbeugung von Übergewicht und Adipositas. Bedauerlicherweise sitzen Menschen bei uns durchschnittlich mehr als sieben Stunden täglich. Dementsprechend bewegen sich auch zwei Drittel der Menschen im Alltag kaum eine Stunde pro Tag. Nur jeder fünfte Erwachsene erreicht die WHO-Empfehlung von mindestens 2,5 Stunden körperlicher Aktivität pro Woche. Dabei beginnt der Bewegungsmangel schon im Kindesalter. Denn nur etwa jedes vierte Kind beziehungsweise Jugendliche erreicht die WHO-Empfehlung 60 Minuten Bewegung pro Tag.

Neben dem weit verbreiteten Bewegungsmangel ist auch der Konsum ungesunder, hochkalorischer Lebensmittel für die Entstehung von Übergewicht und Adipositas mitverantwortlich. Dazu zählen beispielsweise Softdrinks, Limonaden, Fastfood sowie Süßigkeiten. Gerade Kinder und Jugendliche konsumieren gerne jene Lebensmittel, die man in Zusammenhang mit Sportlern gerne bewirbt. Dabei unterschätzen sie jedoch, wie viele Kalorien Eltern und Kinder zuführen. Beispielsweise hat ein klassisches Fast Food-Menü mit 0,4 Liter Limonade, einem fetten Burger sowie einer mittleren Portion Pommes frites knapp über 1.000 Kalorien.

Literatur:

Konnopka A, Dobroschke A, Lehnert T, König HH. The Costs of Overweight and Obesity: a Systematic Review. Gesundheitswesen. 2018 May;80(5):471-481. doi: 10.1055/s-0043-104692. Epub 2017 May 30.

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