Freitag, April 19, 2024

Kombinationstherapie gegen die chronische myeloische Leukämie

Mit einer Kombinationstherapie gegen die chronische myeloische Leukämie (CML) konnten Berner Experten nun einen beachtlichen Forschungserfolg erzielen.

Die renommierte Fachzeitschrift „Science Translational Medicine“ berichtet in ihrer Ausgabe vom 29. Juli 2015 über einen großen Berner Forschungserfolg zu einer Kombinationstherapie gegen die chronische myeloische Leukämie (CML). Das Inselspital Bern ist das Schweizer Referenzzentrum für die Diagnostik und das Monitoring von BCR-ABL nach internationalem Standard. Die Forschungsgruppe um Prof. Adrian Ochsenbein von der Universitätsklinik für Medizinische Onkologie des Inselspitals Bern beschreibt im oben erwähnten Science-Artikel, wie Leukämiestammzellen von CML-Patienten durch eine Kombination der Standardtherapie mit einem neuen Antikörper eliminiert werden können. Bei Labormäusen führt die neue Kombi-Therapie zu einer Heilung der Erkrankung. Das preisgekrönte Konzept – Prof. Ochsenbein erhielt dafür letztes Jahr den internationalen Bridge Award – muss nun an Patienten mitchronische myeloische Leukämie untersucht werden.

Die chronische myeloische Leukämie macht etwa 20 Prozent aller Leukämien aus – das entspricht zirka 160 Neuerkrankungen in der Schweiz pro Jahr, betroffen sind am häufigsten Männer über 65.

Verursacht wird chronische myeloische Leukämie durch sogenannte Leukämiestammzellen mit einer spezifischen Genveränderung (BCR/ABL). Dank moderner Arzneimitteln können heutzutage viele CML-Patienten mit einer guten Lebensqualität existieren.

Durch den Einsatz der neuen tumorspezifischen Medikamente, den sogenanntenTyrosinkinase-Hemmern, seit etwa der Jahrtausendwende haben sich Prognose und Behandlung der CML deutlich gewandelt. Nun ist die chronische myeloische Leukämie in vielen Fällen gut und verhältnismäßig nebenwirkungsarm therapierbar.

Die Standardtherapie mit spezifischen Medikamenten, den Tyrosinkinase-Hemmern wie Imatinib (Glivec®) Dasatinib (Sprycel®) und Nilotinib (Tasigna®), hat die Lebenserwartung von Patienten mit CML deutlich verbessert. Viele Patienten leben mit der Krankheit viele Jahre und Jahrzehnte. Der Preis dafür sind hohe Kosten und gewisse Nebenwirkungen. Ein Absetzen der Medikamente führt zu einem Rückfall, weil die krankheitsverursachenden Stammzellen resistent gegen die Tyrosinkinase-Hemmer sind.

Die Berner Forschungsgruppe konnte nun zeigen, wie sich diese Resistenz ausschalten lässt: durch die Kombination der Tyrosinkinase-Hemmer mit einem sogenannten monoklonalen Antikörper. Dieser Antikörper blockiert das Zellteilungs-Signal CD70 auf den Stammzellen. Durch die neue Kombination werden die Stammzellen eliminiert und die Krankheit potenziell gehemmt.

 

Quellen: http://stm.sciencemag.org/content/7/298/298ra119
http://www.insel.ch/uploads/media/150730_CML_Leukaemie_Science.pdf

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