Nierenkrebs gezielt behandeln

Nierenkrebs ist durch zielgerichtete Therapien für individuelle Patienten von einer tödlichen zu einer chronischen Krankheit geworden.

Nierenkrebs nebst Metastasierung waren früher mit einer sehr hohen Sterblichkeit vergesellschaftet, heute ist die Krebserkrankung zu einer chronischen Krankheit geworden, da die exakte Unterteilung verschiedener Tumorerkrankungen in der Niere eine wirksame zielgerichtete Therapie für den individuellen Patienten ermöglicht.

 

Nierenkrebs betrifft mehr Männer

Mittlerweile ist bekannt, dass Nierenkarzinome sehr unterschiedlich sein können. Dementsprechend sind sie auch unterschiedlich gefährlich und brauchen unterschiedlicher Behandlungsmethoden. Nierenkrebs steht bei Frauen an 10. und bei Männern an 8. Stelle der Krebserkrankungen, Männer sind doppelt so häufig betroffen wie Frauen. Bei 90 Prozent der bösartigen Nierenerkrankungen geht die Tumorbildung von entarteten Zellen des Nierengewebes aus – man spricht hier auch von Nierenzellkrebs. Nierenkrebs ist auch eher eine Erkrankung älterer Menschen, das mittlere Erkrankungsalter beträgt 68 Jahre für Männer und 71 Jahre für Frauen. Meistens wird der Tumor als Zufallsbefund bei einer Routineuntersuchung z. B. durch Ultraschall oder Computertomographie diagnostiziert.

Diagnostik bei Nierenkrebs

Die moderne Diagnostik basiert auf dem Einsatz des Mikroskops, in Kombination mit Genetik und Immunhistochemie – eine Methode, mit der Proteine oder andere Strukturen mit Hilfe von markierten Antikörpern sichtbar gemacht werden können, wobei die histologisch-pathologische Diagnose von Nierenkrebs aus der Biopsie vor der Therapie immer mehr Bedeutung erhält und in Folge das weitere therapeutische Vorgehen beeinflusst. Wenn beispielsweise der Tumor in einem frühen Stadium entdeckt wird, so bestehen in der Regel gute Aussichten auf Heilung oder einen günstigen Krankheitsverlauf.

Der Verlauf einer Nierenkrebs-Erkrankung und die Heilungschancen hängen sehr davon ab, in welchem Stadium der Tumor entdeckt wird. Eine Operation mit heilender Absicht ist in der Regel nur erfolgversprechend, solange der Tumor auf die Niere beschränkt ist. Hat der Tumor aber bereits umgebendes Gewebe und Lymphknoten befallen oder gar Tochtergeschwulste in anderen Organen gebildet, treten andere Behandlungsmaßnahmen in den Vordergrund.

Das Leitlinienprogramm Onkologie hat im September 2015 erstmals eine S3-Leitlinie zur Diagnostik und Therapie des Nierenzellkarzinoms vorgelegt: http://leitlinienprogramm-onkologie.de/Nierenzellkarzinom.85.0.html

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