Montag, Juli 15, 2024

Einsatz von Hyaluronsäure bei Kniegelenksarthrose

Der Einsatz von Hyaluronsäure bei Kniegelenksarthrose zeigte sich in einigen Studien als effektiv. Viele Rheumatologen empfehlen die Therapie. Dennoch sind manche Experten kritisch.

Injektionen mit Hyaluronsäure bei Kniegelenksarthrose können die Schmerzen lindern und die Beweglichkeit steigern, wobei nach wenigen Monaten diese Verbesserungen meist nicht mehr nachweisbar sind. Ihr Nutzen sollte deswegen nicht überschätzt werden. Angewendet wird die Therapie daher bei Erwachsenen, die eine Linderung von mäßigen bis starken Schmerzen und Symptomen der Gelenke bei Arthrose wünschen.

Durch den Einsatz von intraartikulären Injektionen mit Hyaluronsäure bei Kniegelenksarthrose in das betroffene Gelenk – Hyaluronsäure ist von Natur aus in der Gelenkflüssigkeit vorhanden – soll die Knochen geschmeidiger machen und dafür sorgen, dass die Knochen wieder besser ineinander greifen können. Weiters soll die Hyaluronsäure die Belastung, die auf die Gelenke ausgeübt wird, etwas abfedern.

 

Einsatzmöglichkeiten von Hyaluronsäure bei Kniegelenksarthrose

Gonarthrose oder auch Kniegelenksarthrose ist der – vorzeitige – Verschleiß bzw. Abrieb der knorpeligen Gelenkflächen des Kniegelenks, daraus resultieren in fortgeschrittenen Stadien eine starke Leistungsminderung des Kniegelenks und Schmerzen im Knie. Neben natürlicher Abnutzung sind es vorwiegend langfristige übermäßige Belas­tungen (Joggen oder Beruf) im Knien, die die Abnützung begünstigen.

Eine Achsabweichung – umgangssprachlich sogenannte X- oder O-Beine, Vorerkrankungen wie rheumatoide oder bakterielle Arthritis, Gelenks­dys­plasien oder auch durchgemachte Verletzungen des Kniegelenks können ebenso zur Entstehung von Gonarthrose beitragen, wie Übergewicht, Adipositas, endokrine Faktoren und Stoffwechselerkrankungen.

Das Ziel einer Therapie ist die Erhöhung beziehungsweise Wiederherstellung der Lebensqualität: einerseits durch Schmerzlinderung, anderserseits durch eine Erhöhung der Beweglichkeit und Gehleistung sowie eine Verzögerung des Fortschreitens der Gonarthrose. In diesem Zusammenhang stellt Hyaluronsäure bei Kniegelenksarthrose eine mögliche Therapieoption dar, ­wobei Hyaluronsäure ein wichtiger, natürlicher Bestandteil des Bindegewebes und Hauptbestandteil der Gelenkflüssigkeit, dem »Schmiermittel« aller Gelenkbewegungen, ist.

 

SYSADOA bei Kniegelenksarthrose

Hyaluronsäure bei Kniegelenksarthrose gehört wie der Einsatz der bekannten Substanze Glucosamin und Chondroitin sowie anderen Optionen zu den sogenannten Sys­temic Slow Acting Drugs – abgekürzt SYSADOA.

SYSADOA werden wie symptomatische Therapien (NSAR) in die 1. Therapiestufe der Gonarthrose eingeordnet. Hyaluronsäureinfiltrationen speziell gehören für viele orthopäden zur Standardbehandlung von geringen und mittelgradigen Kniegelenksarthrose. Bei bestehendem Knorpelschaden erfolgt der Einsatz von Hyaluronsäure bei Kniegelenksarthrose altersunabhängig.

Auch nach Operationen am Arthroseknie, bei welchen kein Knorpelersatz erfolgt – keine Endoprothese, kein Schlitten – und ein Knorpelschaden besteht, kann Hyaluronsäure bei Kniegelenksarthrose effektiv sein.

Bei Patienten mit Allergien beziehungsweise Unverträglichkeiten gegenüber Hyaluronaten sollten Ärzte allerdings keine Infiltrationen mit Hyaluronsäure durchführen. Dies gilt beispielsweise bei jeglichen Hinweisen auf bakterielle Arthritis oder Immundefekte sowie natürlich bei fehlender Indikation.


Quelle und weitere Informationen:

MEDMIX November 2009. Interview mit Prim. Univ.-Prof. Dr. Martin Friedrich zum Einsatz von Hyaluronsäure bei Kniegelenksarthrose.

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22734561

http://www.webmd.com/osteoarthritis/hyaluronic-acid-injections-for-osteoarthritis 

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