Anlagebedingter Haarausfall – Androgenetische Alopezie

Anlagebedingter Haarausfall führt zu einem reduzierten Nachwachsen der Haare in bestimmten Kopfhautregionen, die Haarausfallsrate ist dabei meist normal.

Mit dem Phänomen Haarausfall sowie den diversen Erscheinungsbildern sind verschiedene Berufsgruppen konfrontiert. Beispielsweise sind das ärztlicherseits Hautärzte, Allgemeinmediziner sowie Internisten. Jedoch führt der Weg der Patienten häufig zum Apotheker beziehungsweise Pharmazeuten. Jedenfalls gibt es unzählige Produkte am Markt. Allerdings können selbst Wirkstoffe und Inhaltsstoffe mit nachgewiesener Wirksamkeit nicht bei jeder Variante des Haarausfalls helfen. Beispielsweise führt anlagebedingter Haarausfall, Androgenetische Alopezie, dazu, dass in bestimmten Kopfhautregionen das Nachwachsen von Haaren gering ist. Die allgemeine Haarausfallsrate bleibt da meistens normal.

 

Differenzialdiagnose

Differenzialdiagnostisch abzugrenzen ist anlagebedingter Haarausfall von anderen Haar- und Kopfhauterkrankungen wie

  • kreisrunder Haarausfall,

  • diffuser Haarausfall und

  • vernarbender Haarausfall.

Grundsätzlich sollten Haarerkrankungen vom Dermatologen diagnostiziert und zugeordnet werden. Die weitere fachärztliche Betreuung ist ebenfalls unerlässlich, denn alle wirksamen, teilweise rezeptpflichtigen Behandlungsformen müssen permanent angewendet werden. Die Handhabung der verschiedenen Präparate erfordert oft Fachwissen. Größtenteils sind einige Monate einer Behandlung notwendig, damit sich erste Erfolge zeigen. Den Patienten muss über Unterschiede zu anderen Haarausfallsformen informiert werden.

 

Unterschiedliche Formen

Die Androgenetische Alopezie wird unterschieden in eine

  • weibliche Form mit Ausdünnung der Haardichte in der Scheitelregion sowie
  • einer männlichen Form – mit typischen Geheimratsecken und betroffenen Stellen in der Vertexregion, die vor allem durch den Haarwirbel gekennzeichnet ist.
  • Beide Formen können auch jeweils beim anderen Geschlecht auftreten.

 

Finasterid und Minoxidil

Anlagebedingter Haarausfall beim Mann kann mit Finasterid oder einer fünfprozentigen Minoxidillösung erfolgen. Dabei gilt die androgenetische Alopezie als die häufigste Ursache für Haarausfall bei Männern.

Anlagebedingter Haarausfall bei der Frau ohne Hyperandrogenämie wird mit Minoxidil in zweiprozentiger Konzentration therapiert. Alle Therapien müssen als Dauertherapie so lange angewendet, solange der gewünschte Effekt andauern soll, denn Therapiepausen führen zum Voranschreiten des Haarausfalles.

 

5%ige Minoxidil-Formulierung bei der männlichen, androgenetischen Alopezie

Äußerlich eingesetzte, topische 5%ige Minoxidil-Lösungen könnten positive Effekte in der Behandlung von androgenetischer Alopezie bringen. Allerdings muss der betroffene Mann das Minoxidil kontinuierlich auftragen, damit die Minoxidil-Lösung seine Wirksamkeit entfaltet. In einer aktuellen Vergleichsstudie nahmen Forscher die Wirksamkeit und die Sicherheit einer neuen 5%igen Minoxidil-Formulierung bei der männlichen androgenetischen Alopezie unter die Lupe.

Schließlich zeigte sich einmal mehr, dass 5%ige Minoxidil-Lösungen sicher sowie effektiv die Stimulierung des Haarwuchses bei Männern unterstützen können.


Literatur:

Blume-Peytavi U, Issiakhem Z, Gautier S, Kottner J, Wigger-Alberti W, Fischer T, Hoffmann R, Tonner F, Bouroubi A, Voisard JJ. Efficacy and safety of a new 5% minoxidil formulation in male androgenetic alopecia: A randomized, placebo-controlled, double-blind, noninferiority study. J Cosmet Dermatol. 2019 Feb;18(1):215-220. doi: 10.1111/jocd.12541. Epub 2018 Apr 16.

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