Mittwoch, April 17, 2024

Klinoptilolith – Zeolithe für den Gastrointestinaltrakt

Das Mineralgestein Klinoptilolith aus der Gruppe der Zeolithe ist als Medizinprodukt verfügbar und soll im Gastrointestinaltrakt als Filter gegen Schadstoffe wirken.

Der Vorteil des Zeolithen (im speziellen Fall des Klinoptilolithen) liegt im mikroporösen, äußerst exakten Aufbau, durch den sich bereits im ungemahlenen Zustand pro Gramm eine innere Oberfläche von 1.000 Quadratmetern ergibt. Aus diesem Aufbau ergibt sich verständlicherweise eine hohe Adsorptionskapazität, darüber hinaus hat Zeolith die Fähigkeit zum Ionenaustausch gemäß einer Selektivitätsreihe. Diese resultiert aus je nach Zeolith-Art genau definierten Porengrößen. Somit erfüllt per os verabreichter Klinoptilolith, vereinfacht dargestellt, sozusagen die Rolle eines »natürlichen Filters«, der Schwermetalle, Ammoniak und Mycotoxine bindet und wirkt zudem auf Basis des Ionenaustauschmechanismus als Antioxidans.

Der Wirkort des wasserunlöslichen Zeolithen ist der Gastrointestinaltrakt. Hier ist – so der Hersteller – der Zeolith in der Lage, die durch Übergangsmetallionen (insbesondere durch Cu+/Cu2+-Ionen) katalysierte Lipidperoxidation, welche einen wesentlichen Einfluss­faktor für die Entstehung von oxidativem Stress darstellt, zu vermindern.

Diese antioxidative Eigenschaft, kombiniert mit der erwähnten giftstoffbindenden Adsorptionsfähigkeit, gab anscheinend den Ausschlag, dass Prim. Dr. Thoma, Villach, in einem 6-jährigen Beobachtungszeitraum bei ca. 70% von mehr als 500 Patienten bei regelmäßiger Zeolith-Gabe eine bessere Verträglichkeit der Chemo- und Strahlentherapie feststellen konnte. Bei den Tumorpatienten zeigte sich eine Verbesserung der Vitalität, des Allgemeinzustandes und eine Zunahme des Appetits, sodass Prim. Thoma Zeolith mittlerweile als „hervorragendes Roborans und Adjuvans bei schweren Erkrankungen“ – im Rahmen des etablierten Therapie-Standards – ansieht. Dabei ist zu beachten, dass im Zuge von manchen Chemo- und Strahlentherapien die Schädigung der Tumorzellen durch freie Radikale einen erwünschten Effekt darstellt. Diese Tatsache wurde berücksichtigt, indem an den Therapietagen, bzw. flankierend jeweils einen Tag vor und nach der Therapie, die Gabe des Zeoliths abgesetzt wurde.

Aufgrund der positiven Erfahrungen wurde die Zeolithgabe im Laufe der Jahre auch auf andere Erkrankungen wie chronische Polyarthritis, Colitis ulcerosa, rezidivierende Infekte bzw. topisch angewendet auch Akne oder Ulcus cruris ausgeweitet.

Als seltene, geringfügige Nebenwirkungen wurden z.B. Meteorismus (dieser ließ sich aber durch einschleichende Therapie meist umgehen), Übelkeit oder Abneigung gegen den Kapsel- oder Pulvergeschmack verzeichnet.

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