Freitag, Januar 23, 2026

Ebola-Virusinfektion: Epidemie im Kongo fordert bereits über 400 Todesopfer

Laut der Weltgesundheitsorganisation waren Anfang Jänner 2019 im Kongo 579 Fälle bewiesen und bei 48 zusätzlichen Patienten wurde eine Ebola-Virusinfektion vermutet.

Seit Anfang August 2018 geht in der Demokratischen Republik Kongo, vor allem in Gebieten im Nordosten des Landes, die zweitgrößte je verzeichnete Ebolaepidemie vor sich und ein Ende ist nicht abzusehen. Anfang Jänner 2019 waren laut WHO 579 Erkrankungsfälle bewiesen und bei 48 zusätzlichen Patienten wurde eine Ebola-Virusinfektion vermutet. Von allen sicher oder vermutlich infizierten Personen waren 382 verstorben, was einer Letalität von etwa 60% entspricht. Inzwischen sind mehr als 400 Menschen an einer Ebola-Virusinfektion gestorben.

Es gibt mittlerweile einen Impfstoff gegen das Ebolavirus, der die Situation verbessern soll. Bis Anfang Jänner wurden laut Bericht der WHO 54.153 Menschen im Risikogebiet geimpft, vor allem Kontaktpersonen von an Ebola erkrankten Patienten, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern.

 

Ebola-Epidemie in Kriegs- und Krisengebiet

Dass die Ebolaepidemie bisher trotzdem immer noch weiter geht, hat vor allem mit der Tatsache zu tun, dass sie in einem Kriegs- und Krisengebiet stattfindet. Rebellenangriffe und gewalttätige Protestaktionen behindern vor allem in der Stadt Beni die Helfer. Auch in der letzten Zeit hat sich die Sicherheitslage wieder verschlechtert. Unter anderem griffen die Rebellen auch ein Ebola Diagnosezentrum an.

Nachdem man eine Zeit lang schon hoffnungsvoll einen Rückgang der Ebola-Virusinfektion beobachtet hatte, ist nun die Sorge groß, dass sich das Virus wieder vermehrt verbreitet. Es besteht auch die Angst, dass die Ebolaepidemie über die Grenzen in Nachbarländer wie Uganda überschwappt. Möglicherweise auch durch die zahlreichen Flüchtlinge, die es in diesem Gebiet gibt.

 

Replikation des Ebolavirus behindern

Während die politische Realität die Eindämmung der Ebolaepidemie stark behindert, gibt es auf wissenschaftlicher Ebene neue, vielversprechende Erkenntnisse. Schließlich berechtigen diese zur Hoffnung, Ebola prinzipiell besser bekämpfen zu können. Beispielsweise entdeckten US-Forscher im Dezember 2018, dass ein bestimmter Anteil des humanen Enzyms RBBP6 die Replikation des Ebolavirus behindern kann.

Dementsprechend soll das Protein RBBP6 die Interaktion zweier Virusproteine, des Ebolavirus VP30 und des viralen Nucleoproteins, kompetitiv hemmen können. Dadurch behindert es dann die Virusvermehrung. Dies könnte neben bereits bestehenden therapeutischen Ansätzen zu einem weiteren Fortschritt in der Entwicklung einer wirksamen spezifischen antiviralen Therapie führen.

 

MEURI

Derzeit läuft im Kongo ein bereits im August 2018 von der WHO aus eingeleitetes „Monitored Emergency Use of Unregistered and Investigational Interventions“ (MEURI) Programm. Bei diesem versucht man auf Basis von Expertenmeinungen und nach sorgsamer individueller Abwägung infizierte Patienten mit Medikamenten zu behandeln, die wirksam aber noch nicht zugelassen sind.

Dazu gehören derzeit verschiedene spezifische monoklonale Antikörper bzw. Antikörper-Cocktails. Schließlich soll auch die antivirale Substanz Remdesivir (GS-5734) (Warren TK et al., Nature 2016), die offenbar nicht nur gegen Ebola sondern auch gegen andere RNA Viren wirksam ist, gegen die Ebola-Virusinfektion helfen.

logo-virusepidemiologische-informationenQuelle:

VIRUSEPIDEMIOLOGISCHE INFORMATION” NR. 01 / 19-5.

Prof. Dr. Elisabeth Puchhammer-Stöckl. Department für Virologie der Med. Universität Wien.

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