Mittwoch, Februar 21, 2024

Höheres Risiko für Depression und Demenz durch Diabetes mellitus

Diabetes mellitus erhöht das Risiko für Depression und Demenz, Ärzte sollten deswegen Psyche und kognitive Leistungen ihrer Patienten permanent überprüfen.

Mit einer zwei- bis dreifach erhöhten Prävalenz für Depression trifft die höhere Neigung bei chronischer Erkrankung generell auch für Diabetes mellitus zu. Wenn ein Diabetiker über Antriebslosigkeit, Müdigkeit, Erschöpfung oder Appetitveränderungen klagt, wird diese Symptomatik aber oft der Stoffwechselerkrankung zugeschrieben. Und so werden bei Diabetikern nur ein Drittel der depressiven Störungen erkannt. Die Ursachen für die depressiven Veränderungen liegen neben neuroendokrinologischen Veränderungen sicherlich auch in der Belastungssituation, die diese chronische Krankheit hervorbringen kann. Neben einem höherem Risiko für Depression haben Patienten mit Diabetes mellitus aber auch eine größere Wahrscheinlichkeit, eine Demenz zu entwickeln.

 

Management von Diabetes und Demenz

Sowohl eine Demenz, als auch Diabetes mellitus Typ-2-sind weltweit ein ernsthafte Proble der öffentlichen Gesundheit. Wobei beide Erkrankungen mit zunehmendem Alter häufiger vorkommen. Unter dem Strich ist aber Diabetes mellitus ist ein Risikofaktor für die Entwicklung einer Demenz.

Außerdem beeinträchtigt eine kognitive Dysfunktion die Fähigkeit einer Person, selbst Aufgaben zur Pflege auszuführen. Auch Erwachsene, die in einer Gemeinschaft leben, können unterschiedliche Grade von funktionellen Beeinträchtigungen und auch andere geriatrische Syndrome haben.

Im Grunde genommen braucht es jedenfalls einen multidisziplinären Ansatz und eine Behandlung. Zudem sollte der Alltag so organisiert sein, dass die Patienten individuell die unterschiedlichen kognitiven Aktivitäten des täglichen Lebens meistern zu können. Drei Fallstudien zeigen das Management von Diabetes bei älteren Erwachsenen mit unterschiedlichem Pflegebedarf.

 

Diabetes mellitus und Depression

Depressionen bei diabetischen Patienten sind sehr komplex und jeder 4. bis 5. soll betroffen sein – so die Schätzungen. Depressive Störungen werden je nach Vorliegen von Symptomen generell in leichte, mittelgradige oder schwere depressive Störungen unterteilt.

Depression ist eine bedeutende Begleiterkrankung bei Patienten mit Diabetes mellitus. Sie könnte für eine schlechtere Stoffwechsel-Einstellung und höherem Neuauftreten von akuten und chronischen Komplikationen verantwortlich sein. Ein Zusammenhang zwischen kardiovaskulären Erkrankungen und Depression wurde bereits öfters bestätigt und publiziert.

 

Wie häufig depressive Störungen bei Diabetes auftreten

Die Häufigkeit der Depression bei Typ 1 und Typ 2 Diabetes schwankt in kontrollierten Studien zwischen 6 und 27% – je nach Definition und verwendetem Diagnostik-Instrumentarium. Patienten mit Diabetes mellitus leiden etwa doppelt so häufig an Depressionen wie Menschen mit gesundem Stoffwechsel. Grund ist oft, dass Diabetes den gesamten Tagesablauf der Betroffenen bestimmt.

Eine subjektive Überforderung mit den neuen Aufgaben, die Therapie und Therapiekontrolle für den Patienten mit sich bringen, kann zusätzlich mit dem Gefühl der Aussichtslosigkeit und Machtlosigkeit einhergehen. Eine adäquate psychologische Betreuung und/oder antidepressive Therapie erweisen sich als sinnvoll, da sie nicht nur auf die Lebensqualität des Patienten, sondern auch auf die Fähigkeit zur Compliance erheblichen Einfluss haben.

 

Diabetes mellitus als Risikofaktor für Alzheimer-Demenz

Diabetes mellitus kann sich auf die Hirnleistungsfähigkeit auswirken und gilt als Risikofaktor für eine Alzheimer-Demenz. Eine regelmäßige Überprüfung der kognitiven Leistung und Merkfähigkeit der Patienten ist daher anzuraten. Der Mini-Mental-Test erweist sich in der täglichen niedergelassenen Praxis allerdings oft als zu zeitaufwändig. Der Drei-Wörter-Uhren Test hingegen ist einfach durchzuführen und erlaubt eine rasche Orientierung.


Literatur:

Reddy S, Hashmi A. Managing Diabetes and Dementia. Clin Geriatr Med. 2020 Aug;36(3):419-429. doi: 10.1016/j.cger.2020.04.003. Epub 2020 Apr 17. PMID: 32586472.

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