Freitag, Juli 12, 2024

Entlassmedikation unter der Lupe

Nach einem stationären Klinikaufenthalt wissen sehr viele Patienten zu wenig über ihre Entlassmedikation beziehungsweise über die dort verschriebenen Medikamente.

Nach einem Krankenhausaufenthalt kennen die wenigsten Patienten die dort neu verordneten Arzneimittel, die sie zukünftig einnehmen sollen. Aufgrund der Daten einer unlängst publizierten Studie zur sogenannten Entlassmedikation fordern Experten einen verbindlichen Austausch zwischen Arzt und Patienten sowie einen Arztbrief, der auch den weiterbehandelnden Hausarzt umfassend über die Therapie informiert. Ausschlaggebend für das Ergebnis der Studie sei laut Experten, dass zu wenig Zeit für ein angemessenes Arzt-Patienten-Gespräch zur Verfügung steht.

 

Entlassmedikation – neu verordnete Medikamente

Sind Menschen nach einem Krankenhausaufenthalt auf neu verordnete Medikamente angewiesen, besteht das Risiko, dass sie diese nicht richtig oder nur unzureichend anwenden. Grund dafür sind beispielsweise ein fehlender Medikationsplan, ein höheres Lebensalter aber auch die Aufenthaltsdauer im Krankenhaus. Besonders bei längerem Aufenthalt in Krankenhäusern und Rehakliniken zeigt sich häufig der Effekt, dass Patienten wenig über die Wirkung der ihnen verordneten Medikamente wissen und in Bezug auf ihre Behandlung.

Patienten sollten die Wirkung ihrer Entlassmedikation benennen können, damit die Einnahme der Medikamente nach der Entlassung aus der Klinik verschreibungsgerecht erfolgt. Weiters fehlen oft auch den weiterbehandelnden Ärzten die Informationen über die Entlassmedikation, was das Risiko von Wechselwirkungen und Interaktionen sehr erhöht..

Studie zur Entlassmedikation

Im Rahmen einer Studie wurden 179 Patienten vor ihrer Entlassung aus einem Akut- oder geriatrischen Krankenhaus hinsichtlich ihrer Medikation befragt. Das Ergebnis: Den meisten Patienten – 81 Prozent – wurde während des stationären Aufenthaltes ein neues Medikament zur ambulanten Weiterbehandlung verordnet. Doch nur elf Prozent konnten dies zutreffend benennen.

Ähnliche Ergebnisse ergeben sich bei der Aufnahme von Patienten in die Klinik: Nur 20 Prozent der Patienten mit acht und mehr Arzneimitteln – also die Patienten mit besonderem Risiko –  können vollständige Angaben zu ihrer Medikation machen.

 

Quelle und Literatur:

Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin e. V. (DGIM)

J. Freyer, C. Greißing, P. Buchal u.a.: Was weiß der Patient über seine Entlassmedikation? Dtsch Med Wochenschr 2016; 141: 1

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