Dienstag, Januar 20, 2026

Gefährdungen durch Hautkontakt

Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin zu Gefährdungen durch Hautkontakt: Richtige Anwendung der Ausrüstung erhöht Schutzniveau.

Hauterkrankungen rangieren ganz weit oben bei den Anzeigen auf Berufskrankheit. Persönliche Schutzausrüstung wie beispielsweise Handschuhe gegen Hautkontakt soll die Beschäftigten vor schädigenden Einflüssen schützen. Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin hat unlängst in einer vergleichenden Übersichtsarbeit die Wirkung persönlicher Schutzausrüstung anhand von Literaturdaten untersuchen lassen. Der Bericht gab ein umfassendes Bild zum derzeitigen Erkenntnisstand. Dabei werden auch Faktoren fokussiert, die die Wirksamkeit unterschiedlicher Schutzausrüstung beeinflussen. Neben den Eigenschaften der Ausrüstung ist beispielsweise die richtige Anwendung entscheidend für die erreichbare Schutzwirkung.

Um Beschäftigte vor Gefährdungen durch Hautkontakt zu schützen, gibt es verschiedene Arten von Schutzausrüstung. Am verbreitetsten sind Handschuhe. Aber auch Schutzanzüge, Hauben oder Schuhe kommen zum Einsatz. Dabei wird deren Wirksamkeit bislang vor allem anhand von Materialeigenschaften wie der Durchlässigkeit ermittelt. Durchbruchszeiten beispielsweise ermöglichen eine Abschätzung, wie lange ein Material einem chemischen Stoff standhält. Auch Alterung und Abnutzung können die Wirksamkeit von Schutzausrüstung verringern. Unterschiedliche Studien untersuchten die Wirksamkeit einzelner Materialien und Ausrüstungsgegenstände. Im Bericht wird der aktuelle Stand dieser Studien in einer Datenbank aufbereitet und vergleichend analysiert, um die Standardfaktoren für die Untersuchung und Bewertung von Schutzkleidung zu prüfen.

Die vergleichende Untersuchung hat gezeigt, dass die bisher erhobenen Faktoren nicht immer ausreichen, um die Wirksamkeit von Schutzbekleidung verlässlich zu ermitteln. Auf die in Studien ermittelten Schutzfaktoren können sich zum einen die Untersuchungsbedingungen auswirken. Dazu gehören das Studiendesign oder die Probennahme. Zum anderen wird das Schutzniveau auch durch anwendungsbezogene Faktoren beeinflusst. Neben der Dauer der Anwendung sowie Einflüssen aus der Umgebung entscheidet auch das Verhalten der Nutzer über die Wirksamkeit persönlicher Schutzausrüstung. Dazu gehören das richtige An- und Ausziehen sowie das richtige Säubern und Anwenden der Ausrüstung. Eine zahlenmäßige Erfassung dieser Faktoren ist auf der bestehenden Datenlage bislang kaum möglich. Darum bietet der in englischer Sprache erschienene Bericht eine fundierte Grundlage für anschließende Forschungsprojekte.

Literatur:

„Effectiveness of personal protective equipment against dermal exposure – a comparative survey“; Jan Oltmanns, Eva Kaiser, Karin Heine, Klaus Schneider, Susanne Hesse, Stefan Hahn; Dortmund; Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin 2016; DOI: 10.21934/baua:bericht20161101; 199 Seiten. Den baua: Bericht gibt es als PDF im Internet unter http://www.baua.de/publikationen.

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