Hämaturie: Alarmzeichen Blut im Urin ernst nehmen

Man sollte wissen, dass Blut im Urin ein Alarmzeichen ist, das ein Arzt abklären sollte. Denn Hämaturie kann auf eine ernste Erkrankung hinweisen.

Wenn dass Alarmzeichen Blut im Urin auftritt, dann liegt eine Hämaturie. Unter einer Hämaturie versteht man im Grunde genommen das vermehrte Vorkommen von roten Blutkörperchen (Erythrozyten) im Urin. Wobei eine Hämaturie grob oder mikroskopisch sein kann. Als grobe Hämaturie bezeichnet man dabei sichtbares Blut im Urin. Die mikroskopische hingegen bezieht sich auf den Nachweis von Blut durch Urinanalyse oder Urinmikroskopie.



DIe Hämaturie kann weiter intermittierend oder anhaltend sein. Sie ist im Detail definiert als das Vorhandensein von mindestens 5 roten Blutkörperchen / HPF in 3 von 3 aufeinanderfolgenden zentrifugierten Proben, die im Abstand von mindestens 7 Tagen erhalten wurden. Die Hämaturie kann asymptomatisch oder symptomatisch sein und mit anderen Harnwegsanomalien in Verbindung stehen.

 

Alarmzeichen Blut im Urin ärztlich abklären lassen

Blut im Urin ist immer ein Alarmzeichen, das ärztlich abgeklärt werden muss. Denn es kann ein Symptom einer ernsten Erkrankung sein kann. Das ist die wichtigste Botschaft, die die Menschen wissen müssen.

Wobei eine vorübergehende Rotfärbung des Urins harmlos sein kann. Das kann beispielsweise durch den Verzehr von Roter Beete oder Blaubeeren entstehen. Die häufigste Ursache für Urin im Blut ist eine Blasenentzündung.

Blut im Urin ist aber auch das Leitsymptom für Harnblasenkrebs und damit für den zweithäufigsten urologischen Tumor. Da es keine gesetzliche Früherkennungsuntersuchung für Blasenkrebs gibt, ist die Aufklärung über das frühe Warnzeichen dieser bösartigen Erkrankung umso wichtiger.

 

Verschiedene Ursachen der Hämaturie

Unter dem Strich verursacht normalerweise eine Erkrankung des Urogenitalsystems die Hämaturie. Es können aber auch systemische Erkrankungen für Blut im Urin verantwortlich sein. Jedenfalls können zahlreiche Erkrankungen verantwortlich sein:

  • Alport-Syndrom
  • Dünne Basalmembrankrankheit
  • Post-Streptokokken-Glomerulonephritis
  • IgA-Nephropathie
  • Pauci Immun Glomerulonephritis
  • Lupus-Nephritis
  • Membranoproliferative Glomerulonephritis
  • Goodpasture-Syndrom
  • Nephrotisches Syndrom
  • Polyzystische Nierenerkrankung
  • Fieberkrankheit
  • Menstruation
  • Nephrolithiasis
  • Blasenentzündung, Urethritis, Prostatitis
  • Malignität: Nierenzellkarzinom, Blasenkrebs, Prostatakrebs
  • Urogenitalschleimhautverletzung durch Instrumentierung
  • Trauma
  • Blutungsneigung: Thrombozytopenie, Koagulopathie, Verwendung von Blutverdünnern, hämatologische Störungen wie Sichelzellenanämie.

Die Hämaturie ist eine jedenfalls der häufigsten Erkrankungen in der Ambulanz- und Notaufnahme. Die Asymptomatische Hämaturie ist vermutlich weitaus häufiger als die symptomatische. In etwa 50% der Fälle kann eine Ursache identifiziert werden. Wenn eine Hämaturie mit Proteinurie einhergeht, deutet dies normalerweise auf eine mittelschwere bis schwere Nierenerkrankung hin. Bei Säuglingen sowie Kleinkindern kann bei Blut im Urin ein Wilms-Tumor vorhanden sein. Während postinfektiöse Glomerulonephritis und Malignität bei älteren Personen häufiger auftreten.




Literatur:

Schmidt P. Hämaturie [Hematuria]. Acta Med Austriaca. 1988;15(1):7-8. German. PMID: 3376718.

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