Mittwoch, Juli 17, 2024

Immunität gegen Marburg-Virus

Durch die Blutuntersuchung eines Überlebenden ist es gelungen, Mechanismen der Antikörperproduktion gegen das tödliche Marburg-Virus zu identifizieren.

Durch die Blutuntersuchung eines Überlebenden des Marburg-Virus, ist es Wissenschaftern der University of Texas, der Vanderbilt University und des The Scripps Research Institute gelungen, Mechanismen zu identifizieren, die in der Antikörperproduktion gegen das tödliche Marburg-Virus involviert sind. Den Forschern zufolge sei das das menschliche Immunsystem in der Lage, entsprechende Antikörper zu produzieren. Ihre Ergebnisse publizierten sie im renommierten Fachjournal Cell.

Fokus der Forschungsarbeit war es, die menschliche Immunantwort nach einer Infektion mit dem tödlichen Marburg-Virus, welches eng mit dem Ebola-Virus verwandt ist, zu untersuchen. Die Wissenschafter analysierten Blutzellen eines US-Amerikaners, die sich bereits vor einigen Jahren, während eines Aufenthaltes in Uganda, mit dem Virus infizierte. Nach seiner Rückkehr in die USA, entwickelte der Patient eine stark ausgeprägte, jedoch nicht tödliche, Marburg-Infektion. Aus dem Blut des Überlebenden gelang es, Antikörper-produzierende B-Zellen zu isolieren. Dabei entdeckten die Forscher eine sich am Virus befindliche Andockstelle, die sich für die Bindung dieser Antikörper eignete. Es handelte sich dabei um dieselbe Stelle, mit der das Virus während der Anfangsphase der Infektion mit humanen Zellen interagiert.

Immunsystem gegen Marburg-Virus

Die Studie verdeutlicht, dass das humane Immunsystem in der Lage ist – mittels entsprechender Antikörperproduktion – gegen das Marburg-Virus anzukämpfen. Zudem gelang es jene Mechanismen zu identifizieren, die eine Interaktion dieser Antikörper mit dem Virus ermöglicht. Das Verständnis dieser Vorgänge könnte Forschern dabei helfen, wirkungsvolle Antikörper-basierte Therapien, sowohl gegen das Marburg-Virus als auch gegen das Ebola-Virus zu entwickeln.

„Vor drei Jahren, zu Beginn unserer Kollaboration mit der Universität Vanderbilt, wussten wir nur wenig über mögliche Antikörper-basierte Immunreaktionen gegen Marburg und Ebola,“ so Virologe Alex Bukreyev. „Es war noch nicht einmal klar, ob eine infizierte Person überhaupt befähigt war, Antikörper zu produzieren. In den letzten drei Jahren hat sich unser Wissen erheblich weiterentwickelt.“

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