Donnerstag, Juni 13, 2024

Suizidprävention im Fokus der WHO

Suizidprävention stellt eine weltweite Herausforderung dar, die nur in gemeinsamer Anstrengung und im Austausch von Politik, Gesellschaft und Unternehmen gelingen kann.

Zum Thema Suizidprävention muss in den Blickpunkt gerückt werden, dass jährlich weltweit eine Million Menschen an Selbstmord sterben und dass Suizid eine der häufigsten Todesursachen ist. In den westlichen Industrieländern erfolgt die große Mehrheit der Suizide vor dem Hintergrund einer psychischen Erkrankung. Dabei kommt der Depression eine zentrale Rolle zu. Aufgrund der engen Verbindung von Depression und suizidalem Verhalten führt eine verbesserte Behandlung von depressiven Erkrankungen zu einer verringerten Rate suizidaler Handlungen (Suizidversuche und vollendeter Suizide). Die Stiftung Deutsche Depressionshilfe möchte deshalb Entscheidungsträger und Öffentlichkeit über die Erkrankung Depression, ihre Behandlungsmöglichkeiten sowie die Suizidprävention informieren.

Jeden Tag nehmen sich in Deutschland nahezu 30 Menschen das Leben. Damit versterben hierzulande jährlich insgesamt ca. 10.000 Menschen durch Suizid. Weltweit sind rund 800.000 Todesfälle durch Suizid zu verzeichnen. Die Zahl der Suizidversuche ist schätzungsweise 15-20mal so hoch. Zwei von drei Suiziden werden dabei in Deutschland von Männern verübt, insbesondere ältere Männer haben ein erhöhtes Risiko. Bei den Suizidversuchen sind hingegen junge Frauen besonders gefährdet. Weltweit ist Suizid die zweithäufigste Todesursache unter den 15- bis 29-Jährigen.

Suizidprävention, Risiko- und Schutzfaktoren

Suizidprävention kann beispielsweise gelingen durch einen erschwerten Zugang zu tödlichen Methoden, durch die Beseitigung von Versorgungsengpässen für Menschen mit psychischen Erkrankungen, die Förderung von verantwortungsvoller Medienberichterstattung zur Reduzierung von Nachahmungstaten oder die Schulung von Multiplikatoren.

Suizidprävention stellt eine globale Herausforderung dar, die nur in gemeinsamer Anstrengung und im Austausch von Politik, Gesellschaft und Unternehmen gelingen kann. Deshalb setzen Experten auf mehr Forschung sowie auf die Verbesserung des Versorgungssystems und der Aufklärung, damit es gar nicht zu suizidalen Handlungen kommen muss.

Quelle und weitere Informationen:

http://www.deutsche-depressionshilfe.de/stiftung/suizidpraeventionsbericht-who.p… Der Suizidpräventionsbericht steht in deutscher Sprache auf der Homepage der Stiftung Deutsche Depressionshilfe zum kostenlosen Download bereit.
http://www.who.int/mental_health/suicide-prevention/world_report_2014/en/ Auf der Homepage der WHO steht der Suizidpräventionsbericht in acht weiteren Sprachen, u.a. in Englisch, Französisch und Russisch kostenlos zum Download zur Verfügung.

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