Montag, April 15, 2024

Junge Frauen, die viel Sport treiben, sind sehr oft inkontinent

Viele junge Frauen, die viel Sport treiben und intensiv trainieren, sind sehr oft inkontinent. Wobei selbst Eltern, Freunde und Trainer oft nichts davon wissen.

Unter dem Strich wissen sehr wenig Menschen, dass intensiver Sport zu Inkontinenz führen kann. Viele Leistungssportler leiden unter und aufgrund der biologischen Voraussetzungen sind vor allem Frauen betroffen. In manchen Sportarten sind sogar acht von zehn Sportlerinnen betroffen. Wobei sehr sportliche junge Frauen wegen Schamgefühle oft schweigen, wenn sie inkontinent sind. Dabei könnte man das Problem durchaus in den Griff bekommen, wenn Therapeuten und die Verantwortlichen der einzelnen Sportverbände zusammenarbeiten würden.

 

Sport und Inkontinenz in den Blickpunkt rücken

Es gibt noch immer zu wenige Physiotherapeuten, die den Fokus auf das Thema Sport und Inkontinenz legen. Der erste notwendige Schritt ist die Aufklärung unter Hinzuziehung von Eltern sowie Trainern. Man müssen Sportlerinnen Mut machen, das Thema offen anzusprechen. Das ist möglich, wenn wir entdramatisieren und enttabuisieren. Es sollte keinesfalls sein, dass junge Frauen mehrere Jahre inkontinent sind, nur weil niemand darüber sprechen will. Stattdessen kann man dieses lösbare Problem aktiv beheben.

 

Beckenbodenmuskulatur stärken, Stress reduzieren

Außerdem ist es vonnöten, insbesondere bei Leistungs- und Hochleistungssportlerinnen Übungen zur Stärkung der Beckenbodenmuskulatur in den Trainingsplan zu integrieren. Unter dem Strich sind die Trainingspläne der Athletinnen algemein bereits voll und eng getaktet. Daher muss man an anderer Stelle kürzen, um ein Beckenbodentraining einzubauen. Dazu konnten aktuelle Studien belegen, dass spezielle Übungen für die Beckenbodenmuskulatur die allgemeine sportliche Leistungsfähigkeit erhöhen.

Überdies ist es ratsam, den Stress zu reduzieren und Druck von den Sportlerinnen zu nehmen. Denn Stress und Erfolgsdruck gehören zu den vielschichtigen Ursachen, warum junge sehr sportliche Frauen inkontinent sind. Unter dem Strich hat man es hier mit einem Dreiklang aus körperlichen Gegebenheiten in Verbindung mit Belastungen bei bestimmten Sportarten, hormonellen Bedingungen und psychischen Voraussetzungen zu tun. Bei den körperlichen Voraussetzungen spielen aber nicht etwa gynäkologisch-urologische Aspekte eine Rolle. In dieser Hinsicht sind die Athletinnen vollkommen gesund.

 

Problem Untergewicht

Vielmehr sorgt etwa starkes Untergewicht dafür, dass auch die Beckenbodenmuskulatur geschwächt ist. Manche Sportlerinnen treiben es mit dem Abnehmen so weit, dass der Körper nur noch auf Überleben programmiert ist. Dadurch bleibt auch die Regel für lange Zeit – teilweise über mehrere Jahre – aus.

Dafür wiederum ist meistens ein ungesunder Leistungs- beziehungsweise Erfolgsdruck verantwortlich. Wobei dieser auch häufig genug von außen kommt. Verbunden mit hohen biomechanischen Belastungen ist dann fast schon die logische Konsequenz, dass junge, sehr sportliche Frauen inkontinent sind.

 

Riskante Sportarten

Die Beanspruchungen treten übrigens vor allem in Sportarten mit vielen Sprungelementen auf. Beispiele dafür sind Leichtathletik, Volleyball, Handball oder Basketball. Kritisch ist ein übertriebenes Training bei gleichzeitiger Vernachlässigung der Beckenbodenmuskulatur.

Im Grunde genommen ist nicht der harte Boden bei solchen Sportarten das Problem. Der Aufprall setzt wichtige Reize für die Ausbildung der Muskulatur. Deshalb sieht man heute auch das früher so verpönte Joggen in einem anderen, positiveren Licht.

Tatsächlich gibt es die meisten Betroffenen beim Trampolinspringen. Der weiche, nachgebende Untergrund ist Gift für die Beckenbodenmuskulatur.


Quelle: Hochschule Fresenius

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